Umstellung auf Naturkosmetik: wie du Schritt für Schritt wechselst und worauf du achtest
NATURKOSMETIK
Die Umstellung auf Naturkosmetik gelingt am besten Produkt für Produkt statt mit einem Komplettaustausch über Nacht. Ersetze zuerst die Pflege, die am längsten auf der Haut bleibt, also Serum und Creme, und warte jeweils ein bis zwei Wochen, bevor das nächste neue Produkt dazukommt. So kannst du jede Reaktion einem Produkt zuordnen. Eine Entgiftungsphase gibt es dabei nicht: Pickel nach dem Wechsel haben einen Auslöser, den du suchen kannst, und sind kein Zeichen dafür, dass sich deine Haut umgewöhnt.
Was ändert sich an Textur, Duft und Konservierung, wenn du auf Naturkosmetik umstellst?
Wenn du auf Naturkosmetik umstellst, ändern sich vor allem drei Dinge: Die Texturen fühlen sich anders an, die Produkte riechen nach ihren Rohstoffen statt nach Parfum, und die Konservierung kommt mit einer kleineren Auswahl an Stoffen aus. Das andere Hautgefühl beginnt bei der Rezeptur. Viele konventionelle Cremes enthalten Silikone, die einen glatten, seidigen Film hinterlassen und das Verteilen erleichtern. Naturkosmetik verzichtet darauf und arbeitet mit pflanzlichen Emulgatoren, Ölen und Wachsen. Das gleitet beim Auftragen manchmal weniger, zieht anders ein oder fühlt sich zuerst etwas stumpfer an. Das ist ein Unterschied der Textur, nicht ein Prozess in deiner Haut. Warum der Glätteeffekt nichts über die Qualität einer Pflege aussagt, steht im Beitrag zu Silikonen in Kosmetik. Ebenfalls wichtig: Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Was ein Produkt erfüllen muss, legen erst private Standards fest, und welche davon etwas taugen, zeigt der Überblick zu den Naturkosmetik-Siegeln.
Beim Duft fällt der Unterschied oft am stärksten auf. Viele Naturkosmetik-Produkte sind mit ätherischen Ölen beduftet. Parfumfreie Produkte riechen dagegen nach dem, was drin ist: nach Pflanzenextrakten und Ölen, manchmal leicht erdig. In ihrer Bewertung auf Judge.me schreibt Joh. L. über unsere Produkte: «Der Geruch war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, da ich mir einen etwas frischeren/ blumigen Duft vorgestellt/ erhofft hatte.» Genau dieser Moment gehört zum Wechsel weg von parfümierter Pflege dazu.
Bei der Konservierung erlauben Naturkosmetik-Standards in der Regel eine kürzere Liste an Stoffen. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Molecules hält fest, dass natürliche antimikrobielle Stoffe wie ätherische Öle als Konservierer an Grenzen stossen: Sie verlieren in Verdünnung an Wirkung, hängen vom pH-Wert ab und riechen stark. Für dich heisst das praktisch: Verschliesse Tiegel und Flaschen nach jedem Gebrauch gut und greif nur mit sauberen Fingern hinein.
Wie schnell stellst du um: alles auf einmal oder ein Produkt nach dem anderen?
Stell lieber ein Produkt nach dem anderen um als alles auf einmal. Der Grund ist nicht, dass sich deine Haut langsam an Naturkosmetik gewöhnen müsste, sondern dass du nur so erkennst, welches Produkt was auslöst. Wechselst du Reinigung, Serum, Creme und Make-up am gleichen Wochenende und bekommst zehn Tage später Rötungen oder Unreinheiten, bleibt dir nur Raten. Dazu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen: Natürlich heisst nicht automatisch reizarm. Eine Auswertung im Fachjournal JAMA Dermatology prüfte 1'651 als natürlich oder «clean» vermarktete Pflegeprodukte aus dem US-Handel. 94.2 Prozent davon enthielten mindestens ein bekanntes Kontaktallergen, Duftstoffmischungen gehörten zu den häufigsten. Ob du auf einen neuen Stoff reagierst, zeigt dir deshalb nur der Test auf deiner eigenen Haut. In der Dermatologie gibt es dafür den wiederholten offenen Anwendungstest: Das Produkt wird zweimal täglich auf dieselbe kleine Stelle an der Innenseite des Unterarms aufgetragen, mindestens eine Woche lang, wie ein Beitrag in Advances in Dermatology and Allergology beschreibt. Für zu Hause lässt sich das einfach übernehmen:
- Testen: Trag das neue Produkt eine Woche lang zweimal täglich auf eine kleine Stelle an der Innenseite des Unterarms auf.
- Einführen: Bleibt die Stelle ruhig, kommt das Produkt ins Gesicht. Alle anderen Schritte deiner Routine bleiben unverändert.
- Beobachten: Gib dem Produkt ein bis zwei Wochen, bevor das nächste neue dazukommt.
- Notieren: Halte Datum und Produkt fest, damit du eine spätere Reaktion sicher zuordnen kannst.
Mit vier zu ersetzenden Produkten dauert eine saubere Umstellung damit rund einen bis zwei Monate. Schneller geht es, wenn du weniger Produkte ersetzen musst. Genau das ist der Gedanke hinter The Duo aus Serum und Gesichtscreme: Zwei Produkte übernehmen die Pflege nach der Reinigung, vegan, ohne Duftstoffe, Silikone und Mikroplastik. Passt es für dich nicht, gilt ein Rückgaberecht von 100 Tagen.
Führe ein neues Produkt nicht in einer Phase ein, in der deine Haut ohnehin gereizt ist, etwa nach einem Sonnenbrand oder einem kräftigen Peeling. Sonst kannst du nicht unterscheiden, ob die Rötung vom Produkt kommt oder schon vorher da war.
In welcher Reihenfolge ersetzt du deine Produkte?
Ersetze zuerst die Produkte, die am längsten auf deiner Haut bleiben, und zuletzt die, die du ohnehin wieder abwäschst. Serum und Creme liegen viele Stunden auf dem Gesicht, dort merkst du am deutlichsten, ob dir eine Rezeptur passt. Die Reinigung ist nach einer Minute wieder abgespült. Ist sie mild und verträglich, kann sie problemlos noch eine Weile bleiben. Wirkstoffprodukte wie Retinol oder Säure-Peelings tauschst du nicht im gleichen Zug aus, sondern prüfst separat, ob die neue Routine sie überhaupt abdeckt. Gerade bei reifer Haut lohnt dieser Blick, weil zertifizierte Standards einige gut untersuchte Wirkstoffe ausschliessen, wie der Beitrag zu Naturkosmetik für reife Haut zeigt. Den Sonnenschutz ersetzt du nur durch einen gleichwertigen, nie ersatzlos.
| Reihenfolge | Produkt | Warum an dieser Stelle | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| 1 | Gesichtscreme | Längste Kontaktzeit, prägt das Hautgefühl am stärksten | Parfum und ätherische Öle in der Zutatenliste |
| 2 | Serum | Bringt die Wirkstoffe direkt auf die Haut | Konzentrationen nachvollziehbar angegeben |
| 3 | Reinigung | Kurzer Kontakt, eilt am wenigsten | Mild, kein Spannen nach dem Waschen |
| 4 | Sonnenschutz | Der Schutz darf keine Lücke bekommen | Nur gegen einen gleichwertigen Lichtschutzfaktor tauschen |
| 5 | Make-up | Eigene Baustelle, kommt zuletzt | Gleich testen wie die Pflege |
Sind Pickel nach der Umstellung auf Naturkosmetik normal?
Pickel nach der Umstellung auf Naturkosmetik kommen vor, sind aber kein fester Teil des Wechsels und kein Zeichen einer Entgiftung. Die Vorstellung, dass die Haut nach konventioneller Pflege erst Rückstände ausscheiden oder sich umgewöhnen muss, hat keine fachliche Grundlage. Treten nach dem Wechsel Unreinheiten auf, lohnt sich die Suche nach dem Auslöser: etwa eine reichhaltigere Textur mit Ölen und Butter, die für deine Haut zu viel ist, ein Inhaltsstoff, auf den du reagierst, oder etwas, das mit dem Wechsel gar nichts zu tun hat, wie Stress oder hormonelle Schwankungen. Aus der Zutatenliste allein lässt sich das nicht ablesen. Eine Untersuchung im Journal of the American Academy of Dermatology testete fertige Kosmetikprodukte vier Wochen lang dreimal wöchentlich auf dem Rücken von sechs Testpersonen. Die Autoren kamen zum Schluss, dass Endprodukte mit als komedogen eingestuften Zutaten nicht zwangsläufig komedogen sind. Es zählt also die Rezeptur als Ganzes und wie deine Haut darauf antwortet.
Realistisch ist dieser Zeitverlauf: Rötungen, Juckreiz oder Brennen innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen sprechen eher für eine Reizung oder eine allergische Reaktion. Woher das kommt und wann du ein Produkt absetzt, erklärt der Beitrag Gesichtscreme brennt. Verstopfte Poren und Unreinheiten zeigen sich dagegen eher über Wochen, nicht ohne Grund rechnet die genannte Prüfmethode mit vier Wochen. Weil du nur ein Produkt nach dem anderen eingeführt hast, kannst du die Reaktion zuordnen. Ob ein Produkt mit Säuren oder Retinoiden vorübergehend Unreinheiten hervorholt oder schlicht nicht passt, klärt der Beitrag Purging oder Unverträglichkeit. Bei starken, schmerzhaften oder anhaltenden Entzündungen gehört die Abklärung zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Was machst du mit deinen alten Produkten?
Angebrochene Produkte, die du gut verträgst, kannst du in Ruhe aufbrauchen. Wichtig ist nur, dass sich in deiner Routine nichts anderes ändert, solange du ein neues Produkt im Gesicht testest. Eine konventionelle Gesichtscreme kann als Hand- oder Fusspflege weiterlaufen, eine milde Reinigung benutzt du bis zum Ende, bevor du sie ersetzt. Ungeöffnete Produkte kannst du verschenken. Prüfe bei allem Angebrochenen das PAO-Symbol: Die Zahl mit dem M gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen haltbar ist. Riecht etwas ranzig oder haben sich Farbe oder Konsistenz verändert, ist es nichts mehr fürs Gesicht. Reste gehören in den Kehricht, nicht in den Abfluss, leere Verpackungen trennst du nach Material. Aus Prinzip wegwerfen musst du nichts. Die Umstellung ist keine Aufräumaktion, sondern eine Entscheidung für deine nächsten Käufe. Welche Kriterien dabei zählen, von der vollständigen Zutatenliste bis zu klaren Rückgabebedingungen, steht im Ratgeber zu Naturkosmetik in der Schweiz.
Ich habe Kompromisslos bewusst auf zwei Produkte begrenzt, weil kaum jemand eine Umstellung mit acht neuen Tiegeln sauber durchzieht. Mit Serum und Creme ersetzt du die Pflege nach der Reinigung, und du siehst klar, was jedes Produkt tut. Beide sind vegan, ohne Duftstoffe, Silikone und Mikroplastik, mit Edelweiss und Enzianwurzel aus der Schweiz. Was ich dir nicht verspreche: dass alles darin direkt aus der Natur stammt. Konserviert wird mit Sodium Levulinate und Sodium Benzoate, und das zweite ist synthetisch. Das steht offen in unserer Liste aller Inhaltsstoffe. Einen Sonnenschutz enthält die Creme nicht, den behältst du tagsüber separat. Und eine Reinigung verkaufen wir nicht. Wenn deine heutige mild ist, brauchst du keine neue.
Häufige Fragen
Muss ich bei der Umstellung auch die Reinigung wechseln
Nein, nicht zwingend. Die Reinigung bleibt nur kurz auf der Haut. Ist sie mild und hinterlässt kein Spannungsgefühl, kann sie bleiben, auch wenn sie keine Naturkosmetik ist. Tausche sie erst, wenn Serum und Creme sitzen, oder früher, wenn sie deine Haut austrocknet. Ein Wechsel nur wegen des Etiketts bringt deiner Haut nichts.
Kann ich Retinol oder Säuren während der Umstellung weiter verwenden
Ja, und am besten unverändert, während du die übrigen Produkte umstellst. Ändere nie Wirkstoff und Pflege gleichzeitig, sonst kannst du eine Reizung nicht zuordnen. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet in der Regel auf synthetisches Retinol. Ob du es ersetzen willst, entscheidest du separat, wenn die neue Pflege eingespielt ist.
Kann ich Naturkosmetik und konventionelle Produkte mischen
Ja, problemlos. Deine Haut unterscheidet nicht danach, ob ein Produkt ein Siegel trägt, sondern reagiert auf die einzelnen Inhaltsstoffe und die Textur. Viele behalten etwa ihren Sonnenschutz oder ein bewährtes Wirkstoffprodukt. Wo sich die beiden Ansätze wirklich unterscheiden, zeigt der Vergleich Naturkosmetik oder konventionelle Kosmetik.
Reicht es, bei der Umstellung auf vegane Produkte zu achten
Nein, denn vegan ist nicht dasselbe wie Naturkosmetik. Vegan heisst ohne tierische Inhaltsstoffe, Naturkosmetik betrifft die Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe. Ein veganes Produkt kann synthetische Stoffe enthalten, und Naturkosmetik kann Bienenwachs oder Honig enthalten. Wenn dir beides wichtig ist, prüfst du beides separat. Woran du vegane Gesichtspflege sicher erkennst, verrät dir die Zutatenliste, nicht das Etikett.
Gibt es Naturkosmetik ganz ohne Duft
Ja, aber längst nicht jede. Viele Naturkosmetik-Produkte sind mit ätherischen Ölen beduftet, die ebenfalls zu den Duftstoffen zählen. Achte in der Zutatenliste auf Parfum, ätherische Öle sowie Limonene oder Linalool. Was die Angabe parfumfrei tatsächlich garantiert, erklärt der Beitrag zur Gesichtscreme ohne Duftstoffe.
Kann ich mein Make-up bei der Umstellung behalten
Ja, Make-up kannst du behalten und als letztes umstellen. Neue Pflege und neues Make-up gleichzeitig machen Reaktionen unübersichtlich. Wie lange die Pflege vor dem Schminken einziehen sollte, steht im Beitrag zur Pflege unter Make-up.
Wie stelle ich mit The Duo auf eine einfache Routine um
Ersetze dein bisheriges Serum und deine Creme durch The Duo und lass Reinigung und Sonnenschutz zunächst unverändert. Teste beide Produkte wie oben am Unterarm und führe sie nacheinander ein, mit ein bis zwei Wochen Abstand. Danach gilt morgens und abends nach dem Reinigen: 3 bis 6 Tropfen Serum, dann 3 bis 6 Pumpstösse Creme, jeweils von der Gesichtsmitte nach aussen und über den Hals einmassiert. So steht deine Routine mit The Duo nach drei bis vier Wochen.
Quellen
- Young PA, Gui H, Bae GH. Prevalence of Contact Allergens in Natural Skin Care Products From US Commercial Retailers. JAMA Dermatology, 2022. Quelle
- Kaliyadan F, Jayasree P, Ashique KT. Practical suggestions to improve standardization of repeated open application testing (ROAT) for daily use products. Advances in Dermatology and Allergology, 2022. Quelle
- Draelos ZD, DiNardo JC. A re-evaluation of the comedogenicity concept. Journal of the American Academy of Dermatology, 2006. Quelle
- Halla N, Fernandes IP, Heleno SA, Costa P, Boucherit-Otmani Z, Boucherit K, et al. Cosmetics Preservation: A Review on Present Strategies. Molecules, 2018. Quelle
