Gesichtscreme ohne Duftstoffe: was parfumfrei wirklich garantiert und wann es für dich zählt
KAUFBERATUNG SCHWEIZ
Eine Gesichtscreme ohne Duftstoffe erkennst du nicht am Wort «parfumfrei» auf der Vorderseite, sondern an der Zutatenliste: Dort stehen weder Parfum noch Aroma, keine ätherischen Öle und keine deklarierten Duftallergene wie Linalool oder Limonene. «Parfumfrei» heisst meist nur, dass kein Duft zugesetzt wurde, damit das Produkt riecht. Pflanzliche Bestandteile mit Duftanteil schliesst der Begriff nicht sicher aus. Wichtig wird das vor allem bei empfindlicher Haut und bei einer bekannten Duftstoffallergie.
Was garantiert «parfumfrei» bei einer Gesichtscreme wirklich?
«Parfumfrei» garantiert bei einer Gesichtscreme nur eines: Der Hersteller hat nach eigener Angabe keinen Duft zugesetzt, damit das Produkt riecht. Eine gesetzliche Definition mit festem Prüfverfahren gibt es für den Begriff nicht, er funktioniert wie andere Ohne-Versprechen auf der Packung. Wenn du weisst, was «ohne Zusatzstoffe» bedeutet, kennst du die Logik bereits: Massgeblich ist die Deklaration, nicht der Werbetext. Wie gross die Lücke zwischen Etikett und Inhalt sein kann, zeigt eine Auswertung in JAMA Dermatology. Die Forschenden analysierten 174 meistverkaufte Feuchtigkeitscremes und Lotionen für den ganzen Körper bei grossen US-Onlinehändlern. Von den Produkten mit dem Hinweis «fragrance free» enthielten 18, also 45 Prozent, mindestens einen Stoff, der mit Duftstoffen kreuzreagieren kann, oder einen pflanzlichen Inhaltsstoff aus dieser Gruppe.
Das heisst nicht, dass diese Produkte falsch deklariert waren. Es heisst, dass «parfumfrei» nichts darüber aussagt, ob pflanzliche Bestandteile mit Duftanteil in der Rezeptur stecken. Für dich bedeutet das: Das Wort auf der Vorderseite ist ein Hinweis, die INCI auf der Rückseite ist die Antwort.
Parfumfrei, duftstofffrei, unparfümiert: was ist der Unterschied?
Parfumfrei und duftstofffrei meinen dasselbe, nämlich dass kein Duft zugesetzt wurde, während «unparfümiert» je nach Hersteller auch nur heissen kann, dass ein Produkt neutral riecht. Der Unterschied ist klein im Wortlaut und gross in der Praxis. «Parfumfrei» und «ohne Duftstoffe» beschreiben die Rezeptur, unabhängig davon, wie das Produkt am Ende riecht. «Unparfümiert» wird oft gleich verwendet, kann aber wie das englische «unscented» auf importierten Produkten auch auf das Ergebnis zielen: Das Produkt soll neutral riechen. Dafür kann ein Hersteller den Eigengeruch der Rohstoffe mit kleinen Mengen maskierender Stoffe überdecken. Ein unparfümiertes Produkt kann also Duftstoffe enthalten, während ein parfumfreies deutlich nach seinen Rohstoffen riechen darf. Dazu kommen Formulierungen wie «sensitiv», «für empfindliche Haut» oder «mit natürlichem Duft», die zum Thema Duft nichts Verbindliches sagen. Die Übersicht hilft dir, die Begriffe einzuordnen, bevor du die Rückseite liest.
| Angabe auf der Packung | Was sie meist meint | Was trotzdem drin sein kann | Woran du es prüfst |
|---|---|---|---|
| Parfumfrei, ohne Duftstoffe | Kein Duft zugesetzt | Pflanzenextrakte mit Eigengeruch | Kein Parfum, kein Aroma, keine ätherischen Öle in der INCI |
| Unparfümiert, unscented | Riecht neutral | Maskierende Stoffe gegen den Eigengeruch | Parfum, Aroma oder einzelne Duftstoffe am Ende der Liste |
| Sensitiv, für empfindliche Haut | Marketingangabe ohne festen Massstab | Alles, auch Parfum | Vollständige INCI lesen |
| Mit natürlichem Duft | Duft aus Pflanzen statt synthetisch | Ätherische Öle und deklarierte Duftallergene | Pflanzennamen mit «Oil», Linalool, Limonene und Co. |
Was sind maskierende Duftstoffe und warum riecht eine parfumfreie Creme trotzdem?
Maskierende Duftstoffe sollen den Eigengeruch einer Rezeptur überdecken, ohne dass das Produkt danach nach Parfum riecht. Viele Rohstoffe riechen: Pflanzenöle leicht nussig oder grasig, Extrakte erdig oder bitter, manche Emulgatoren etwas wachsig. Eine Creme ohne jeden Zusatz riecht deshalb selten nach nichts. Ein Hersteller kann diesen Geruch stehen lassen oder ihn mit einer kleinen Menge Duft neutralisieren. Im zweiten Fall taucht in der INCI meist Parfum, Fragrance oder Aroma auf, manchmal auch ein einzelner Stoff, dessen Aufgabe du ohne Nachschlagen nicht erkennst. Umgekehrt ist Eigengeruch kein Hinweis auf zugesetzten Duft. Eine parfumfreie Creme darf nach ihren Rohstoffen riechen, und dieser Geruch gefällt nicht allen. Das ist der ehrliche Preis eines Produkts, bei dem nichts übertüncht wird.
Wie sich das im Alltag anfühlt, beschreibt eine Kundin ziemlich genau. In ihrer Bewertung auf Judge.me schreibt Daniela B.: «Was den Duft betrifft, musste ich mich zunächst an die fehlende Frische gewöhnen. Dennoch sehe ich den bewussten Verzicht auf Duftstoffe als grossen Vorteil […]». Eine frische Note entsteht in einer Creme meist erst durch zugesetzten Duft.
Linalool, Limonene und ätherische Öle: welche Duftallergene stehen in der INCI?
Duftallergene wie Linalool, Limonene, Citronellol oder Geraniol stehen namentlich in der INCI, sobald ihre Konzentration einen festgelegten Schwellenwert überschreitet. Für Produkte, die auf der Haut bleiben, liegt dieser Wert bei 0.001%, für abgespülte Produkte bei 0.01%, wie eine Untersuchung im International Journal of Hygiene and Environmental Health zur sogenannten 26-Allergene-Regel beschreibt. In der Schweiz verweist die Kosmetikgesetzgebung seit der weitgehenden Angleichung an das EU-Recht im Mai 2017 für diese Stoffe direkt auf den entsprechenden Anhang der EU-Kosmetikverordnung. Laut dem Kantonalen Laboratorium Basel-Stadt wurde die Liste der deklarationspflichtigen Duftallergene unlängst deutlich erweitert, die Übergangsfrist läuft noch. Limonene und Linalool verdienen einen zweiten Blick: An der Luft oxidieren sie zu Hydroperoxiden, die als starke Kontaktallergene gelten. Eine Auswertung in Contact Dermatitis von 6719 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2014 und 2025 in einer dänischen Spitalabteilung für Allergologie und Dermatologie getestet wurden, fand positive Testreaktionen bei 1.6 Prozent auf oxidiertes Limonene und bei 3.1 Prozent auf oxidiertes Linalool.
Ätherische Öle bringen solche Stoffe von Natur aus mit, Lavendel etwa Linalool, Zitrusöle Limonene. Warum gerade Naturkosmetik deshalb empfindliche Haut reizen kann, erklärt der Beitrag zu ätherischen Ölen in der Gesichtspflege. Für den Kaufentscheid reichen vier Prüfpunkte:
- Parfum, Fragrance oder Aroma: Sammelbegriff für zugesetzten Duft, hinter dem ein Gemisch vieler Einzelstoffe stehen kann.
- Einzelne Duftallergene: Linalool, Limonene, Citronellol, Geraniol, Citral, Eugenol, Coumarin oder Hexyl Cinnamal, meist am Ende der Liste.
- Ätherische Öle: Fette Öle tragen meist «Seed Oil» oder «Kernel Oil» im Namen, bei «Peel Oil», «Leaf Oil», «Flower Oil» oder einem Pflanzennamen mit blossem «Oil» lohnt sich das Nachschlagen.
- Position: Eine späte Stelle in der Liste heisst nur wenig Menge, nicht unwichtig. In Produkten, die auf der Haut bleiben, reichen für die Deklarationspflicht schon 0.001%.
Wenn du die ganze Liste sicher lesen willst, hilft dir die Anleitung, wie du eine INCI-Liste Schritt für Schritt liest.
Welche Gesichtscreme passt bei einer Duftstoffallergie?
Bei einer nachgewiesenen Duftstoffallergie passt eine Gesichtscreme, deren INCI weder Parfum noch Aroma, keine ätherischen Öle und keinen der Stoffe aus deinem Allergiepass enthält. Das klingt selbstverständlich, ist aber der entscheidende Schritt: Eine Duftstoffallergie richtet sich gegen einzelne Substanzen, nicht gegen «Duft» allgemein. Welche das bei dir sind, zeigt nur ein Epikutantest bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Häufig ist eine solche Allergie in der Allgemeinbevölkerung nicht. Eine Untersuchung im British Journal of Dermatology hat in fünf europäischen Ländern eine Zufallsstichprobe von 3119 Erwachsenen getestet. Die vorsichtig geschätzte Häufigkeit einer klinisch relevanten Duftstoffallergie lag bei 1.9 Prozent. Frauen hatten etwa doppelt so oft eine Kontaktallergie auf Duftstoffe wie Männer. Wer betroffen ist, sollte die Liste trotzdem bei jedem Produkt lesen. Auch eine parfumfreie Creme garantiert keine Verträglichkeit, denn Pflanzenextrakte, Konservierer oder Emulgatoren können ebenfalls Reaktionen auslösen.
Ein Beispiel für eine Rezeptur, die du so prüfen kannst: The Duo aus Serum und Gesichtscreme ist parfumfrei, in seiner INCI stehen weder Parfum noch ätherische Öle, Limonene oder Linalool. Es enthält aber Pflanzenextrakte wie Edelweiss und Enzianwurzel, deshalb gleichst du die vollständige Liste bei einer bekannten Allergie mit deinem Allergiepass ab. Alles Weitere zur Pflege bei empfindlicher Haut gilt auch hier: wenige Produkte, wenige Wechsel, genug Zeit zum Beobachten.
Wenn du nach einer neuen Creme Rötung, Juckreiz oder Bläschen bemerkst, die über mehrere Tage bleiben oder sich ausbreiten, setz das Produkt ab und lass es abklären. Nimm die Packung mit in die Sprechstunde, denn die INCI auf der Rückseite ist für die Abklärung wertvoller als jeder Markenname.
Gilt «parfumfrei» auch bei Serum, Reinigung und Sonnencreme?
Ja, das Kriterium gilt für jedes Produkt in deiner Routine, aber nicht mit gleichem Gewicht. Serum, Gesichtscreme und Sonnenschutz bleiben stundenlang auf der Haut, deshalb ist der Schwellenwert für die Deklaration von Duftallergenen dort zehnmal tiefer als bei abgespülten Produkten. Eine Reinigung hat nur kurzen Kontakt, Duft darin ist für robuste Haut weniger kritisch als im Serum. Bei einer bekannten Allergie zählt er trotzdem, weil schon kurzer Kontakt eine Reaktion auslösen kann. Sonnencreme ist der Schritt, der am häufigsten übersehen wird: Sie bleibt auf der Haut, wird grossflächig aufgetragen und ist oft parfümiert. Parfumfreie Varianten gibt es, du prüfst sie genauso über die INCI. Ein Siegel nimmt dir diese Prüfung nicht ab, denn Naturkosmetik-Siegel prüfen vor allem Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe und erlauben natürliche Duftstoffe wie ätherische Öle.
Für den Morgen heisst das: Wenn du eine vegane Tagescreme für empfindliche Haut suchst, gehört «ohne Parfum, ohne ätherische Öle» auf dieselbe Liste wie die Wirkstoffe. Bei Kompromisslos gibt es ein parfumfreies Serum und eine parfumfreie Gesichtscreme. Reinigung und Sonnenschutz verkaufen wir nicht, die wählst du separat, mit denselben Kriterien.
Ich habe The Essential und The Shield bewusst ohne Parfum gemacht. Duft bringt der Haut keinen Nutzen, er ist ein Zusatz für die Nase. Gleichzeitig ist er ein mögliches Reizrisiko, und gerade bei empfindlicher Haut zählt das. Der Preis dieser Entscheidung ist ehrlich: Die Produkte riechen nach ihren Rohstoffen, und das mag nicht jede. Ich könnte das mit einer kleinen Menge Duft überdecken, mache es aber nicht. Was ich dir nicht versprechen kann, ist, dass deine Haut auf nichts reagiert, denn auch Pflanzenextrakte wie Edelweiss oder Enzian verträgt nicht jede Haut. Deshalb steht die vollständige INCI-Liste von The Duo zum Nachprüfen offen auf unserer Website. Du musst mir nicht glauben, du kannst selbst nachlesen.
Häufige Fragen
Sind Duftstoffe in Kosmetik schädlich
Nein, nicht grundsätzlich. Für die meisten Menschen sind Duftstoffe in den erlaubten Mengen unproblematisch. Sie gehören aber zu den bekannten Auslösern von Kontaktallergien durch Kosmetik, und eine einmal erworbene Allergie bleibt in der Regel bestehen. Wer robuste Haut hat, muss Duft nicht meiden. Wer zu Rötungen neigt, verzichtet ohne Verlust darauf, weil Duft die Pflegewirkung einer Creme nicht verbessert.
Muss ich bei empfindlicher Haut auf Duftstoffe verzichten
Du musst nicht, aber es ist der einfachste Verzicht ohne Nachteil. Duft trägt nichts zur Pflege bei, kann aber eine zusätzliche Reizquelle sein. Wenn deine Haut schnell brennt oder rot wird, ist eine parfumfreie Gesichtscreme ein sinnvoller erster Schritt, weil du damit eine mögliche Ursache streichst, ohne auf Feuchtigkeit und Schutz der Hautbarriere zu verzichten.
Wie teste ich, ob ich auf einen Duftstoff reagiere
Sicher klären lässt sich eine Duftstoffallergie nur mit einem Epikutantest bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Für ein neues Produkt kannst du zu Hause einen Anwendungstest machen: eine kleine Menge über mehrere Tage zweimal täglich an derselben Stelle auftragen, etwa in der Ellenbeuge, und beobachten. Er zeigt, ob du dieses Produkt verträgst, aber nicht, welcher Stoff verantwortlich wäre.
Ist eine parfumfreie Creme auch ohne Alkohol
Nicht automatisch, denn parfumfrei und alkoholfrei sind zwei getrennte Angaben. Eine parfumfreie Creme kann trotzdem Alcohol denat. enthalten, dazu kommen Fettalkohole wie Cetearyl Alcohol, die pflegen statt austrocknen. Welche Alkohole wie wirken, erklärt der Beitrag zu Alkohol in Kosmetik. The Duo ist ohne Ethanol bzw. Alcohol denat., enthält aber den Fettalkohol Cetearyl Alcohol.
Darf eine parfumfreie Creme nach Pflanzen riechen
Ja. Parfumfrei bedeutet, dass kein Duft zugesetzt wurde, nicht, dass das Produkt geruchlos ist. Pflanzenöle, Extrakte und Emulgatoren haben einen Eigengeruch, der herb, nussig oder grasig sein kann. Stutzig solltest du werden, wenn eine «parfumfreie» Creme deutlich nach Lavendel, Zitrus oder Rose riecht. Dann lohnt der Blick in die INCI, ob dort ein ätherisches Öl oder ein Duftallergen steht.
Ist «hypoallergen» dasselbe wie parfumfrei
Nein. «Hypoallergen» ist kein Prüfzeichen und sagt nichts darüber, ob Duft enthalten ist. In der erwähnten Auswertung in JAMA Dermatology enthielten 15 der als hypoallergen beworbenen Produkte, also 83 Prozent, mindestens einen Stoff aus einer gängigen Allergen-Testreihe. Was solche Hinweise prüfen, steht im Beitrag dazu, was «dermatologisch getestet» wirklich bedeutet.
Ist The Duo wirklich ohne Duftstoffe
Ja. In der INCI von The Duo stehen weder Parfum noch Aroma, keine ätherischen Öle und keine Duftallergene wie Limonene, Linalool oder Citronellol. Was du riechst, ist der Eigengeruch der Rohstoffe. Pflanzenextrakte wie Edelweiss und Enzianwurzel sind enthalten, deshalb gleichst du die Liste bei einer bekannten Allergie ab. Mehr zu Serum und Creme findest du bei The Duo, der parfumfreien Zwei-Schritt-Pflege.
Quellen
- Xu S, Kwa M, Lohman ME, Evers-Meltzer R, Silverberg JI. Consumer Preferences, Product Characteristics, and Potentially Allergenic Ingredients in Best-selling Moisturizers. JAMA Dermatology, 2017. Quelle
- Klaschka U. Contact allergens for armpits – allergenic fragrances specified on deodorants. International Journal of Hygiene and Environmental Health, 2012. Quelle
- Hangartner S. Parfums, Eaux de Toilette und Kölnisch Wasser: allergene Duftstoffe, verbotene und problematische Substanzen. Kantonales Laboratorium Basel-Stadt, 2026. Quelle
- Botvid S, Søgaard R, Schwensen JFB, Johansen JD. Ten Years of Patch Testing to Hydroperoxides of Limonene and Linalool: Prevalence, Patterns and Clinical Insights. Contact Dermatitis, 2026. Quelle
- Diepgen TL, Ofenloch R, Bruze M, Cazzaniga S, Coenraads PJ, Elsner P et al. Prevalence of fragrance contact allergy in the general population of five European countries: a cross-sectional study. British Journal of Dermatology, 2015. Quelle
