K-Tipp Gesichtscreme Test: was er misst und was du selbst prüfen musst

TESTS UND VERGLEICHE

Ein K-Tipp Gesichtscreme Test prüft im Kern drei Dinge: wie stark eine Creme die Hautfeuchtigkeit im Labor erhöht, wie angenehm sie sich auftragen lässt und ob sie heikle Inhaltsstoffe enthält. Er sagt nichts darüber, wie deine Haut nach acht Wochen aussieht und ob die Formulierung zu deinem Hautzustand passt.

Die Einordnung über alle Tests hinweg: Gesichtscreme Testsieger Schweiz.

Was misst ein K-Tipp Gesichtscreme Test genau?

Gemessen wird vor allem die Hautfeuchtigkeit, und zwar im Labor an einer kleinen Gruppe von Testpersonen. Für einen Test getönter Tagescremes liess der K-Tipp die Produkte bei einem externen Labor prüfen: An zehn Frauen zwischen 29 und 60 Jahren wurde mit einem Corneometer gemessen, wie sich der Feuchtigkeitswert der Haut kurz vor sowie vier und acht Stunden nach dem Auftragen verändert, jeweils an den Innenseiten der Unterarme. Dazu kamen die Beurteilung der Anwendung und eine Analyse auf unerwünschte Inhaltsstoffe. Wer wissen will, was tatsächlich in einem Produkt steckt, kommt an der vollständigen Inhaltsstoffliste ohnehin nicht vorbei. Die Messung selbst ist eine saubere, nachvollziehbare Methode für genau eine Frage: Wie viel Wasser hält die Creme über einige Stunden in der obersten Hautschicht. Was du daraus nicht ableiten kannst, ist die Frage, die dich beim Kauf eigentlich umtreibt. Wie sieht meine Haut in zwei Monaten aus, wenn ich dieses Produkt morgens und abends benutze.

Sagt der Preis etwas über das Testergebnis aus?

Nein, und das zeigen die Tests seit Jahren sehr deutlich. Der K-Tipp berichtete über eine Prüfung von 14 Gesichtscremes für trockene Haut, bei der sich 22 Frauen zwei Wochen lang morgens und abends eincremten. Am meisten Feuchtigkeit spendete ein Produkt für knapp 17 Franken. Eine Discounter-Eigenmarke für 3 Franken befeuchtete etwas weniger, schnitt aber immer noch gut ab, während ein rund zehnmal teureres Markenprodukt am Ende der Tabelle landete. Der Preis eines Produkts ist also kein Qualitätssignal, weder nach oben noch nach unten. Er sagt etwas über Marketingbudget, Verpackung, Vertriebsweg und Rohstoffkosten aus, und diese vier Dinge stehen in keinem festen Verhältnis zueinander. Sinnvoller als der Blick aufs Preisschild ist der Preis pro Anwendung. Rechne den Flaschenpreis auf die Reichweite um, dann vergleichst du Beträge, die tatsächlich etwas miteinander zu tun haben.

Was ein Cremetest nicht misst

Nicht gemessen werden Verträglichkeit über Wochen, der Aufbau der Hautbarriere und die Frage, ob die Konzentration eines Wirkstoffs überhaupt sinnvoll gewählt ist. Ein Corneometer erfasst einen Zustand zu einem Zeitpunkt. Deine Haut verändert sich aber über Wochen, abhängig von Jahreszeit, Hormonlage, Stress und davon, wie ruhig deine Routine ist. Dazu kommt: Viele Tests prüfen entweder die Befeuchtung oder die Inhaltsstoffe, selten beides in derselben Tiefe. In einem Test getönter Tagescremes wurde ausdrücklich vor allem die Anwendung bewertet, in einem anderen wurden die Inhaltsstoffe gar nicht geprüft. Ein Gesamturteil kann deshalb je nach Testanlage etwas völlig anderes bedeuten. Ebenfalls nicht geprüft wird, ob zwei Produkte zusammenpassen, obwohl genau das im Alltag entscheidet, ob eine Routine ruhig läuft oder sich gegenseitig stört. Wenn du zwei Tests nebeneinander legst, lies immer zuerst, was gemessen wurde, dann die Zusammensetzung der Stichprobe, und erst danach die Rangliste.

Was ein Test misst Was daraus folgt Was du selbst prüfen musst
Feuchtigkeitswert nach 4 bis 8 Stunden Die Creme hält kurzfristig Wasser in der Haut Wie deine Haut nach 6 bis 8 Wochen aussieht
Heikle Inhaltsstoffe im Labor Bestimmte Substanzen sind nachweisbar oder nicht Ob du persönlich auf Duftstoffe reagierst
Anwendung und Hautgefühl Die Textur gefällt einer Testgruppe Ob die Textur zu deinem Hautzustand passt
Preis pro 100 Milliliter Der Literpreis ist vergleichbar Der Preis pro Anwendung über die ganze Flasche

Warum du kleine Schweizer Marken in den Tests kaum findest

Konsumententests ziehen ihre Stichprobe fast immer aus dem breiten Detailhandel, also aus Migros, Coop, Drogerien, Discountern und grossen Onlineshops. Das ist logisch, weil ein Test für möglichst viele Leserinnen relevant sein soll und weil die getesteten Produkte überall erhältlich sein müssen. Kleine Schweizer Marken, die direkt verkaufen, tauchen in dieser Auswahl praktisch nie auf. Das heisst nicht, dass sie besser oder schlechter sind, es heisst nur, dass sie nicht Teil der Stichprobe waren. Damit das klar ist: Unser Duo aus Serum und Creme wurde vom K-Tipp nie getestet. Wir führen kein Testsiegel, wir schreiben kein Testurteil auf die Verpackung und wir werden auch keines erfinden. Was wir stattdessen tun, ist jede relevante Konzentration offenzulegen, damit du selbst vergleichen kannst. Im Duo aus Serum und Creme stecken 5% Niacinamid, 2% Hyaluronsäure und 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure.

Wie du ein Testergebnis für deine eigene Entscheidung nutzt

Nutze einen Test als Filter, nicht als Kaufbefehl. Konkret heisst das drei Dinge. Erstens: Lies die Testkriterien, bevor du die Rangliste liest, denn ein Sieg in der Kategorie Befeuchtung sagt nichts über die Inhaltsstoffe aus und umgekehrt. Zweitens: Schau, ob die getestete Produktkategorie überhaupt deine ist, denn eine getönte Tagescreme, eine Nachtcreme und ein Serum lösen unterschiedliche Aufgaben. Drittens: Gleiche das Ergebnis mit deinem Hautzustand ab, nicht mit deinem Hauttyp. Wenn deine Haut aktuell spannt und gerötet ist, ist eine Creme, die im Labor stark befeuchtet, aber Duftstoffe enthält, für dich möglicherweise die schlechtere Wahl als ein unauffälliges Produkt aus dem Mittelfeld. Genau aus diesem Grund haben wir unsere Pflege auf zwei Produkte reduziert, die aufeinander abgestimmt sind. Wie wir dieses Denken auf die Wirkstoffauswahl übertragen, liest du im Vergleich Vitamin C oder Niacinamid.

Wann ein Testsieger für deine Haut die falsche Wahl ist

Ein Testsieger ist dann die falsche Wahl, wenn er genau die Substanz enthält, auf die deine Haut reagiert. Das ist kein theoretischer Fall. In einem Test von zwölf Gesichtscremes für trockene Haut versorgte nur ein einziges Produkt die Haut über 24 Stunden ausreichend mit Feuchtigkeit, und ausgerechnet dieses enthielt Duftstoffe, die Allergien auslösen können. In einem anderen Test erhielt keine der zwölf geprüften Tagescremes die Bestnote, weil auch die vier bestplatzierten Produkte je eine problematische Substanz enthielten. Für empfindliche Haut heisst das: Die Rangliste ist der falsche Startpunkt. Beginne bei der Liste der Inhaltsstoffe und streiche, was du nicht verträgst. Erst dann schaust du, welches der übrigen Produkte gut abgeschnitten hat. Bei unruhigem Hautbild lohnt sich zusätzlich der Blick auf die Routine als Ganzes, dazu findest du mehr im Beitrag zu unreiner Haut.

Zwei Wochen sind zu kurz, um eine Pflege zu beurteilen. Rechne mit sechs bis acht Wochen, in denen du nichts anderes veränderst. Nur dann weisst du, was das Produkt tut und was der Sommer, der Schlaf oder die neue Reinigung getan haben.

Ich habe bewusst entschieden, keine Testurteile und keine Siegel auf unsere Verpackung zu drucken, obwohl ich weiss, dass das verkauft. Der Grund ist einfach: Ein Testurteil ist eine Momentaufnahme einer fremden Stichprobe, und ich kann dir nicht erklären, wie es zustande kam. Eine Prozentangabe kann ich dir erklären. Deshalb steht bei uns offen, wie viel Niacinamid, Hyaluronsäure oder Bakuchiol drin ist, statt eines Urteils, das jemand anderes gefällt hat. Das ist unbequemer, weil es vergleichbar macht, aber es ist die einzige Zahl, für die ich geradestehen kann. Wenn du unsere Pflege beurteilen willst, dann an deiner Haut nach acht Wochen und an dem, was Kundinnen in ihren Erfahrungsberichten schreiben. Dominic Bertschin

Häufige Fragen

Wo finde ich die K-Tipp Tests zu Gesichtscremes?

Die Tests erscheinen zuerst in der gedruckten Ausgabe und stehen danach im Testarchiv auf ktipp.ch. Ein Teil der Inhalte ist Abonnentinnen vorbehalten, die Zusammenfassung mit Testanlage und Gesamturteil ist meist frei einsehbar. Achte immer auf die Ausgabennummer und das Jahr, weil ältere Tests Produkte enthalten können, die es nicht mehr gibt.

Ist ein K-Tipp Testsieger automatisch die beste Creme für mich?

Nein. Ein Testsieger ist das Produkt, das in einer bestimmten Stichprobe nach bestimmten Kriterien am besten abgeschnitten hat. Ob es zu deiner Haut passt, hängt von deinem aktuellen Hautzustand und deiner Verträglichkeit ab. Lies zuerst die Testkriterien und die Inhaltsstoffe, danach erst die Rangliste.

Wurde The Duo von Kompromisslos vom K-Tipp getestet?

Nein. Unser Serum und unsere Creme waren in keinem K-Tipp Test und wir führen kein Testurteil. Konsumententests ziehen ihre Stichproben fast ausschliesslich aus dem breiten Detailhandel, kleine Direktvertriebs-Marken sind dort in der Regel nicht dabei. Statt eines Siegels legen wir die Konzentrationen aller relevanten Wirkstoffe offen.

Was ist der Unterschied zwischen K-Tipp, saldo und Kassensturz?

K-Tipp und saldo sind zwei Schweizer Konsumentenzeitschriften, die Produkttests veröffentlichen und Ergebnisse teilweise gegenseitig aufgreifen. Kassensturz ist die Konsumentensendung des Schweizer Fernsehens, die einzelne Tests gemeinsam mit saldo durchführt. Die Testanlagen unterscheiden sich, deshalb lohnt es sich, bei jedem Test die Methode nachzulesen.

Warum erhalten so wenige Gesichtscremes die Bestnote?

Weil viele Tests neben der Befeuchtung auch die Inhaltsstoffe bewerten und schon eine einzelne kritisch eingestufte Substanz das Gesamturteil senkt. In einem Test von zwölf Tagescremes erhielt keine die Bestnote, weil auch die vier bestplatzierten je einen problematischen Stoff enthielten. Das Urteil bewertet also mehr als nur die Pflegeleistung.

Wie lange sollte ich eine Gesichtscreme testen, bevor ich urteile?

Plane sechs bis acht Wochen ein und verändere in dieser Zeit nichts anderes an deiner Routine. Nach zwei Wochen siehst du höchstens, ob du die Textur magst und ob die Haut sie verträgt. Alles, was das Hautbild betrifft, braucht länger, weil sich die oberste Hautschicht laufend erneuert.

Sagt ein Cremetest etwas über Naturkosmetik aus?

Nur indirekt. Getestet werden einzelne Produkte, nicht Kategorien, und in denselben Tests schneiden Naturkosmetik-Produkte mal gut und mal schlecht ab. Aussagekräftig ist immer die konkrete Rezeptur: welche Wirkstoffe in welcher Konzentration, welche Duftstoffe und welche Konservierung. Das steht auf der Verpackung, nicht in der Rangliste.

Quellen

  1. K-Tipp, Diverse heikle Stoffe in Gesichtscremes, Ausgabe 17/2021. Quelle
  2. K-Tipp, Gesichtscremes im Test, Bericht über eine Prüfung der Stiftung Warentest, 2024. Quelle
  3. saldo, Gesichtscremes für trockene Haut, Ausgabe 20/2023, zusammengefasst im Testarchiv von ktipp.ch. Quelle
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À propos de l’auteur : Dominic Bertschin est le fondateur de Kompromisslos et développe des soins minimalistes et vegan pour le marché suisse. Chaque article s’appuie sur son travail de formulation de nos propres soins. En savoir plus sur Dominic Bertschin