CBD-Creme fürs Gesicht: was CBD und Hanfsamenöl können und was die Schweizer Regeln erlauben
WIRKSTOFFE
Eine CBD-Creme fürs Gesicht ist in der Schweiz erlaubt, solange der THC-Gehalt unter 1.0 Prozent bleibt und sie nicht mit einer Heilwirkung beworben wird. Was CBD auf der Haut tatsächlich leistet, ist allerdings dünn belegt: Laborversuche zeigen Effekte auf Talgdrüsenzellen, gute Studien mit CBD-Gesichtspflege an Menschen fehlen weitgehend. Hanfsamenöl ist etwas anderes, nämlich ein linolsäurereiches Pflegeöl praktisch ohne CBD. Entscheidend ist deshalb, was in welcher Menge auf der INCI-Liste steht, nicht das Hanfblatt auf der Packung.
Was ist der Unterschied zwischen CBD, Hanfextrakt und Hanfsamenöl?
CBD, Hanfextrakt und Hanfsamenöl stammen von derselben Pflanze, sind in der Kosmetik aber drei verschiedene Rohstoffe. CBD, ausgeschrieben Cannabidiol, ist ein einzelnes Cannabinoid, das vor allem in Blüten und Blättern der Hanfpflanze vorkommt. Für Kosmetik wird es entweder als Reinstoff zugesetzt oder steckt in einem Extrakt. Ein Hanfextrakt ist ein Auszug aus Blättern oder Blüten, der je nach Herstellung CBD, weitere Cannabinoide und andere Pflanzenstoffe enthält, und zwar in schwankender Menge. Hanfsamenöl wird dagegen aus den Samen gepresst. Die Samen enthalten von Natur aus höchstens Spuren von Cannabinoiden, deshalb ist Hanfsamenöl ein Pflegeöl wie Sonnenblumen- oder Jojobaöl und kein CBD-Produkt.
Genau hier entsteht die meiste Verwirrung im Regal. Eine Creme mit «Hanf» oder «Cannabis» im Namen kann CBD enthalten, nur Samenöl oder beides. Das grüne Blatt auf der Verpackung verrät dir das nicht, die Zutatenliste schon.
| Rohstoff | INCI-Name | Enthält CBD | Rolle in der Pflege |
|---|---|---|---|
| Isoliertes CBD | Cannabidiol | Ja, als Reinstoff | Wirkstoff, auf der Haut wenig untersucht |
| Hanfextrakt aus Blättern oder Blüten | Cannabis Sativa Leaf Extract | Je nach Extrakt, Menge selten angegeben | Wirkstoffmischung mit schwankender Zusammensetzung |
| Hanfsamenöl | Cannabis Sativa Seed Oil | Nein, höchstens Spuren | Pflegeöl mit viel Linolsäure |
Was kann eine CBD-Creme im Gesicht laut Studien wirklich?
Nach heutiger Studienlage ist für eine CBD-Creme im Gesicht wenig nachgewiesen: Es gibt interessante Laborbefunde, aber kaum aussagekräftige Studien an Menschen. Die meistzitierte Arbeit stammt aus dem Labor: Eine Untersuchung im Journal of Clinical Investigation zeigte, dass CBD in kultivierten menschlichen Talgdrüsenzellen und in Hautproben die Talgbildung bremste und entzündliche Signalwege dämpfte. Das ist ein interessanter Mechanismus. Zellkultur ist aber keine Gesichtshaut, und aus einem Laborversuch lässt sich nicht ableiten, was eine fertige Creme mit unbekannter CBD-Menge nach dem Auftragen bewirkt.
Näher an der Praxis ist eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse, die 2025 in Frontiers in Pharmacology erschien. Sie wertete 17 Studien mit insgesamt 3'359 Teilnehmenden aus, in denen Cannabinoide und Cannabisextrakte bei Hauterkrankungen eingesetzt wurden. Statistisch signifikant war nur ein kleiner Rückgang von Juckreiz. Für Hauttrockenheit, Rötung und den Wasserverlust über die Haut fanden die Autoren keinen signifikanten Effekt, und sie fordern grössere, standardisierte Studien. Ehrlich eingeordnet heisst das: CBD ist kein Wirkstoff, der nach heutigem Wissen bewährte Bausteine wie Niacinamid, Ceramide oder Feuchthaltestoffe ersetzt. Wer sich von einer CBD-Creme eine spürbar ruhigere Haut erhofft, kauft vor allem eine Hoffnung.
Was bringt Hanfsamenöl als Pflegeöl für die Haut?
Hanfsamenöl bringt der Haut vor allem Lipide: Es ist ein leichtes, gut einziehendes Pflegeöl mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, allen voran Linolsäure. Linolsäure ist ein Baustein bestimmter Barrierelipide der Haut, deshalb passt ein linolsäurereiches Öl gut zu Haut, die sich trocken oder rau anfühlt. Mehr als ein solides Pflegeöl ist Hanfsamenöl aber nicht, mit CBD hat es praktisch nichts zu tun.
Zu Hanfsamen auf der Haut gibt es kaum Studien. Eine Untersuchung im Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences liess gesunde Männer zwölf Wochen lang zweimal täglich eine Creme mit 3% Hanfsamenextrakt auf eine Wange und eine wirkstofffreie Grundcreme auf die andere auftragen. Auf der Seite mit Extrakt sanken Talg- und Rötungswerte signifikant stärker, die Creme wurde gut vertragen. Das ist eine einzelne Studie mit einem Extrakt, nicht mit reinem Öl, und sie lässt sich nicht einfach auf jedes Hanfprodukt übertragen. Zur Frage, ob Hanfsamenöl Poren verstopft: Es gilt eher als leichtes Öl, ob es bei dir Unreinheiten auslöst, hängt aber von Rezeptur und Haut ab. Was solche Listen taugen, erklärt der Beitrag darüber, welche Öle als komedogen gelten.
Hanfsamenöl wird wegen seiner vielen ungesättigten Fettsäuren schnell ranzig. Kauf kleine Flaschen, lagere sie kühl und dunkel und verwende sie zügig. Riecht das Öl muffig oder nach Farbe, gehört es nicht mehr ins Gesicht.
Ob ein reines Öl in deiner Routine überhaupt eine Lücke füllt oder nur einen Schritt mehr bedeutet, hängt davon ab, was du schon verwendest. Die Abwägung zwischen Serum oder Gesichtsöl klärt das ausführlich.
Ist CBD in Kosmetik in der Schweiz erlaubt, und was gilt für den THC-Gehalt?
Ja, CBD ist in Kosmetik in der Schweiz erlaubt, aber nur unter strengen Bedingungen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hält fest, dass Kosmetika keine Betäubungsmittel enthalten dürfen. CBD gilt nicht als Betäubungsmittel, weil es anders als THC nicht berauschend wirkt. Entscheidend ist der THC-Gehalt: Liegt er bei 1.0 Prozent oder höher, wird das Produkt als Betäubungsmittel eingestuft. Eine CBD-Creme ist also nur zulässig, wenn ihr THC-Gehalt darunter bleibt.
Für die Sicherheit orientiert sich das BLV an einer wissenschaftlichen Einschätzung des EU-Ausschusses für Verbrauchersicherheit SCCS vom März 2026. Demnach gilt CBD in Kosmetik bis zu einer Konzentration von 0.19% als unbedenklich, THC-Verunreinigungen bis 0.00025%. Diese Werte sind laut BLV keine rechtlich verbindliche Grenze, wer sie überschreitet, muss das im Sicherheitsbericht aber begründen. Zwei weitere Punkte sind für dich als Käuferin relevant. Erstens dürfen Kosmetika in der Schweiz nicht mit einer therapeutischen Wirkung beworben werden. Zweitens rät das BLV von hochkonzentrierten CBD-Ölen ab, die als Mundpflege verkauft werden, weil sie Heilmitteln ähneln und die Dosierung schwer zu kontrollieren ist. CBD-Tropfen zum Einnehmen und CBD-Arzneimittel sind hier nicht Thema: Laut einer gemeinsamen Vollzugshilfe von Swissmedic, BAG und BLV ist für Heilmittel Swissmedic zuständig, für Lebensmittel und Kosmetika das BLV.
Woran erkennst du auf der INCI-Liste, wie viel Hanf wirklich drin ist?
Auf der INCI-Liste erkennst du Hanf an den lateinischen Namen, die Menge siehst du dagegen nur ungefähr an der Position. Diese Bezeichnungen sind die wichtigsten:
- Cannabidiol: isoliertes CBD, der einzige Name, der eindeutig auf zugesetztes CBD hinweist.
- Cannabis Sativa Leaf Extract oder Cannabis Sativa Flower/Leaf/Stem Extract: Extrakt aus Blättern, Blüten oder Stängeln, der CBD enthalten kann, aber nicht muss.
- Cannabis Sativa Seed Oil: Hanfsamenöl, ein Pflegeöl ohne nennenswerten CBD-Gehalt.
- Cannabis Sativa Seed Extract: ein Auszug aus den Samen, ebenfalls kein CBD-Lieferant.
Die grösseren Bestandteile stehen in absteigender Menge, sehr kleine Mengen dürfen am Ende in beliebiger Reihenfolge folgen. Weil CBD in Kosmetik nur in kleinen Mengen eingesetzt wird, steht es oft weit hinten, und die Position allein sagt wenig. Viele Anbieter nennen stattdessen Milligramm pro Packung. Rechne das um: 50 mg CBD in 50 ml Creme entsprechen ungefähr 0.1%. Steht weder eine Prozent- noch eine Milligrammangabe da, weisst du schlicht nicht, wie viel drin ist. Wie du den Rest der Liste einordnest, steht im Beitrag, wie du die INCI-Liste richtig lesen kannst.
Für wen lohnt sich CBD-Kosmetik, und wann zahlst du nur für das Hanfblatt auf der Packung?
CBD-Kosmetik lohnt sich am ehesten für dich, wenn du neugierig bist, deine Grundpflege schon funktioniert und du die Menge auf der Packung findest. Als Ersatz für eine durchdachte Basis taugt sie nicht, weil die Wirkung auf der Haut zu wenig belegt ist. Für das Hanfblatt allein zahlst du, wenn ein Produkt CBD gross bewirbt, aber keine Konzentration nennt, wenn nur Hanfsamenöl drin ist und trotzdem «CBD» suggeriert wird oder wenn mit Begriffen wie Beruhigung bei Hautkrankheiten geworben wird. Prüf deshalb in dieser Reihenfolge:
- Steht Cannabidiol oder nur Cannabis Sativa Seed Oil auf der INCI-Liste.
- Ist die CBD-Menge in Prozent oder Milligramm deklariert.
- Stehen neben CBD bewährte Pflegebausteine mit nachvollziehbarer Rolle in der Liste.
- Verspricht die Werbung eine Wirkung bei Krankheiten. Dann ist Vorsicht angebracht.
Dieselben Fragen helfen auch sonst, etwa wenn du wissen willst, worauf du bei Naturkosmetik in der Schweiz achtest oder was hinter Clean Beauty steckt. Ehrlich zu unserem Produkt: The Duo enthält weder CBD noch Hanfsamenöl. Die Lipid- und Pflegerolle, die Hanfkosmetik verspricht, übernehmen dort offengelegte Bausteine: Ceramide NP, Squalan und Jojobaöl in The Shield, Panthenol und 5% Niacinamid im Duo, Aloe Vera als Basis beider Produkte. Wenn dir eine deklarierte Konzentration wichtiger ist als eine Trend-Zutat, findest du die Angaben direkt bei The Duo mit Serum und Creme. Dass zwei Produkte genügen können, beschreibt Barbara in ihrer Bewertung auf Judge.me so: «Ich finde es schön, das mit nur 2 Fläschchen zu erreichen.»
Auf der INCI-Liste von The Duo findest du keinen Hanf, und ich werde auch nicht so tun, als ob. Bei Trend-Zutaten finde ich eine Frage wichtiger als jede andere: Wie viel ist drin? Deshalb stehen unsere Hauptwirkstoffe mit Zahl da, nämlich 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure und 1% Zink PCA, gerechnet auf The Duo als Ganzes. Für andere Bausteine wie Ceramide, Bakuchiol oder Squalan nenne ich keine Prozente, und das sage ich auch so. Zwei Produkte statt acht heisst für mich, keine Zutat aufs Etikett zu setzen, nur weil sie gerade gesucht wird. Eine Creme ersetzt zudem keine Abklärung bei einer Fachperson. Alle Wirkstoffe mit ihren offengelegten Konzentrationen findest du an einem Ort.
Häufige Fragen
Macht eine CBD-Creme high oder fällt sie im Drogentest auf
Eine CBD-Creme macht nicht high, weil CBD laut BLV keine berauschende Wirkung hat. Beim Drogentest wird THC gesucht, nicht CBD. Da CBD-Kosmetik in der Schweiz THC enthalten darf, solange der Gehalt unter 1.0 Prozent bleibt, lässt sich ein Restrisiko nicht ganz ausschliessen. Wenn du getestet wirst, frag den Anbieter nach einer Laboranalyse des THC-Gehalts oder verzichte sicherheitshalber.
Wie viel CBD sollte eine Gesichtscreme enthalten
Eine wissenschaftlich belegte ideale Menge gibt es nicht, weil gute Wirksamkeitsstudien fehlen. Als Sicherheitsorientierung nennt der EU-Ausschuss SCCS, auf den sich das BLV stützt, Konzentrationen bis 0.19%. Höher dosierte Produkte sind nicht automatisch verboten, müssen ihre Sicherheit aber begründen. Wichtiger als eine hohe Zahl ist, dass überhaupt eine Menge deklariert ist.
Ist Hanfsamenöl komedogen
Hanfsamenöl gilt eher als leichtes Öl, das selten Poren verstopft, eine Garantie ist das aber nicht. Ob ein Öl bei dir Unreinheiten fördert, hängt von der fertigen Rezeptur, der Menge und deiner Haut ab. Teste ein neues Öl einige Wochen lang allein, bevor du weitere Produkte wechselst, dann erkennst du den Auslöser eindeutig.
Hilft CBD-Creme bei Akne, Rosazea oder Neurodermitis
Belegt ist das nicht. Laborversuche und erste Studien sind interessant, eine Übersichtsarbeit fand aber nur beim Juckreiz einen kleinen Effekt. Akne, Rosazea und Neurodermitis sind Hauterkrankungen, Diagnose und Therapie gehören zur Dermatologin oder zum Dermatologen. Was Pflege begleitend leisten kann, steht im Beitrag zu Hautpflege bei Rosazea.
Darf CBD-Kosmetik mit beruhigender oder entzündungshemmender Wirkung werben
Kosmetika dürfen in der Schweiz nicht mit einer therapeutischen Wirkung beworben werden, das gilt auch für CBD-Produkte. Laut der Vollzugshilfe von Swissmedic, BAG und BLV sind Hinweise auf heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkungen bei Krankheiten verboten. Aussagen wie «pflegt» oder «die Haut fühlt sich ruhiger an» beschreiben dagegen das Hautgefühl. Je medizinischer die Werbung klingt, desto skeptischer darfst du sein.
Kann ich CBD-Öl zum Einnehmen ins Gesicht geben
Davon ist abzuraten. CBD-Tropfen sind nicht als Gesichtspflege formuliert, ihre Konzentration ist oft hoch und die Trägeröle passen nicht unbedingt zu deiner Haut. Viele solcher Öle werden in der Schweiz als Mundpflege verkauft, das BLV rät davon ab und hält fest, dass viele davon illegal vermarktet werden. Für das Gesicht ist ein Kosmetikprodukt mit deklarierter Menge die sauberere Wahl.
Brauche ich CBD-Kosmetik, wenn ich The Duo benutze
Nein, zusätzliches CBD brauchst du nicht. The Duo deckt mit Serum und Creme Feuchtigkeit, Barrierepflege und die Hauptwirkstoffe mit offengelegten Konzentrationen ab. Wenn du ein Hanfsamenöl magst, kannst du es an sehr trockenen Stellen ausprobieren. Die Basis bleibt aber das Duo aus Serum und Gesichtscreme, morgens und abends.
Quellen
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. Cannabidiol (CBD) in Kosmetika. blv.admin.ch, abgerufen 2026. Quelle
- Oláh A, Tóth BI, Borbíró I, Sugawara K, Szöllõsi AG, Czifra G, et al. Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytes. Journal of Clinical Investigation, 2014. Quelle
- Sermsaksasithorn P, Nopsopon T, Samuthpongtorn C, Chotirosniramit K, Pongpirul K. Cannabis and cannabinoids in dermatology: a systematic review and meta-analysis of quantitative outcomes. Frontiers in Pharmacology, 2025. Quelle
- Ali A, Akhtar N. The safety and efficacy of 3% Cannabis seeds extract cream for reduction of human cheek skin sebum and erythema content. Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences, 2015. Quelle
- Fachgremium für Abgrenzungsfragen (Swissmedic, BAG, BLV, KAV, VKCS). Produkte mit Cannabidiol (CBD) und anderen Cannabinoiden, die nicht dem Betäubungsmittelrecht unterliegen: Überblick und Vollzugshilfe, Version 8.0. blv.admin.ch, 2025. Quelle
