Welche Gesichtscreme passt zu mir: fünf Fragen, die dich zur richtigen Creme führen

KAUFBERATUNG SCHWEIZ

Welche Gesichtscreme zu dir passt, findest du nicht über einen Hauttyp-Test, sondern über fünf Fragen: Was soll die Creme lösen, welche Textur verträgt deine Haut, reagierst du auf Duftstoffe, brauchst du ein Serum darunter und wie viel Routine wirst du wirklich durchhalten. Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, landet bei zwei bis drei passenden Kriterien statt bei einer Rangliste. Und manchmal lautet das Ergebnis: Deine jetzige Creme passt bereits.

Wie findest du die Gesichtscreme, die zu dir passt?

Die passende Gesichtscreme findest du, indem du zuerst klärst, was sie leisten soll, und erst danach Produkte vergleichst. Fehlkäufe passieren oft in umgekehrter Reihenfolge: Eine Creme wird gekauft, weil sie gut bewertet ist, und erst zu Hause stellt sich heraus, dass sie zu schwer ist, nach Parfum riecht oder eine Aufgabe übernimmt, die gar nicht offen war. Online-Quizze helfen dabei nur begrenzt, weil sie dich meist in einen von vier Hauttypen sortieren und dann das passende Produkt aus dem eigenen Sortiment vorschlagen. Die fünf Fragen unten funktionieren anders. Sie drehen sich um Eigenschaften, die du an jeder Creme prüfen kannst, egal von welcher Marke. Beantworte sie der Reihe nach, denn jede Antwort schränkt die nächste ein. Wenn du nach der letzten Frage merkst, dass deine aktuelle Creme alle Punkte erfüllt, ist das kein Zwischenstand, sondern das Ergebnis.

  1. Was soll die Creme für dich lösen: Spannungsgefühl, Rötungen, Glanz oder etwas anderes.
  2. Welche Textur verträgt deine Haut über den ganzen Tag.
  3. Reagierst du auf Duftstoffe oder auf neue Produkte allgemein.
  4. Brauchst du ein Serum unter der Creme oder reicht die Creme allein.
  5. Wie viele Schritte wirst du morgens und abends wirklich machen.

Frage 1: Was soll die Creme für dich lösen?

Eine Creme passt dann zu dir, wenn sie ein konkretes Problem deiner Haut anspricht, das du heute spürst oder siehst. Wie du deine Haut dafür einschätzt, steht im Artikel Hautzustand statt Hauttyp. Hier geht es nur darum, daraus ein Ziel für die Creme abzuleiten, und zwar so genau wie möglich. «Meine Haut spannt am Nachmittag» führt zu anderen Kriterien als «meine T-Zone glänzt» oder «ich möchte ein glatteres Hautbild». Spannt die Haut, zählen Lipide und Feuchthaltestoffe, und du findest die Details unter worauf du bei einer Creme für trockene Haut achten solltest. Glänzt die Stirn, während die Wangen trocken sind, geht es um Mischhaut und eine Textur, die überall funktioniert. Und wenn dich vor allem die Veränderungen ab vierzig beschäftigen, helfen dir die Kriterien für reife Haut weiter als jeder Testsieger. Eine Creme, die alles gleichzeitig verspricht, löst selten eines davon gut. Ein bis zwei Ziele reichen.

Frage 2: Welche Textur verträgt deine Haut?

Die richtige Textur ist die, nach der sich deine Haut auch sechs Stunden später noch wohl anfühlt, weder spannend noch glänzend. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern hängt davon ab, wie eine Creme aufgebaut ist. Eine Übersichtsarbeit in Clinical Medicine & Research beschreibt drei Gruppen von Bestandteilen: Feuchthaltestoffe, die Wasser in die oberste Hautschicht ziehen, okklusive Stoffe wie Öle und Wachse, die eine Schicht auf der Haut bilden und Verdunstung bremsen, und Emollienzien, die Lücken zwischen den Hornzellen füllen, die Barrierefunktion unterstützen und die Haut glatter und geschmeidiger machen. Eine leichte Creme setzt stärker auf Feuchthaltestoffe, eine reichhaltige stärker auf Öle und Lipide. Dieselbe Übersicht hält fest, dass die Anwendung schlecht ausfällt, wenn jemand mit der Creme nicht zufrieden ist. Eine Textur, die du nicht magst, benutzt du nicht regelmässig, und dann spielt die beste Wirkstoffliste keine Rolle mehr.

Was du nach einigen Stunden bemerkst Was es meist bedeutet Richtung
Haut spannt wieder, vor allem an den Wangen Zu wenig Lipide oder zu dünn aufgetragen Etwas mehr Menge oder reichhaltigere Textur
Glanz in der T-Zone, Wangen fühlen sich gut an Textur für die ölige Zone zu schwer Leichtere Creme, in der T-Zone sparsamer
Creme bleibt als Film liegen, Make-up rutscht Menge zu gross oder Textur zu okklusiv Weniger nehmen, kurz einziehen lassen
Haut fühlt sich ruhig und weich an Textur passt Nichts ändern

Wie ehrlich diese Frage beantwortet werden muss, zeigt eine Bewertung zu unserer eigenen Creme. In ihrer Bewertung auf Judge.me schreibt Daniela B.: «Da ich eher trockene, reife Haut habe, hätte ich die Gesichtscreme gerne etwas reichhaltiger und ergänze sie deshalb mit einem Gesichtsöl einer anderen Marke.» Das ist eine gute Antwort auf Frage 2: Wenn eine Creme für deine Haut zu leicht ist, darfst du die Menge erhöhen oder einen Schritt ergänzen, statt alles auszutauschen.

Frage 3: Reagierst du auf Duftstoffe oder neue Produkte?

Wenn deine Haut auf neue Produkte mit Brennen, Stechen oder Rötung reagiert, sollte deine Creme parfumfrei sein und so wenige Reizquellen wie möglich enthalten. Duftstoffe sind ein bekannter Auslöser von Kontaktallergien. Eine Studie im British Journal of Dermatology hat in fünf europäischen Ländern eine Zufallsstichprobe von 3'119 Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung im Epikutantest untersucht. Die vorsichtig geschätzte Häufigkeit einer Duftstoff-Kontaktallergie lag bei 1.9 Prozent, bei Frauen etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Das klingt nach wenig, betrifft aber nur die nachgewiesene Allergie. Hast du den Verdacht, auf einen Stoff allergisch zu reagieren, kann eine Dermatologin oder ein Dermatologe mit einem Epikutantest klären, worauf genau. Häufig beklagt wird ausserdem empfindliche Haut, die ohne Allergie auf Produkte reagiert. Eine Expertengruppe des International Forum for the Study of Itch hat sie in Acta Dermato-Venereologica als Syndrom definiert: unangenehme Empfindungen wie Stechen, Brennen, Schmerz, Juckreiz oder Kribbeln auf Reize, die normalerweise keine solchen Empfindungen auslösen, bei Haut, die normal aussehen oder gerötet sein kann, besonders im Gesicht.

Für die Auswahl heisst das: Kennst du solche Reaktionen von dir, ist eine Gesichtscreme ohne Duftstoffe keine Stilfrage, sondern ein Ausschlusskriterium. Reagierst du nie, ist Duft eine Frage der Vorliebe.

Führe nie zwei neue Produkte gleichzeitig ein. Wenn die Haut reagiert, weisst du sonst nicht, welches es war, und sortierst im Zweifel beide aus.

Frage 4: Brauchst du ein Serum unter der Creme?

Ein Serum unter der Creme lohnt sich, wenn deine Haut mehr Feuchtigkeit oder bestimmte Wirkstoffe braucht, als eine Creme allein liefern kann. Wann ein Produkt reicht und wie sich die beiden die Arbeit teilen, steht im Artikel zu Serum und Creme. Wer beides will, ohne zwei Produkte selbst kombinieren zu müssen, findet mit The Duo aus Essential Serum und Shield Creme ein aufeinander abgestimmtes Paar.

Frage 5: Wie viel Pflege wirst du wirklich täglich benutzen?

Die passende Creme ist die, die du morgens und abends tatsächlich aufträgst, und nicht die, die in einer achtteiligen Routine am besten aussieht. Je mehr Schritte eine Routine hat, desto öfter fällt einer weg, und desto schwerer lässt sich beurteilen, welches Produkt welchen Effekt hat. Frag dich deshalb ehrlich, wie viel Zeit du im Bad wirklich verbringst. Wenn die Antwort zwei Minuten lautet, sind zwei Produkte nach der Reinigung realistischer als fünf. Denk dabei auch an den Morgen: Viele Gesichtscremes, auch unsere, enthalten keinen Sonnenschutz, und dann gehört tagsüber ein separater Sonnenschutz dazu, der ebenfalls Platz in der Routine braucht. Und schliesslich gehört zu dieser Frage auch der ehrlichste Ausgang. Wenn deine heutige Creme nicht spannt, nicht brennt, du sie gern benutzt und deine Haut ruhig ist, brauchst du keine neue. Ein Wechsel lohnt sich erst, wenn mindestens eine der fünf Fragen ein klares Nein ergibt.

Ich habe Kompromisslos bewusst auf zwei Produkte statt acht reduziert, weil ich glaube, dass eine Routine nur wirkt, wenn sie durchgehalten wird. Das Serum und die Creme sind für eine bestimmte Haut gedacht: anspruchsvoll, empfindlich, trocken oder reif. Deshalb sind beide parfumfrei, und deshalb lege ich die Konzentrationen offen, damit du selbst prüfen kannst, was auf deine Haut kommt. Ehrlich gesagt heisst das auch: Wenn deine Haut sehr fettig und robust ist und deine jetzige Pflege gut funktioniert, brauchst du The Duo nicht zwingend. Nicht jede Haut braucht ein Serum und eine Creme. Was genau drin ist und wofür, findest du bei unseren Wirkstoffen mit offengelegten Konzentrationen.

Häufige Fragen

Ist ein Hauttyp-Test online zuverlässig

Ein Hauttyp-Test online ist nur ein grober Anhaltspunkt, und was stattdessen zählt, liest du im Artikel darüber, wie du nach Hautzustand statt nach Hauttyp pflegst.

Ändert sich die passende Creme mit dem Alter

Ja, oft verschiebt sich mit den Jahren die Antwort auf Frage 2. Viele Frauen merken mit den Jahren, dass die Haut trockener wird und eine Creme mit mehr Lipiden angenehmer ist. Das Alter allein entscheidet aber nicht, sondern das, was du auf der Haut spürst. Eine Creme, die gut funktioniert, musst du nicht wegen eines Geburtstags wechseln.

Kann ich eine Creme für Mischhaut verwenden, wenn meine Wangen trocken sind

Ja, wenn die Creme die Wangen ausreichend versorgt, ohne die T-Zone zum Glänzen zu bringen. In der Praxis hilft es oft, dieselbe Creme zu verwenden und die Menge anzupassen: auf den Wangen etwas mehr, in der T-Zone weniger. Wie du T-Zone und Wangen sonst noch gemeinsam pflegst, steht im Ratgeber zu Mischhaut.

Wie lange gebe ich einer neuen Creme Zeit

Wie sich eine Creme anfühlt, merkst du sofort, sichtbare Veränderungen am Hautbild brauchen dagegen Wochen. Welche Zeiträume realistisch sind, steht im Artikel wie lange es dauert, bis Hautpflege wirkt.

Muss ich im Winter eine andere Creme nehmen

Nicht zwingend, oft reicht im Winter etwas mehr von derselben Creme, und was trockene, reife Haut bei Kälte und Heizungsluft zusätzlich braucht, liest du unter Gesichtscreme im Winter.

Was ist wichtiger: Inhaltsstoffe oder Textur

Beides zählt, aber die Textur entscheidet zuerst, weil du eine Creme mit unangenehmer Textur nicht regelmässig benutzt. Inhaltsstoffe sind der zweite Filter: Sie sollten zu deinem Ziel aus Frage 1 passen und bei empfindlicher Haut ohne Duftstoffe auskommen. Eine lange Wirkstoffliste ersetzt keine Textur, mit der du dich wohlfühlst.

Für wen passt The Duo und für wen nicht

The Duo passt vor allem zu anspruchsvoller, empfindlicher, trockener oder reifer Haut, die eine parfumfreie Routine mit zwei Schritten möchte: Serum und Creme, morgens und abends. Für sehr fettige, robuste Haut, die mit ihrer heutigen Pflege gut zurechtkommt, ist es nicht zwingend nötig. Ist deine Haut sehr trocken, nimm etwas mehr Creme. Wie The Duo mit Serum und Creme aufgebaut ist, siehst du auf der Produktseite.

Quellen

  1. Purnamawati S, Indrastuti N, Danarti R, Saefudin T. The Role of Moisturizers in Addressing Various Kinds of Dermatitis: A Review. Clinical Medicine & Research, 2017. Quelle
  2. Diepgen TL, Ofenloch R, Bruze M, Cazzaniga S, Coenraads PJ, Elsner P et al. Prevalence of fragrance contact allergy in the general population of five European countries: a cross-sectional study. British Journal of Dermatology, 2015. Quelle
  3. Misery L, Ständer S, Szepietowski JC, Reich A, Wallengren J, Evers AW et al. Definition of Sensitive Skin: An Expert Position Paper from the Special Interest Group on Sensitive Skin of the International Forum for the Study of Itch. Acta Dermato-Venereologica, 2017. Quelle
The Duo - Serum & Gesichtscreme
Die minimalistische Routine

The Duo — Serum & Creme, mehr braucht es nicht

Niacinamid, Vitamin C, Hyaluronsäure und Ceramide in zwei aufeinander abgestimmten Produkten. Vegan, entwickelt in der Schweiz, 100 Tage Rückgaberecht.

The Duo entdecken
Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin