Teure oder günstige Gesichtscreme: wofür du beim Preis wirklich bezahlst

KAUFBERATUNG SCHWEIZ

Teure Gesichtscremes lohnen sich nicht automatisch: Der Preis sagt wenig darüber, wie gut eine Creme deine Haut pflegt. Ein Teil davon steckt in Marke, Verpackung, Werbung und Handel, nicht in der Rezeptur. Unabhängige Tests haben schon günstige Cremes gefunden, die gleich gut oder besser abschneiden als teure. Ihr Geld wert ist eine Creme dann, wenn sie Wirkstoffe in nachvollziehbarer Menge offenlegt, zu deiner Haut passt und du sie lange genug benutzt.

Sind teure Gesichtscremes wirklich besser?

Nein, teure Gesichtscremes sind nicht grundsätzlich besser als günstige, und ein hoher Preis ist kein Beleg für mehr Wirkung. Was eine Creme auf deiner Haut leistet, hängt an drei Dingen: welche Stoffe drin sind, in welcher Menge und ob die Grundlage zu deinem Hautzustand passt. Diese drei Punkte kosten den Hersteller zwar Geld, sie bestimmen aber nur einen Teil des Ladenpreises. Eine Auswertung von 174 meistverkauften Feuchtigkeitsprodukten für den Körper in JAMA Dermatology zeigt, wie weit Preise bei vergleichbaren Produkten auseinanderliegen: von 0.10 bis 9.51 Dollar pro Unze. Die Autorinnen und Autoren halten zugleich fest, dass es kaum frei verfügbare Vergleichsdaten zur Wirksamkeit gibt. Der Preis ist also die eine Zahl, die du immer siehst, und die Wirkung die, die du fast nie siehst.

Dazu kommt ein psychologischer Effekt. In einem Experiment, das im Journal of the American Medical Association erschien, erlebten Teilnehmende eine Scheintablette als wirksamer gegen Schmerz, wenn man ihnen dafür einen hohen statt eines tiefen Preises nannte. Für Kosmetik ist das so nicht untersucht, naheliegend ist es trotzdem: Was viel kostet, fühlt sich schnell wirksamer an. Das ist kein Vorwurf an dich, sondern ein Grund, die Entscheidung an Kriterien festzumachen statt am Preisschild.

Wofür bezahlst du beim Preis einer Gesichtscreme eigentlich?

Beim Preis einer Gesichtscreme bezahlst du nur zum Teil die Rezeptur, der Rest verteilt sich auf Verpackung, Marke, Werbung, Handel und Herstellung. Wie gross welcher Anteil ist, legen die wenigsten Marken offen, und pauschale Prozentzahlen, die im Netz kursieren, sind meist geschätzt. Sinnvoller ist die Frage, welche Kostenblöcke dir auf der Haut etwas bringen und welche nicht. Einige Posten sind für dich durchaus relevant, etwa eine luftdichte Verpackung, die empfindliche Wirkstoffe schützt, oder saubere Stabilitätsprüfungen. Andere bezahlst du, ohne dass deine Haut davon etwas merkt: das Glas mit Goldrand, die Kampagne mit bekanntem Gesicht, die Regalmiete im Warenhaus. Werbeversprechen haben dabei kaum Aussagekraft. In der erwähnten Auswertung in JAMA Dermatology waren Produkte mit dem Hinweis «dermatologist recommended» im Median teurer als solche ohne, und von den als duftstofffrei beworbenen Produkten enthielten 45 Prozent mindestens einen Stoff, der mit Duftstoffen kreuzreagieren kann, oder einen pflanzlichen Inhaltsstoff.

Kostenblock Was er dir bringen kann Was er nicht beweist
Wirkstoffe und Rezeptur Die eigentliche Pflegeleistung Dass die Menge reicht, solange keine Konzentration genannt ist
Verpackung Schutz vor Licht und Luft, hygienische Entnahme Wirkung, wenn sie vor allem schwer und dekorativ ist
Marke und Werbung Bekanntheit, Vertrauen Irgendetwas über deine Haut
Handel und Vertrieb Beratung vor Ort, Verfügbarkeit Bessere Qualität der Creme
Herstellungsort Nachvollziehbare Produktion, kurze Wege Eine bessere Wirkung allein durch die Herkunft

Was sagen unabhängige Tests über Preis und Wirkung?

Unabhängige Tests zeigen, dass der Preis kaum vorhersagt, wie eine Creme abschneidet. Ein Beispiel ist ein Test der deutschen Stiftung Warentest mit neun Antifaltencremes zwischen 2.45 und 87 Euro. 270 Frauen trugen die Cremes vier Wochen lang auf, je 30 Frauen pro Produkt. Alle neun Cremes erhielten das Urteil «mangelhaft», weil keine die versprochene sichtbare Faltenreduktion schaffte. Die teuerste Creme im Test erreichte laut Stiftung Warentest nicht einmal eine ausreichende Befeuchtung. Das Fazit von Stiftung Warentest zur Feuchtigkeit: Ein ähnlich guter Effekt sei auch mit einer klassischen Feuchtigkeitscreme ohne Anti-Aging-Versprechen günstiger zu haben.

Solche Tests sind ein nützlicher Filter, aber kein Urteil über deine Haut. Sie messen bestimmte Dinge über einen begrenzten Zeitraum, etwa die Feuchtigkeit nach einigen Wochen oder heikle Inhaltsstoffe. Wenn du wissen willst, was der K-Tipp-Test misst und wo seine Grenzen liegen, lohnt sich ein Blick auf die Methodik, bevor du einem Testsieger folgst. Und wer eine Creme für reife Haut sucht, fährt mit Kriterien statt Rangliste meist besser als mit dem teuersten oder dem bestplatzierten Produkt.

Woran erkennst du, ob eine Creme ihr Geld wert ist?

Eine Creme ist ihr Geld wert, wenn du prüfen kannst, was drin ist, wie viel davon drin ist, und wenn du sie im Alltag tatsächlich benutzt. Das klingt banal, schliesst aber viele teure Produkte aus, die mit Stimmungsworten statt mit Angaben arbeiten. Fünf Fragen helfen dir, den Preis einzuordnen:

  1. Nennt die Marke Konzentrationen für die wichtigsten Wirkstoffe oder nur deren Namen?
  2. Stehen diese Wirkstoffe in der INCI-Liste weit genug vorne, dass die Menge plausibel ist?
  3. Wie viel Inhalt bekommst du, und wie lange reicht er bei deiner Anwendung?
  4. Passt die Grundlage zu deiner Haut, also reichhaltig, leicht, parfumfrei?
  5. Kannst du das Produkt zurückgeben, wenn es nicht passt?

Bewertungen ergänzen das, ersetzen es aber nicht. Viele Sterne zeigen Zufriedenheit, keinen Wirknachweis, und es hilft, Bewertungen richtig einordnen zu können. Bei The Duo haben wir diese Logik auf uns selbst angewendet: Die Konzentrationen der Hauptwirkstoffe stehen offen da, und bei zweimal täglicher Anwendung beider Produkte reicht ein Set rund zwei Monate. Ehrlich gesagt empfinden das nicht alle als günstig. In seiner Bewertung auf Judge.me schreibt Fabian I.: «Nicht ganz günstig, aber doch total in Ordnung für mich […]». Genau diese Abwägung sollst du selbst treffen können, mit Angaben statt Versprechen.

Lohnen sich Dupes und günstige Alternativen?

Dupes können sich lohnen, wenn sie die entscheidenden Wirkstoffe in vergleichbarer Menge enthalten, und sie lohnen sich nicht, wenn sie nur Verpackung, Duft und Textur kopieren. Das Problem ist, dass du das an der Vorderseite kaum erkennst. Zwei Cremes können eine sehr ähnliche INCI-Liste haben und trotzdem unterschiedlich viel Wirkstoff enthalten, weil die Liste Reihenfolgen zeigt, aber keine Mengen. Auch Rohstoffqualität, pH-Wert und Stabilität stehen nirgends auf der Packung. Ein Dupe ist deshalb dann eine gute Wahl, wenn er etwas offenlegt, das du vergleichen kannst, etwa eine Prozentangabe zu Niacinamid oder Vitamin C. Fehlt diese Angabe beim Original und beim Dupe, vergleichst du zwei Unbekannte. Ein Dupe ist ein eigenes, legales Produkt; etwas anderes sind Fälschungen, die unter dem Namen der Originalmarke verkauft werden, und woran du gefälschte Kosmetik erkennst, steht im eigenen Beitrag.

Dass ein Wirkstoff in klar benannter Menge etwas bewirken kann, unabhängig vom Markennamen auf der Tube, zeigt die Forschung zu Niacinamid. So zeigte eine Studie in Dermatologic Surgery mit 50 Frauen, dass 5% Niacinamid, zwölf Wochen lang zweimal täglich auf eine Gesichtshälfte aufgetragen, im Vergleich zur wirkstofffreien Grundlage auf der anderen Seite das Erscheinungsbild von feinen Linien, Pigmentflecken, Rötungen und fahlem Teint verbesserte. Die Studie stammt von Forschenden eines Konsumgüterkonzerns, das gehört zur Einordnung dazu. Entscheidend ist: Die Wirkung hängt an Stoff, Menge und Anwendungsdauer, nicht am Markennamen.

Was sagen Konzentration und Deklaration über den Preis aus?

Konzentration und Deklaration sagen mehr über den Wert einer Creme aus als ihr Preis, weil sie zeigen, was du tatsächlich bekommst. Laut einem Merkblatt des Kantonalen Laboratoriums Bern muss die Liste der Bestandteile in der Schweiz in mengenmässig absteigender Reihenfolge stehen; Bestandteile unter 1 Massenprozent dürfen in beliebiger Reihenfolge am Ende der Liste aufgeführt werden. Daraus folgt zweierlei. Ein Wirkstoff, der in der Werbung gross auftritt, aber ganz hinten in der Liste steht, ist vermutlich nur in kleiner Menge enthalten. Und eine Prozentangabe ist freiwillig, gerade deshalb ist sie ein Signal. Wie du die Reihenfolge liest und wo die Grenzen dieser Methode liegen, erklärt der Beitrag INCI-Liste lesen. Für den Preisvergleich heisst das: Vergleiche nicht Franken pro Tube, sondern was du pro Anwendung an offengelegtem Wirkstoff bekommst. Die Monatsrechnung dazu findest du im Beitrag darüber, wie lange eine 50-ml-Creme reicht und was sie pro Monat kostet.

Ich habe mich entschieden, bei The Duo die Konzentrationen offenzulegen: 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als stabile 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure und 1% Zink PCA. Vorgeschrieben ist das nicht. Ich mache es, weil sich ein Preis ohne solche Angaben nicht prüfen lässt. Dabei will ich ehrlich sein: Auch unser Preis beweist nichts. In ihm steckt auch, dass The Duo in der Schweiz entwickelt und hergestellt wird, und das allein macht keine Creme wirksamer. Was du beurteilen kannst, ist die Formulierung. Wenn eine günstigere Creme vergleichbare Wirkstoffe in vergleichbarer Menge offenlegt und deine Haut sie gut verträgt, brauchst du unsere nicht. Welche Stoffe im Duo stecken und wofür sie da sind, findest du bei unseren Wirkstoffen mit offengelegten Konzentrationen.

Häufige Fragen

Ist Drogerie-Kosmetik schlechter als Apothekenkosmetik

Nicht grundsätzlich: Ob eine Creme gut ist, entscheidet ihre Rezeptur, nicht das Regal, in dem sie steht, und solide Grundpflege gibt es an beiden Orten. Wo sich Apothekenmarken tatsächlich unterscheiden, etwa bei Beratung und Sortiment für sehr empfindliche Haut, erklärt der Beitrag zur Apothekenkosmetik im Vergleich zur Drogerie.

Warum sind Wirkstoffseren oft teurer als Cremes

Seren sind oft höher konzentriert als Cremes und kommen in kleineren Füllmengen, häufig in Verpackungen, die licht- und luftempfindliche Stoffe schützen sollen. Ein höherer Preis pro Milliliter ist deshalb nicht automatisch überzogen. Prüfen lohnt sich trotzdem, denn ein Serum ohne genannte Konzentrationen ist schwer zu bewerten. Worauf es bei reifer Haut ankommt, zeigt der Beitrag zum besten Serum für reife Haut.

Lohnt sich Luxuskosmetik für reife Haut

Luxuskosmetik lohnt sich für reife Haut nur dann, wenn die Rezeptur überzeugt, nicht wegen des Namens. Reife Haut braucht vor allem Feuchtigkeit, Barriere-Lipide und gut verträgliche Wirkstoffe in sinnvoller Menge. Das findest du in sehr unterschiedlichen Preisklassen. Welche Punkte du konkret prüfen kannst, steht unter Kriterien statt Rangliste.

Bezahle ich bei teuren Cremes vor allem Verpackung und Werbung

Zum Teil ja, wie gross dieser Teil ist, legt aber kaum eine Marke offen. Markenaufbau, Werbung, aufwendige Verpackung und Handelsmargen sind Posten im Preis, die deiner Haut nichts bringen. Ein Gegencheck: Werden Konzentrationen genannt, stehen die Wirkstoffe weit vorne in der INCI-Liste? Wenn nicht, bezahlst du vor allem das Drumherum.

Sind Schweizer Produkte teurer und warum

Schweizer Kosmetik ist häufig teurer, weil Löhne, Mieten und Produktion hierzulande mehr kosten als in vielen anderen Ländern. Über die Wirkung sagt die Herkunft allein nichts. Was eine Schweizer Gesichtscreme tatsächlich ausmacht und woran du die Herkunft erkennst, ist dort ausführlich erklärt. Für deine Haut zählt am Ende die Rezeptur, nicht die Flagge.

Kann eine günstige Creme genauso gut sein

Ja, eine günstige Creme kann genauso gut oder besser sein als eine teure. Unabhängige Tests wie der von Stiftung Warentest zeigen das, besonders bei der Grundfunktion Feuchtigkeit. Wenn sie deine Haut ausreichend versorgt, gut verträglich ist und du sie regelmässig benutzt, gibt es keinen Grund, mehr auszugeben. Mehr zu bezahlen ist nur sinnvoll, wenn du dafür nachvollziehbar mehr bekommst.

Was bekomme ich bei The Duo für den Preis

Du bekommst ein Serum und eine Creme mit offengelegten Konzentrationen: 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure und 1% Zink PCA, dazu Ceramide, Bakuchiol und Squalan. Beide sind vegan, parfumfrei und in der Schweiz entwickelt und hergestellt. Bei zweimal täglicher Anwendung reicht The Duo rund zwei Monate, und mit 100 Tagen Rückgaberecht kannst du es in Ruhe prüfen.

Quellen

  1. Xu S, Kwa M, Lohman ME, Evers-Meltzer R, Silverberg JI. Consumer Preferences, Product Characteristics, and Potentially Allergenic Ingredients in Best-selling Moisturizers. JAMA Dermatology, 2017. Quelle
  2. Waber RL, Shiv B, Carmon Z, Ariely D. Commercial features of placebo and therapeutic efficacy. JAMA, 2008. Quelle
  3. Stiftung Warentest. Antifaltencremes: Falten wegcremen? Klappt nicht! test, 2015. Quelle
  4. Bissett DL, Oblong JE, Berge CA. Niacinamide: A B vitamin that improves aging facial skin appearance. Dermatologic Surgery, 2005. Quelle
  5. Kantonales Laboratorium Bern. Kennzeichnung von Kosmetika, Merkblatt KL 3.1.25, Version 2, 2021. Quelle
The Duo - Serum & Gesichtscreme
Die minimalistische Routine

The Duo — Serum & Creme, mehr braucht es nicht

Niacinamid, Vitamin C, Hyaluronsäure und Ceramide in zwei aufeinander abgestimmten Produkten. Vegan, entwickelt in der Schweiz, 100 Tage Rückgaberecht.

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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin