Stiftung Warentest Antifaltencreme: was der Test gemessen hat und was das Urteil «mangelhaft» wirklich bedeutet
KAUFBERATUNG SCHWEIZ
Im Antifaltencreme-Test von Stiftung Warentest erhielten alle neun geprüften Cremes das Urteil «mangelhaft». Getestet wurde vier Wochen lang an 270 Frauen, jeweils eine Gesichtshälfte mit der Antifaltencreme, die andere mit einer einfachen Feuchtigkeitscreme. Keine Creme milderte Falten so, dass die Fachleute auf den Fotos der Augenpartie mit blossem Auge eine Verbesserung sahen. «Mangelhaft» heisst also: Das Werbeversprechen wurde nicht eingelöst. Es heisst nicht, dass die Cremes schädlich oder wertlos sind.
Statt Rangliste: Serum und Creme, bei denen die Konzentrationen der Hauptwirkstoffe offen angegeben sind. Ohne Duftstoffe, dermatologisch getestet.
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Was hat Stiftung Warentest bei Antifaltencremes getestet?
Stiftung Warentest hat geprüft, ob neun Antifaltencremes ihr zentrales Versprechen halten: Falten sichtbar zu mildern. Der Test erschien in der Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift test und ist seit dem 21. Dezember 2015 online. Die Preise der Cremes lagen zwischen 2.45 und 87 Euro, der Test deckte also vom günstigen Massenprodukt bis zur Luxuscreme die ganze Spanne ab. Beworben wurden die Produkte mit Wirkstoffen wie Coenzym Q10, Polypeptiden oder Vitamin A. Entscheidender Prüfpunkt war die Faltenwirkung, daneben wurden unter anderem die Feuchtigkeitsanreicherung sowie Deklaration und Werbeaussagen bewertet.
Bei der Feuchtigkeit gab es klare Unterschiede: Zwei Cremes reicherten die Haut laut Test sehr gut mit Feuchtigkeit an, die teuerste im Feld schaffte nicht einmal das. Was das über den Zusammenhang von Preis und Leistung bedeutet, steht im Artikel darüber, wofür du beim Preis einer Gesichtscreme bezahlst. Hier geht es um die Frage davor: was dieser Test überhaupt messen konnte.
Wie lief der Test ab, und warum zählt der Vergleich mit einer Feuchtigkeitscreme?
Der Test lief als Halbseitenvergleich: Jede Testperson trug auf eine Gesichtshälfte die Antifaltencreme auf und auf die andere eine Standard-Feuchtigkeitscreme, ohne zu wissen, welche Seite welche Creme bekam. Genau dieser Vergleich macht den Test aussagekräftig. Viele Cremes lassen die Haut nach ein paar Tagen glatter wirken, weil Wasser in der obersten Hautschicht feine Linien auffüllt. Diesen Effekt liefert aber jede gute Feuchtigkeitscreme. Eine Antifaltencreme, die ihr Versprechen hält, müsste also sichtbar mehr leisten als die Vergleichsseite. Der Ablauf laut Stiftung Warentest:
- 270 Frauen nahmen teil, je 30 pro Creme.
- Vier Wochen lang cremten sie morgens und abends ein, eine Hälfte mit der Testcreme, die andere mit der Feuchtigkeitscreme.
- Beide Gesichtshälften wurden vor der ersten Anwendung und rund 16 Stunden nach der letzten in einer Fotobox fotografiert, der Kopf jeweils im gleichen Winkel.
- Drei Fachleute beurteilten die Falten unter und neben dem Auge verblindet, also ohne zu wissen, welcher Zeitpunkt und welches Produkt zu sehen war.
Das Design blendet damit genau das aus, was du nach dem Eincremen spürst: die angenehme Glätte. Übrig bleibt die Frage, ob die Creme mehr kann als Feuchtigkeit.
Warum bekamen alle neun Antifaltencremes «mangelhaft»?
Alle neun Cremes bekamen «mangelhaft», weil keine Creme kleine Fältchen oder tiefere Falten so milderte, dass mit blossem Auge eine Verbesserung zu sehen war. Bei einzelnen Frauen sahen die Fachleute zwar feinere Fältchen unter dem Auge, bei den meisten der 30 Testerinnen pro Creme aber nicht, in Einzelfällen hatten die Falten sogar zugenommen. Die Faltenwirkung zählte 40 Prozent der Note, und laut Testmethodik konnte das Gesamturteil bei «mangelhaft» in diesem Punkt nicht besser ausfallen, auch bei Cremes, die bei der Feuchtigkeit gut abschnitten. Das Urteil ist damit ein Urteil über das Versprechen auf der Verpackung, nicht über die Creme als Pflegeprodukt. Was die Note aussagt und was nicht, zeigt die Gegenüberstellung.
| Das Urteil «mangelhaft» bedeutet | Das Urteil bedeutet nicht |
|---|---|
| Die beworbene sichtbare Faltenmilderung blieb in vier Wochen aus. | Die Creme ist schädlich oder unverträglich. |
| Gegenüber einer Standard-Feuchtigkeitscreme war kein sichtbarer Mehrwert erkennbar. | Die Creme spendet keine Feuchtigkeit. |
| Der Preis schützte nicht vor dem schlechten Ergebnis. | Kein Wirkstoff kann je etwas an der Hautalterung verändern. |
Was hat der Antifaltencreme-Test nicht gemessen?
Der Test hat nicht gemessen, was einzelne Wirkstoffe über viele Monate verändern, wie viel davon in den Cremes steckte und wie die Haut unter der Oberfläche reagiert. Er war auf eine Frage zugeschnitten: Wird das Versprechen nach vier Wochen sichtbar eingelöst? Daraus ergeben sich drei Grenzen. Erstens die Dauer: Vier Wochen sind für Veränderungen an Falten kurz. Zweitens die Messmethode: Beurteilt wurde mit blossem Auge auf Fotos der Augenpartie, nicht mit Geräten, die feine Unterschiede in der Hautoberfläche erfassen. Drittens die Rezeptur: Die Inhaltsstoffe wurden der Deklaration entnommen, die Konzentration der beworbenen Wirkstoffe wurde nicht gemessen.
Fair gelesen widerlegt der Test deshalb nicht, dass Wirkstoffe wie Retinoide über längere Zeit etwas bewirken können. Eine Studie in den Archives of Dermatology verglich bei 36 älteren Menschen mit einem Durchschnittsalter von 87 Jahren 0.4% Retinol mit dem wirkstofffreien Vehikel, aufgetragen auf je einen Arm. Nach 24 Wochen zeigte sich bei den feinen Fältchen ein signifikanter Unterschied zugunsten von Retinol. Der Warentest zeigt etwas anderes: Was auf der Verpackung in kurzer Zeit versprochen wurde, trat nicht ein. Welche Inhaltsstoffe besser belegt sind, steht im Überblick darüber, welche Wirkstoffe gegen Falten belegt sind, und realistische Zeiträume findest du im Artikel, wie lange es dauert, bis Hautpflege wirkt.
Gibt es einen neueren Warentest zu Anti-Aging-Cremes?
Einen neueren Test von Stiftung Warentest, der Antifaltencremes auf ihre Faltenwirkung prüft, gibt es nicht. In der Themenübersicht Gesichtspflege auf test.de ist der Test vom Dezember 2015 der letzte dieser Art, davor gab es 2007 einen Test zu Augencremes gegen Falten. Neuere Tests haben andere Fragen gestellt. Der Test «Gesichtscremes für trockene Haut» vom März 2024 prüfte 14 Cremes vor allem auf Feuchtigkeitsanreicherung, Anwendung und Hautgefühl. Die Feuchtigkeit wurde dabei am Unterarm gemessen, an je 22 Probandinnen, eine Faltenprüfung gehörte nicht dazu.
Neu ist eine Meldung von test.de vom 4. Mai 2026. Sie stützt sich auf eine Laboranalyse des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Karlsruhe, das 94 Gesichtspflegeprodukte mit Vitamin A untersuchte, darunter 70 Gesichtscremes. Etwa ein Drittel dieser Cremes enthielt nicht genügend Vitamin A, um einen Anti-Aging-Effekt erzielen zu können. Als Wirkschwelle nennt die Meldung mindestens 0.05 Prozent. Bei Tuchmasken und Augenpads fanden die Fachleute nur in 33 Prozent der Produkte wirksame Gehalte. Diese Analyse misst also nicht die Wirkung auf der Haut, sondern ob genug Wirkstoff drin ist. Sie ergänzt den Warentest an genau der Stelle, die er offen liess. Mehr zur Einordnung von Retinol-Produkten steht im Artikel darüber, was Retinol-Tests wirklich prüfen.
Was bedeutet das Warentest-Ergebnis für deinen Kauf in der Schweiz?
Für deinen Kauf ist das Ergebnis vor allem ein Filter für Werbeversprechen: Eine Creme, die in wenigen Wochen sichtbar weniger Falten verspricht, hat diesen Nachweis im unabhängigen Test nicht erbracht. Stiftung Warentest ist eine deutsche Organisation, viele der geprüften Marken sind aber auch in Schweizer Regalen zu finden. Für Schweizer Tests lohnt es sich zu wissen, was der K-Tipp-Gesichtscremetest misst, denn auch dort entscheidet das Testdesign über die Aussagekraft. Für deinen Kauf helfen diese Fragen:
- Verspricht die Creme etwas, das ein Test so nicht bestätigt hat, etwa sichtbar weniger Falten in kurzer Zeit?
- Nennt die Marke Konzentrationen für ihre Wirkstoffe oder nur deren Namen?
- Was erwartest du wirklich: Feuchtigkeit und ein glatteres Hautgefühl, oder das Verschwinden tiefer Falten?
- Kannst du das Produkt länger als vier Wochen an deiner eigenen Haut beobachten?
Der verlässlichste Effekt im Test war Feuchtigkeit. Viele Linien, die dich stören, sind zudem Trockenheitslinien. Es hilft, Trockenheitsfältchen von echten Falten unterscheiden zu können, bevor du für ein Versprechen bezahlst. Gegen neue Falten ist täglicher Sonnenschutz gut belegt: In einer randomisierten Studie in den Annals of Internal Medicine zeigte die Gruppe mit täglichem Sonnenschutz nach 4.5 Jahren keine nachweisbare Zunahme der Hautalterung. Bei tiefen Falten oder Volumenverlust ist eine ästhetisch oder dermatologisch tätige Fachperson die richtige Ansprechperson, nicht ein Cremetiegel. The Duo mit offengelegten Konzentrationen knüpft an die Lehre des Tests an: kein Faltenversprechen, dafür 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure und 1% Zink PCA, Hyaluronsäure aus drei Molekülgrössen im Serum sowie Ceramide NP, Squalan und Bakuchiol in der Creme. Mit 100 Tagen Rückgaberecht kannst du es deutlich länger als vier Wochen an deiner Haut prüfen.
Ich verkaufe The Duo nicht als Antifaltencreme und verspreche keine «sichtbar weniger Falten in vier Wochen». Ein Versprechen, das ich nicht belegen kann, gehört nicht in meine Produkttexte. Stattdessen lege ich die Konzentrationen offen, damit du selbst vergleichen kannst, was drin ist, statt einem Versprechen glauben zu müssen. In der Creme habe ich mich für Bakuchiol statt Retinol entschieden. Die Grenze sage ich ebenso offen: Auch The Duo glättet keine tiefen Falten. Was es leisten kann, ist Feuchtigkeit und eine unterstützte Hautbarriere, die Haut wirkt dadurch praller und geschmeidiger. Neue Falten bremst Sonnenschutz, und den enthält The Duo nicht, dafür brauchst du tagsüber ein separates Produkt. Welche Wirkstoffe in welcher Menge drin sind, steht auf der Seite mit allen Wirkstoffen und Konzentrationen.
Serum mit Niacinamid, Hyaluron und Vitamin C, Creme mit Ceramiden und Bakuchiol. Nicht zufrieden? Eine kurze Nachricht genügt.
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Häufige Fragen
Welche Antifaltencreme ist Testsieger bei Stiftung Warentest
Im Antifaltencreme-Test von Stiftung Warentest gibt es keinen Testsieger. Alle neun Cremes erhielten das Urteil «mangelhaft», weil keine die beworbene sichtbare Faltenmilderung schaffte. Wer im Netz eine «Testsieger-Antifaltencreme» von Stiftung Warentest findet, liest meist eine Auswertung zur Feuchtigkeit oder einen anderen Test, nicht ein Urteil zur Faltenwirkung.
Gilt der Test von Stiftung Warentest auch für die Schweiz
Ja, die Aussage des Tests gilt auch für die Schweiz, weil viele der geprüften Marken hier ebenfalls verkauft werden und Haut in Zürich nicht anders reagiert als in Berlin. Die Preise in Euro und die Händler beziehen sich auf Deutschland. Die Lehre bleibt dieselbe: Ein Faltenversprechen auf der Verpackung ist kein Nachweis.
Ist der Antifaltencreme-Test nicht zu alt, um noch etwas auszusagen
Für einzelne Produkte ist der Test von 2015 tatsächlich alt, denn Rezepturen können sich seither geändert haben. Die Methodik ist aber nicht veraltet: Der Vergleich gegen eine Feuchtigkeitscreme, verblindet beurteilt, ist noch heute ein strenger Massstab. Einen neueren Faltentest von Stiftung Warentest gibt es nicht, deshalb wird dieser bis heute zitiert.
Waren auch teure Cremes aus der Apotheke im Test
Ja, unter den neun Cremes war auch eine Apothekenmarke, und die Preisspanne reichte von 2.45 bis 87 Euro, also bis in den Luxusbereich. Für das Urteil spielte der Vertriebsweg keine Rolle: Bewertet wurde, ob die versprochene sichtbare Faltenmilderung eintrat, und das schaffte keine Creme. Ein Kauf in der Apotheke oder ein hoher Preis ist deshalb kein Wirkungsnachweis.
Hat Stiftung Warentest Retinol-Cremes getestet
In der Testübersicht Gesichtspflege auf test.de findet sich kein eigener Wirkungstest für Retinol-Cremes. Im Antifaltencreme-Test von 2015 warben einige Produkte unter anderem mit Vitamin A. Im Mai 2026 berichtete test.de über eine Laboranalyse des CVUA Karlsruhe, nach der etwa ein Drittel von 70 Vitamin-A-Gesichtscremes zu wenig Vitamin A für einen Anti-Aging-Effekt enthielt.
Warum spüre ich nach dem Eincremen trotzdem einen Effekt
Du spürst nach dem Eincremen einen Effekt, weil Feuchtigkeit die oberste Hautschicht auffüllt und feine Trockenheitslinien weicher wirken lässt. Das ist echt, aber es ist ein Feuchtigkeitseffekt, den auch eine einfache Creme liefert. Genau deshalb verglich Stiftung Warentest jede Antifaltencreme mit einer Feuchtigkeitscreme auf der anderen Gesichtshälfte.
Wurde The Duo von Stiftung Warentest getestet
Nein, The Duo wurde von Stiftung Warentest nicht getestet, und es tritt auch nicht mit einem Faltenversprechen an. Stattdessen sind die Konzentrationen der wichtigsten Wirkstoffe offengelegt, und die Pflege zielt darauf, Feuchtigkeit zu spenden und die Hautbarriere zu unterstützen. Mit 100 Tagen Rückgaberecht kannst du The Duo an deiner eigenen Haut prüfen, länger als jeder Vier-Wochen-Test.
Quellen
- Stiftung Warentest. Antifaltencremes: Falten wegcremen? Klappt nicht! test 1/2016, online 21.12.2015. Quelle
- Stiftung Warentest. Anti-Aging-Kosmetika: Kosmetik mit Vitamin A, Wirksamkeit oft fraglich (Untersuchung des CVUA Karlsruhe). test.de, 2026. Quelle
- Stiftung Warentest. Gesichtscremes für trockene Haut im Test. test.de, 2024. Quelle
- Kafi R, Kwak HS, Schumacher WE, Cho S, Hanft VN, Hamilton TA et al. Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol). Archives of Dermatology, 2007. Quelle
- Hughes MC, Williams GM, Baker P, Green AC. Sunscreen and prevention of skin aging: a randomized trial. Annals of Internal Medicine, 2013. Quelle

