Gesichtscreme von Migros, Coop oder dm: wann Eigenmarken reichen und wann nicht

KAUFBERATUNG SCHWEIZ

Eine Gesichtscreme von Migros, Coop oder dm reicht oft, wenn deine Haut unkompliziert ist und vor allem Feuchtigkeit braucht. Unabhängige Tests zeigen, dass Eigenmarken dabei vorne liegen können, aber auch, dass zwei Cremes desselben Händlers sehr unterschiedlich abschneiden. Entscheidend ist deshalb nicht das Logo, sondern das einzelne Produkt: wenig oder kein Parfum, eine Rezeptur für deinen Hautzustand und nachvollziehbare Angaben. An Grenzen stösst eine Eigenmarke vor allem bei empfindlicher, trockener oder reifer Haut, die gezielte Wirkstoffe in bekannter Menge braucht.

Reicht eine Gesichtscreme von Migros, Coop oder dm?

Ja, für viele Menschen reicht eine Gesichtscreme von Migros, Coop oder dm, solange die Haut ruhig ist und die Creme vor allem Feuchtigkeit halten soll. Diese Grundaufgabe erfüllen Feuchthalter wie Glycerin, ein paar Öle oder Fette und ein Emulgator, und diese Rohstoffe sind weder selten noch teuer. Eine günstige Creme kann das genauso sauber umsetzen wie eine teure. Wenn du dich grundsätzlich fragst, wofür du beim Preis einer Gesichtscreme bezahlst, findest du dort die allgemeine Antwort. Hier geht es um den konkreten Fall im Schweizer Regal: die Eigenmarken der Detailhändler und Drogerieketten.

Die ehrliche Einschränkung ist eine andere als der Preis. Eigenmarken sind auf die breite Masse ausgelegt. Sie sollen vielen Menschen gefallen, oft angenehm riechen und sich gut verkaufen. Das passt, solange deine Haut keine besonderen Ansprüche stellt. Sobald sie gereizt reagiert, spannt, sichtbar altert oder du bestimmte Wirkstoffe in bekannter Menge willst, wird die Auswahl im Regal schmaler. Dann lohnt sich ein genauerer Blick auf das einzelne Produkt, nicht auf die Marke dahinter.

Wer stellt Eigenmarken-Kosmetik her, und unterscheiden sich Migros, Coop und dm überhaupt?

Eigenmarken-Kosmetik stammt häufig von grossen Lohnherstellern, die für mehrere Händler produzieren, und der Unterschied liegt deshalb oft weniger in der Fabrik als in Rezeptur und Preis. Das bekannteste Schweizer Beispiel ist Mibelle: Laut einem Bericht von Blick vom Dezember 2025 stellt die Firma die Produkte der Migros-Marke I am in Buchs AG und Frenkendorf BL her. Mibelle war bis März 2025 eine Migros-Tochter und wurde dann an den spanischen Konzern Persán verkauft. Im selben Bericht steht: Mibelle produziert auch die Waren für Balea, eine Marke des deutschen Drogeriehändlers dm.

Beim Preis zeigt Blick den Unterschied an einem Beispiel: Die Anti-Aging-Tagescreme Q10+ von I am kostet 4.95 Franken, für eine ähnliche Creme von Balea zahlt man in Deutschland 1.82 Franken. Die Migros begründet das mit höheren Löhnen und Mieten als bei dm und damit, dass die deutsche Drogeriekette grössere Mengen bezieht. Für dich heisst das zweierlei. Erstens sagt ein ähnlicher Hersteller noch nichts darüber, ob zwei Cremes dieselbe Rezeptur haben. Zweitens lässt sich keine der Ketten pauschal als besser oder schlechter einordnen: Jeder Händler führt mehrere Linien, von der Basispflege über Naturkosmetik wie Coop Naturaline oder alverde bis zu Gesichtspflege-Marken wie Zoé. Vergleichen musst du deshalb Produkt für Produkt.

Wie schneiden Eigenmarken-Gesichtscremes in Tests ab?

Eigenmarken-Gesichtscremes schneiden in Schweizer Tests teils sehr gut ab, teils schwach, und oft liegen beide Ergebnisse beim selben Händler. Ein Beispiel ist ein Test von saldo vom Dezember 2023 mit zwölf Gesichtscremes. Am besten schnitt ein Produkt der Migros-Marke I am ab, es erhöhte die Hautfeuchtigkeit um 36 Prozent. Zwei andere Eigenmarken-Cremes von Coop und Migros erhöhten die Hautfeuchtigkeit nach sechs Stunden dagegen nur um 2 beziehungsweise 7 Prozent. Laut saldo befeuchtet die Hälfte der getesteten Cremes die Haut mässig oder schlecht.

Daraus folgt keine Rangliste, sondern eine Regel: Ein gutes Testergebnis gilt für genau ein Produkt, nicht für die ganze Marke und schon gar nicht für den ganzen Händler. Und wie sich deine Haut nach Wochen anfühlt, ob sie ruhiger wird oder ob ein Duftstoff sie reizt, zeigt kein Labor. Bevor du einem Testsieger aus dem Regal folgst, lohnt sich ein Blick darauf, was der K-Tipp-Gesichtscreme-Test misst und was nicht.

Wann reicht eine günstige Eigenmarken-Creme für deine Haut?

Eine günstige Eigenmarken-Creme reicht dann, wenn deine Haut normal bis leicht trocken ist, selten reagiert und du von der Creme vor allem Feuchtigkeit und ein angenehmes Hautgefühl erwartest. In diesem Fall ist die Rezeptur wichtiger als der Preis, und gute Rezepturen gibt es in jeder Preisklasse. Dann zählt vor allem, dass die Creme zu deinem Hautgefühl passt: nicht zu fettig, nicht zu leicht, nichts brennt oder spannt. Das kannst du nur an deiner eigenen Haut prüfen, kein Preisschild nimmt dir diesen Test ab.

Auch für gute Verträglichkeit musst du nicht zwingend mehr bezahlen. Eine Auswertung von 174 meistverkauften Feuchtigkeitsprodukten für den Körper aus US-Onlineshops in JAMA Dermatology fand, dass Produkte ganz ohne häufige Kontaktallergene im Preis pro Unze statistisch nicht teurer waren als Produkte mit mindestens einem solchen Stoff. Wenn eine Eigenmarken-Creme parfumfrei ist, deine Haut sie seit Monaten problemlos verträgt und nichts spannt, gibt es keinen sachlichen Grund zu wechseln. Ob deine Haut eher eine leichte oder eine reichhaltige Textur braucht, klärt der Artikel darüber, welche Gesichtscreme zu deiner Haut passt.

Wann stösst eine Eigenmarke an ihre Grenzen?

Eine Eigenmarke stösst dort an ihre Grenzen, wo du mehr brauchst als Grundpflege: bei empfindlicher Haut, die auf Duftstoffe reagiert, bei trockener oder reifer Haut, die gezielte Wirkstoffe in bekannter Menge braucht, und bei Hautkrankheiten. Duftstoffe sind dabei ein häufiger Stolperstein. In der erwähnten Auswertung in JAMA Dermatology waren nur 12 Prozent der Bestseller frei von den untersuchten Kontaktallergenen, und der Duftstoff-Mix war mit 87 Produkten das häufigste Allergen. Für reaktive Haut lohnt sich deshalb eine Gesichtscreme ohne Duftstoffe, egal aus welchem Regal.

Deine Situation Eigenmarke reicht meist Eher genauer hinschauen
Haut ruhig, braucht vor allem Feuchtigkeit Ja, wenn parfumfrei oder gut vertragen Selten nötig
Haut reagiert auf Duftstoffe oder neue Produkte Nur parfumfreie Linien INCI prüfen, ein Produkt nach dem anderen testen
Trockene oder reife Haut mit konkreten Zielen Als Basiscreme möglich Wirkstoffe mit offengelegter Konzentration
Rosazea, Neurodermitis, Akne Nicht als Lösung Abklärung bei Dermatologin oder Dermatologe

Die zweite Grenze ist die Offenlegung. Auf Eigenmarken steht selten, wie viel Niacinamid, Vitamin C oder Ceramide tatsächlich drin sind. Für eine Basiscreme ist das kein Problem, wenn du aber gezielt Wirkstoffe einsetzen willst, fehlt dir die wichtigste Information. Genau hier setzt The Duo mit Serum und Creme an: Konzentrationen offengelegt, parfumfrei, ein Serum mit Hyaluronsäure in drei Molekülgrössen und eine Creme mit Ceramide NP, Bakuchiol und Squalan für empfindliche, trockene oder reife Haut. Ob dir das den Aufpreis wert ist, entscheidest du. Mit 100 Tagen Rückgaberecht kannst du es in Ruhe an deiner eigenen Haut beurteilen. Wer bei Rosazea, Neurodermitis oder Akne nach einer Lösung sucht, ist weder im Detailhandel noch bei uns richtig, sondern bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Auch der Wechsel zu Apotheken- oder Drogeriekosmetik ersetzt diese Abklärung nicht.

Woran erkennst du im Regal eine gute Eigenmarken-Creme?

Eine gute Eigenmarken-Creme erkennst du im Regal an fünf Punkten, die auf jeder Packung stehen und für die du kein Testergebnis brauchst. Sie gelten für I am, Zoé, Naturaline, Balea oder alverde genauso wie für jede andere Marke. Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst die Verträglichkeit, dann der Rest.

  • Parfum in der INCI: Steht «Parfum» in der Liste, egal an welcher Stelle, oder folgen Duftallergene wie Linalool und Limonene, ist die Creme für empfindliche Haut die unsichere Wahl.
  • Offengelegte Konzentration: Nennt die Packung eine Prozentzahl für den beworbenen Wirkstoff, kannst du vergleichen. Fehlt sie, ist «mit Hyaluron» oder «mit Q10» nur ein Name.
  • Verpackung: Tube oder Pumpspender schützen den Inhalt besser vor Luft und Fingern als ein offener Tiegel.
  • Siegel: Bei Naturkosmetik helfen unabhängige Labels wie NATRUE, COSMOS oder BDIH, weil der Begriff allein nicht geschützt ist.
  • Zielgruppe: Steht auf der Packung ein Hautzustand, der zu deinem passt, zum Beispiel trocken oder sensibel, ist das ein brauchbarer erster Filter.

Für die Details lohnt es sich, einmal die INCI-Liste richtig lesen zu lernen. Danach geht der Blick aufs Etikett im Regal schnell.

Ich nenne auf der Wirkstoff-Seite die offengelegten Konzentrationen des Duo: 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure und 1% Zink PCA. Nicht, weil Zahlen gut aussehen, sondern damit du The Duo mit jeder Creme im Regal vergleichen kannst, auch mit einer günstigen. Wenn eine Eigenmarke dieselben Angaben macht und deine Haut damit ruhig ist, brauchst du uns nicht. Was ich anders entschieden habe: zwei Produkte statt acht, beide parfumfrei, entwickelt und hergestellt in der Schweiz. So günstig wie eine Eigenmarke aus dem Detailhandel wird das nie. Ob sich der Unterschied für deine Haut lohnt, kann ich dir nicht versprechen. Ich kann dir nur offen sagen, womit du vergleichst.

Häufige Fragen

Ist Naturkosmetik von Eigenmarken echte Naturkosmetik

Das hängt vom einzelnen Produkt ab, denn der Begriff Naturkosmetik ist in der Schweiz nicht gesetzlich geschützt. Verlässlicher sind unabhängige Siegel wie NATRUE, COSMOS oder BDIH, die Rohstoffe und Herstellung nach festen Kriterien prüfen. Trägt eine Eigenmarken-Creme ein solches Siegel, gelten für sie dieselben Regeln wie für jede andere zertifizierte Naturkosmetik. Fehlt es, hilft nur der Blick in die INCI-Liste.

Warum ist dm-Kosmetik in der Schweiz teurer als in Deutschland

Wegen Mehrkosten für Import, Verzollung und Lagerhaltung, so begründete es Galaxus im Oktober 2021, als der Onlinehändler begann, dm-Eigenmarken wie Balea und alverde in der Schweiz zu verkaufen. Eigene Filialen hatte dm in der Schweiz bis dahin nicht. Am Inhalt der Creme ändert der höhere Preis nichts.

Warum steht bei Eigenmarken selten eine Wirkstoffkonzentration

Weil die Angabe freiwillig ist. Vorgeschrieben ist die Liste der Inhaltsstoffe in absteigender Menge, wobei Stoffe unter 1 Prozent in beliebiger Reihenfolge stehen dürfen, nicht aber die Prozentzahl einzelner Wirkstoffe. Viele Marken, teure wie günstige, verzichten darauf. Das heisst nicht, dass zu wenig drin ist. Du kannst es nur nicht prüfen.

Sind günstige Gesichtscremes für reife Haut schlechter

Nicht grundsätzlich. Eine günstige Creme kann reife Haut gut mit Feuchtigkeit versorgen. Als Öko-Test 53 Gesichtscremes prüfte, darunter 22 mit Faltenversprechen, hat laut Kassensturz keiner der Hersteller ausreichend belegt, dass sein Produkt Falten glätten kann. Ein höherer Preis ist also kein Beleg für mehr Wirkung gegen Falten. Der Unterschied liegt eher darin, ob gezielte Wirkstoffe in bekannter Menge drin sind.

Kann ich eine Eigenmarken-Creme mit einem Wirkstoffserum kombinieren

Ja, das ist oft eine sinnvolle Lösung. Das Serum kommt zuerst auf die gereinigte Haut, die Creme danach. Achte darauf, dass die Creme parfumfrei ist und nicht denselben Wirkstoff zusätzlich in unbekannter Menge enthält. Führe neue Produkte nacheinander ein, damit du bei einer Reaktion weisst, woran es liegt.

Wie finde ich heraus, ob mir eine Drogerie-Creme reicht

Indem du sie mehrere Wochen allein testest und sonst nichts an deiner Routine änderst. Ob du sie verträgst, merkst du meist in den ersten Tagen. Ob sie reicht, zeigt sich danach: Spannt deine Haut nicht mehr, schuppt nichts und fühlt sie sich auch abends noch geschmeidig an, brauchst du keine teurere Creme. Fehlt dir etwas, weisst du jetzt genauer, was.

Lohnt sich The Duo, wenn mir eine Eigenmarken-Creme eigentlich reicht

Wenn deine Haut mit einer Eigenmarken-Creme ruhig ist und dir nichts fehlt, eher nicht. Interessant wird The Duo, wenn du gezielt Wirkstoffe mit offengelegten Konzentrationen willst: 5% Niacinamid, 2% Vitamin C und 1% Zink PCA, parfumfrei, als Serum und Creme aufeinander abgestimmt. Das ist eine Entscheidung für mehr Transparenz, kein Muss.

Quellen

  1. Kälin M. Migros verlangt Schweiz-Zuschlag auf eigene Kosmetikprodukte. Blick, 7. Dezember 2025. Quelle
  2. Schildknecht A. Test: Eine günstige Gesichtscreme pflegt am besten. saldo 20/2023, 5. Dezember 2023. Quelle
  3. Xu S, Kwa M, Lohman ME, Evers-Meltzer R, Silverberg JI. Consumer Preferences, Product Characteristics, and Potentially Allergenic Ingredients in Best-selling Moisturizers. JAMA Dermatology, 2017. Quelle
  4. Kurmann S. Galaxus bringt dm in die Schweiz. Galaxus, 27. Oktober 2021. Quelle
  5. Kempf P. Gesichtscremes im Test: Keine Beweise für Faltenglättung. SRF Kassensturz, 13. Dezember 2019. Quelle
The Duo - Serum & Gesichtscreme
Die minimalistische Routine

The Duo — Serum & Creme, mehr braucht es nicht

Niacinamid, Vitamin C, Hyaluronsäure und Ceramide in zwei aufeinander abgestimmten Produkten. Vegan, entwickelt in der Schweiz, 100 Tage Rückgaberecht.

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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin