Schweizer Naturkosmetik-Marken im Überblick: welche zu dir passt

SCHWEIZER NATURKOSMETIK

Schweizer Naturkosmetik-Marken lassen sich grob in vier Gruppen einteilen: Traditionshäuser, Eigenmarken des Detailhandels, kleine Manufakturen und junge Direktmarken. Welche zu dir passt, hängt weniger vom Namen ab als von drei Fragen: Wo wird produziert, wie offen sind die Inhaltsstoffe deklariert und wie viele Produkte willst du wirklich benutzen.

Welche Schweizer Naturkosmetik-Marken gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Der Schweizer Markt teilt sich in vier Typen von Marken, die sich in Sortimentsbreite, Preis und Nähe zur Produktion deutlich unterscheiden. Da sind erstens die Traditionshäuser mit Jahrzehnten Geschichte und einem Sortiment von der Handcreme bis zur Zahnpasta. Zweitens die Eigenmarken des Detailhandels, die du in jeder Filiale findest und die vor allem über Preis und Verfügbarkeit funktionieren. Drittens kleine Manufakturen, oft Seifen, Öle und Balsame, teilweise von Hand hergestellt und in kleinen Chargen. Und viertens junge Direktmarken, die online verkaufen, ein schmales Sortiment führen und ihre Wirkstoffe meist offen ausweisen. In diese vierte Gruppe gehören wir mit unserem Serum und der Creme. Namen wie Weleda, Farfalla, Soeder, Biokosma oder Naturaline tauchen in fast jeder Übersicht zu Schweizer Naturkosmetik auf, decken aber ganz unterschiedliche dieser vier Gruppen ab. Quer durch alle vier Typen ziehen sich Alpenpflanzen als Rohstoff, etwa Edelweiss oder Enzianwurzel-Extrakt. Das ist Teil der Erzählung, sagt aber noch nichts über die Menge im fertigen Produkt.

Markentyp Typisch dafür Wo du sie findest Passt, wenn du
Traditionshaus Breites Sortiment, bekannte Rezepturen, oft zertifiziert Drogerie, Apotheke, Onlinehandel alles aus einer Hand willst
Detailhandels-Eigenmarke Günstiger Preis, grosse Stückzahlen, klare Basispflege Filialen der grossen Detailhändler preisbewusst einkaufst
Manufaktur Kleine Chargen, Seifen und Öle, oft regionale Rohstoffe Hofläden, Märkte, eigener Onlineshop Handarbeit und Regionalität suchst
Direktmarke online Schmales Sortiment, offene Wirkstoffangaben, kein Zwischenhandel Ausschliesslich im eigenen Shop wenige Produkte gezielt einsetzen willst

Was bedeutet es, wenn sich eine Marke als Schweizer Marke bezeichnet?

Ein Schweizer Markenname sagt für sich allein noch nichts darüber aus, wo ein Produkt hergestellt wird. Rechtlich geregelt ist nur die Herkunftsangabe selbst. Für industriell hergestellte Produkte, zu denen Kosmetik zählt, gilt laut dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum, dass mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen müssen und dass der Schritt, der dem Produkt seine wesentlichen Eigenschaften verleiht, ebenfalls hier stattfinden muss. Wer diese Schwelle nicht erreicht, darf trotzdem einzelne Tätigkeiten ausloben, etwa Entwicklung oder Abfüllung in der Schweiz, aber nicht das Produkt als Ganzes als Schweizer Produkt bezeichnen. Für dich heisst das im Alltag: Ein Firmensitz in Zürich, ein Edelweiss auf der Verpackung und ein deutscher Markenname sind drei verschiedene Dinge. Wenn dir die Herkunft wichtig ist, such auf der Website nach einer konkreten Aussage zu Produktion und Abfüllung statt nach Symbolen.

Woran erkennst du, ob hinter dem Wort Naturkosmetik etwas steht?

Naturkosmetik ist kein rechtlich definierter Begriff, deshalb sagt das Wort auf der Verpackung für sich genommen wenig aus. Orientierung geben private Standards wie NATRUE oder COSMOS, die festlegen, welche Rohstoffe zulässig sind und welche nicht. NATRUE arbeitet mit zwei Stufen, Naturkosmetik und Biokosmetik, und verlangt für die höhere Stufe, dass mindestens 95 Prozent der natürlichen und naturnahen Substanzen aus zertifiziert biologischem Anbau stammen. Zertifiziert wird nicht vom Label selbst, sondern von unabhängigen akkreditierten Stellen. Fehlt ein Siegel, ist die Marke nicht automatisch schlechter. Dann zählt aber, wie transparent sie kommuniziert: Steht die vollständige INCI-Liste online, bevor du bestellst, werden die eingesetzten Wirkstoffe mit Konzentration genannt, und erfährst du, worauf bewusst verzichtet wurde. Je konkreter die Antworten, desto besser kannst du selbst beurteilen, ob ein Produkt zu deiner Haut passt.

Vegan und Naturkosmetik sind nicht dasselbe. Vegan heisst nur, dass keine tierischen Rohstoffe enthalten sind. Eine vegane Formulierung kann synthetische Stoffe enthalten, eine zertifizierte Naturkosmetik umgekehrt Bienenwachs oder Lanolin.

Worauf solltest du beim Kauf von Schweizer Naturkosmetik achten?

Beim Kauf lohnen sich vier Prüfschritte, die dich zusammen keine fünf Minuten kosten. Erstens die Inhaltsstoffliste: Sie steht in absteigender Reihenfolge des Anteils, was ganz vorne steht, macht den grössten Teil der Rezeptur aus. Zweitens die Wirkstoffangaben: Eine Marke, die 5 Prozent Niacinamid oder 2 Prozent Hyaluronsäure ausweist, macht sich vergleichbar, eine Marke ohne Zahlen nicht. Nützlich ist ausserdem zu wissen, welche Wirkstoffe sich nebeneinander gut vertragen, bevor du zwei Marken kombinierst. Drittens die Verträglichkeit: Duftstoffe, auch natürliche ätherische Öle, gehören zu den häufigeren Auslösern von Reaktionen bei empfindlicher Haut. Viertens die Rückgabebedingungen, denn Hautpflege lässt sich erst nach einigen Wochen beurteilen. Bei uns gelten deshalb 100 Tage Rückgaberecht, Versand für CHF 3.70 und ab CHF 60 gratis, Lieferung in 1 bis 3 Werktagen. Wie andere Kundinnen die Umstellung erlebt haben, liest du in den Rückmeldungen zum Duo.

Grosses Sortiment oder wenige Produkte: was passt besser zu dir?

Die Sortimentsbreite einer Marke ist der Unterschied, der deinen Alltag am stärksten prägt, und beide Wege haben ihre Berechtigung. Ein breites Sortiment gibt dir Auswahl: Reinigung, Toner, Augencreme, Maske, Sonnenschutz, alles aufeinander abgestimmt. Das ist sinnvoll, wenn du Pflege als Ritual magst und gern variierst. Ein schmales Sortiment nimmt dir diese Auswahl ab und macht dafür eine Sache leichter, nämlich das Beurteilen. Wenn du acht Produkte gleichzeitig neu einführst und deine Haut reagiert, weisst du nicht, worauf. Genau deshalb haben wir uns auf zwei Produkte beschränkt, ein Serum und eine Creme, zusammen als The Duo für CHF 109.90. Wie sie morgens und abends aufeinander folgen, steht in der Anwendungsanleitung. Eine Flasche reicht je nach Anwendungshäufigkeit 2 bis 4 Monate. Wenn du merkst, dass dir dabei etwas fehlt, kannst du jederzeit ergänzen, nur eben nacheinander statt gleichzeitig.

Wann ist eine andere Marke die bessere Wahl?

Es gibt vier Situationen, in denen du bei einer anderen Schweizer Marke besser aufgehoben bist als bei uns. Erstens, wenn du ein anerkanntes Naturkosmetik-Siegel brauchst, weil du dich daran orientierst: Wir tragen keines. Zweitens, wenn du Körperpflege, Haarpflege, Make-up oder Sonnenschutz suchst, denn davon haben wir nichts im Sortiment. Drittens, wenn Duft für dich zum Pflegeerlebnis gehört, dann wirst du bei Manufakturen mit ätherischen Ölen eher fündig. Viertens, wenn du eine akute Hautveränderung hast, die dich beunruhigt, also stark juckende, nässende oder plötzlich auftretende Stellen. Das gehört zur Dermatologin und nicht in eine Pflegeroutine, egal von welcher Marke. Kosmetik pflegt und unterstützt die Hautbarriere, sie ersetzt keine ärztliche Abklärung. Für alles dazwischen, also für eine ruhige tägliche Basispflege ohne ständigen Produktwechsel, ist ein schmales Sortiment eine ehrliche Option. Prüfe ehrlich, ob eine der vier Situationen auf dich zutrifft, bevor du bestellst.

Als ich Kompromisslos aufgebaut habe, stand die Frage nach einem Siegel früh im Raum. Ich habe mich dagegen entschieden und stattdessen die Konzentrationen offengelegt: 5 Prozent Niacinamid, 2 Prozent Hyaluronsäure, 2 Prozent Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure, 0.3 Prozent Bakuchiol, 2 Prozent Edelweiss-Extrakt und 2 Prozent Enzianwurzel-Extrakt, jeweils bezogen auf das Duo als Ganzes. Ein Siegel sagt dir, welche Rohstoffgruppen erlaubt sind. Eine Zahl sagt dir, wie viel Wirkstoff tatsächlich drin ist. Mir war das zweite wichtiger, weil ich selbst jahrelang Produkte gekauft habe, bei denen ich es nicht wusste. Wer ein Siegel als Orientierung braucht, ist bei einer zertifizierten Schweizer Marke besser aufgehoben, und das sage ich ohne Groll.

Häufige Fragen

Welche Schweizer Naturkosmetik-Marken gibt es?

In der Schweiz existieren vier Markentypen nebeneinander: Traditionshäuser, Eigenmarken der grossen Detailhändler, kleine Manufakturen und junge Direktmarken mit schmalem Sortiment. Namen wie Weleda, Farfalla, Soeder, Biokosma oder Naturaline tauchen in vielen Übersichten auf. Welche Marke zu dir passt, hängt von Sortimentsbreite, Transparenz und Preis ab.

Ist Schweizer Naturkosmetik automatisch besser für die Haut?

Nein, die Herkunft allein sagt nichts über die Verträglichkeit oder die Wirkstoffauswahl aus. Entscheidend sind die Rezeptur, die Konzentration der Wirkstoffe und ob deine Haut auf einzelne Bestandteile reagiert. Ein Schweizer Firmensitz ist ein Standortmerkmal, kein Qualitätsnachweis für deine individuelle Haut.

Bedeutet Schweizer Marke, dass in der Schweiz produziert wird?

Nicht zwingend. Als Schweizer Produkt bezeichnet werden darf ein Kosmetikprodukt erst, wenn mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen und der wesentliche Herstellungsschritt hier erfolgt. Ein Schweizer Firmenname oder Firmensitz allein erfüllt diese Kriterien nicht. Such nach einer konkreten Angabe zu Produktion und Abfüllung.

Woran erkenne ich echte Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist nicht gesetzlich geschützt, deshalb helfen entweder ein anerkanntes Siegel wie NATRUE oder COSMOS oder eine vollständig offengelegte Inhaltsstoffliste. Prüfe, ob die Marke die eingesetzten Wirkstoffe mit Prozentangabe nennt und ob sie beschreibt, worauf sie bewusst verzichtet. Konkrete Angaben schlagen allgemeine Naturversprechen.

Wo kann ich Schweizer Naturkosmetik kaufen?

Je nach Markentyp an unterschiedlichen Orten: Traditionsmarken in Drogerie und Apotheke, Eigenmarken in den Filialen der Detailhändler, Manufakturen auf Märkten und im eigenen Shop, Direktmarken ausschliesslich online. Der direkte Kauf im Herstellershop ist meist die einzige Möglichkeit, Fragen zur Rezeptur direkt beantwortet zu bekommen.

Ist zertifizierte Naturkosmetik immer die bessere Wahl?

Nein, ein Siegel ist eine Orientierungshilfe, kein Qualitätsurteil für deine Haut. Zertifizierungen legen zulässige Rohstoffgruppen fest, sagen aber nichts über die Konzentration der Wirkstoffe im fertigen Produkt. Eine nicht zertifizierte Marke, die ihre Werte offenlegt, kann für dich transparenter sein als ein Siegel ohne Zahlen.

Wie viele Produkte einer Marke brauche ich wirklich?

Für eine tägliche Basispflege reichen in der Regel wenige Produkte, weil sich Ergebnisse nur beurteilen lassen, wenn du nicht mehrere Dinge gleichzeitig änderst. Wir arbeiten deshalb mit einem Serum und einer Creme, morgens und abends, 3 bis 6 Tropfen und 3 bis 6 Pumpstösse. Zusätzliche Schritte sind möglich, aber nicht nötig.

Quellen

  1. Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, Herkunftskriterien für industrielle Produkte. Quelle
  2. NATRUE, Was macht das NATRUE-Label besonders. Quelle


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Niacinamid, Vitamin C, Hyaluronsäure und Ceramide in zwei aufeinander abgestimmten Produkten. Vegan, entwickelt in der Schweiz, 100 Tage Rückgaberecht.

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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin