Zucker und Hautalterung: was Glykation mit deiner Haut macht
HAUT AB 40
Zucker wirkt auf die Haut über Glykation: Zuckermoleküle wie Glukose und Fruktose heften sich ohne Enzym an Kollagen und Elastin im Bindegewebe. Daraus entstehen sogenannte AGEs (Advanced Glycation End Products), von denen manche Kollagenfasern miteinander vernetzen und steifer machen. Das passiert in jedem Körper und nimmt mit dem Alter zu, ein dauerhaft erhöhter Blutzucker beschleunigt es. Für die sichtbare Hautalterung ist Glykation ein Faktor unter mehreren, UV-Licht bleibt der grössere Hebel. Und gebildete AGEs löst keine Creme wieder auf.
Was ist Glykation, und was passiert dabei mit dem Kollagen in der Haut?
Glykation ist eine chemische Reaktion, bei der sich Zucker ohne Hilfe eines Enzyms an Eiweisse bindet, in der Haut vor allem an Kollagen und Elastin der Dermis. Am Anfang steht eine lose Verbindung, mit der Zeit entstehen daraus stabile Endprodukte, die AGEs. Der Dermatologe Frank Danby beschreibt den entscheidenden Schritt in Clinics in Dermatology so: Zucker vernetzt zwei Kollagenfasern fest miteinander, und beide lassen sich danach nicht mehr ohne Weiteres reparieren. Normalerweise ist Kollagen ein Netz aus Fasern, die gegeneinander gleiten und laufend erneuert werden. Verklebte Fasern werden starrer, brüchiger und schlechter abgebaut. Eine Übersichtsarbeit von Nguyen und Katta in Skin Therapy Letter führt typische Merkmale gealterter Haut, etwa eine geringere Widerstandskraft gegen mechanische Belastung und eine beeinträchtigte Wundheilung, zum Teil auf Glykation zurück. Dabei ist Glykation kein Sonderfall bei viel Zucker, sondern läuft in jedem Körper ab, solange Zucker im Blut zirkuliert. Die Frage ist nicht, ob sie stattfindet, sondern wie schnell.
Dass gerade Kollagen dafür anfällig ist, hat mit seiner Lebensdauer zu tun. Eine Untersuchung im Journal of Biological Chemistry berechnete für Hautkollagen eine Halbwertszeit von 15 Jahren. Je länger ein Eiweiss im Gewebe bleibt, desto mehr Zeit haben Zuckermoleküle, sich daran festzusetzen. Glykation ist damit ein Baustein im grösseren Bild der nachlassenden Spannkraft im Gesicht, aber nicht ihre einzige Ursache.
Macht Zucker wirklich Falten, oder ist das ein Mythos?
Dass Zucker Falten macht, ist weder Mythos noch bewiesen: Der Mechanismus ist biochemisch gut belegt, ein direkter Nachweis, dass mehr Zucker im Alltag zu messbar mehr Falten führt, fehlt beim Menschen. Belegt ist, dass AGEs im Hautkollagen mit dem Alter zunehmen und dass ein erhöhter Zuckerspiegel die Reaktion beschleunigt. Danby schreibt, der Prozess laufe in allen Geweben schneller ab, wenn der Zucker erhöht ist. Offen ist dagegen, wie viel ein Stück Kuchen oder ein Süssgetränk pro Tag bei gesundem Stoffwechsel an der Faltentiefe ändert. Dafür bräuchte es kontrollierte Langzeitstudien über viele Jahre, und die gibt es nicht. Nguyen und Katta bezeichnen die Studien zu Ernährungsstrategien gegen glykationsbedingte Hautalterung ausdrücklich als vorläufig. Der Begriff «Zuckerfalten», im Englischen «Sugar Sag», beschreibt deshalb eher eine plausible Hypothese als eine Diagnose. Wenn du bestehende Falten angehen willst, bringt dich die Frage, welche Wirkstoffe gegen Falten belegt sind, weiter als der Blick in die Zuckerdose.
Wie gross ist der Einfluss von Zucker im Vergleich zu Sonne und Alter?
Im Vergleich zu Sonne und Alter ist Zucker der kleinere Hebel: UV-Licht gilt als deutlich stärkerer Treiber der sichtbaren Hautalterung im Gesicht als die Ernährung, und das chronologische Altern läuft ohnehin. Glykation steht dabei nicht neben diesen Faktoren, sondern ist mit ihnen verflochten. Danby beschreibt, dass UV-Licht die Glykation in der Haut zusätzlich anregt. Eine Untersuchung im Journal of Clinical Investigation an Hautkollagen von Menschen ohne Diabetes zeigte zudem, dass die späten Glykationsprodukte CML und Pentosidin zwischen 20 und 85 Jahren um das Fünffache zunahmen, eng gekoppelt an das Lebensalter. Ein grosser Teil der AGEs im Kollagen ist also schlicht Zeit. Wie sich die Faktoren gewichten und was Hautalterung nachweislich verlangsamt, ist in einem eigenen Beitrag eingeordnet.
Für den Alltag heisst das: Wer sich über Zucker Gedanken macht, das Gesicht aber ungeschützt in die Sonne hält, setzt am kleineren Ende an. Täglicher Sonnenschutz fürs Gesicht bleibt die wirksamere Gewohnheit. Zucker gehört eher zu den Verstärkern, ähnlich wie bei der Frage, was Dauerstress mit der Haut macht: Er wirkt mit, entscheidet aber selten allein.
Welche Lebensmittel und Zubereitungsarten liefern besonders viele AGEs?
Besonders viele AGEs liefern fett- und eiweissreiche tierische Lebensmittel, die mit trockener Hitze zubereitet werden, also gegrillt, gebraten, frittiert oder geröstet. Das klingt zunächst überraschend, weil es doch um Zucker geht. AGEs gelangen aber auf zwei Wegen in den Körper: Er bildet sie selbst aus Zucker im Blut, und sie entstehen beim Kochen im Lebensmittel, als Teil der Bräunungsreaktion. Eine Untersuchung im Journal of the American Dietetic Association hat dazu zahlreiche Lebensmittel gemessen. Trockene Hitze steigerte die Neubildung von AGEs gegenüber dem ungekochten Zustand um mehr als das Zehn- bis Hundertfache. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Gemüse, Früchte, Vollkorn und Milch enthielten dagegen relativ wenige AGEs, auch nach dem Kochen. Auch Nguyen und Katta nennen Grillen, Braten und Rösten als Zubereitungen mit deutlich mehr AGEs als Kochen in Wasser oder Dämpfen. Ob AGEs aus der Nahrung in nennenswertem Umfang im Hautkollagen ankommen, ist beim Menschen allerdings nicht geklärt. Die Tabelle zeigt deshalb, wo viele AGEs entstehen, nicht, was deine Haut altern lässt.
| Lebensmittel oder Zubereitung | AGEs | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Fett- und eiweissreiche tierische Lebensmittel, gegrillt, gebraten oder frittiert | Hoch | Trockene Hitze und viel Eiweiss fördern die Bräunungsreaktion |
| Dieselben Lebensmittel, gekocht, gedämpft oder geschmort | Deutlich tiefer | Feuchte Hitze, tiefere Temperaturen, kürzere Garzeiten |
| Gemüse, Früchte, Vollkorn, Milch | Relativ tief, auch gekocht | Wenig Neubildung trotz Kohlenhydraten |
| Marinaden mit Zitronensaft oder Essig | Bremsen die Neubildung | Saure Zutaten verlangsamen die Reaktion beim Garen |
| Viel zugesetzter Zucker | Wirkt im Körper | Mehr Zucker im Blut steht für die körpereigene Glykation bereit |
Die Messung zeigt eine Küchenregel, keine Hautkur: Feuchte Hitze, kürzere Garzeiten, tiefere Temperaturen und saure Zutaten senkten die Neubildung von AGEs im Essen. Ob sich das an deiner Haut zeigt, ist nicht untersucht.
Was bringt es der Haut, weniger Zucker zu essen, und was nicht?
Weniger Zucker zu essen senkt die Menge, die für neue Glykation bereitsteht, macht aber bereits gebildete AGEs nicht rückgängig und ersetzt keinen Sonnenschutz. Bei gesundem Stoffwechsel hält der Körper den Blutzucker ohnehin in engen Grenzen, entsprechend schwer messbar ist der Effekt eines moderaten Verzichts auf das Hautkollagen. Dazu kommt das Tempo: Bei einer Halbwertszeit von 15 Jahren erneuert sich das Fasernetz so langsam, dass sich eine Ernährungsumstellung, wenn überhaupt, über Jahre zeigt und nicht über Wochen. Vorher-nachher-Bilder nach einem Monat ohne Zucker zeigen deshalb kaum verändertes Kollagen, eher anderes Licht, eine andere Tagesform oder eine anders durchfeuchtete Hautoberfläche. Eine Studie, die beziffert, um wie viel jünger Haut durch Zuckerverzicht aussieht, gibt es nicht. Wenn du weniger Zucker isst, dann sinnvollerweise aus Gründen deiner allgemeinen Gesundheit, und Fragen zu deinem Blutzucker gehören zur Hausärztin.
Was weniger Zucker für die Haut nicht leisten kann:
- Bereits vernetztes Kollagen wieder lösen.
- UV-bedingte Hautalterung ausgleichen.
- Tiefe Falten oder eingefallene Konturen glätten.
- Eine ärztliche Abklärung ersetzen, wenn dein Blutzucker erhöht ist.
Können Anti-Glykations-Cremes verklebtes Kollagen wieder lösen?
Nein, eine Creme kann bereits verklebtes Kollagen nicht wieder lösen. Glykation betrifft vor allem das Kollagen in der Dermis, und AGEs sind stabile, quervernetzte Verbindungen, die der Körper selbst nur langsam abbaut, indem er Kollagen ersetzt. Für einige Stoffe wird diskutiert, ob sie die Bildung von AGEs bremsen, die Daten dazu sind aber überwiegend vorläufig, und für die Anwendung auf der Haut ist die Studienlage begrenzt. Ein kosmetischer Wirkstoff, der vorhandene Vernetzungen im Bindegewebe aufbricht, ist nicht belegt. Selbst für die Ernährung sprechen Nguyen und Katta nur von vielversprechenden Kandidaten. Eine «Anti-Glykations-Creme» verkauft also vor allem ein Versprechen. Ähnlich wie bei der Frage, ob Kollagen aus der Creme in die Haut gelangt, endet der Einfluss von Pflege an der Oberfläche.
Was Pflege realistisch kann, ist das Erscheinungsbild unterstützen. The Duo aus Serum und Creme enthält 5% Niacinamid und 2% Vitamin C als stabile 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure, das Serum dazu Hyaluronsäure in drei Molekülgrössen, die Creme Ceramide NP, Squalan und Bakuchiol. Das spendet Feuchtigkeit, unterstützt die Hautbarriere und sorgt für ein ebenmässigeres Hautbild. Dass es Glykation hemmt, ist nicht belegt. Den grösseren Unterschied für die Zukunft deiner Haut macht tagsüber ein separater Sonnenschutz.
Für The Duo gibt es kein Anti-Glykations-Versprechen, und das ist Absicht. Ich könnte es nicht belegen. Gebildete AGEs sitzen im Bindegewebe, und kein Wirkstoff in einer Creme löst sie dort wieder. Ich habe mich für zwei Produkte statt acht entschieden und dafür, die Konzentrationen offenzulegen: 5% Niacinamid, 2% Vitamin C als stabile 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure, 1% Zink PCA. So weisst du, was auf deiner Haut landet, und kannst selbst beurteilen, was es leisten kann und was nicht. Einen Lichtschutzfaktor hat die Creme bewusst nicht. Sonnenschutz brauchst du trotzdem, separat, weil er beim Thema Hautalterung der wichtigere Hebel ist als jede Pflege, unsere eingeschlossen. Welche Aufgabe jeder einzelne Wirkstoff im Duo übernimmt, steht offen auf unserer Website.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter spielt Glykation eine Rolle
Glykation läuft lebenslang und beginnt nicht an einem bestimmten Geburtstag. Weil Hautkollagen langlebig ist, sammeln sich die Endprodukte über Jahrzehnte an. In der Untersuchung im Journal of Clinical Investigation nahm die frühe Zuckerbindung am Hautkollagen zwischen 20 und 85 Jahren nur um 33 Prozent zu, die späten Glykationsprodukte dagegen um das Fünffache. Je älter das Kollagen, desto mehr hat sich angesammelt.
Ist Fruchtzucker aus Obst genauso schädlich wie Haushaltszucker
Für die Glykation selbst sind beide Zuckerarten relevant: Danby nennt Glukose und Fruktose als Zucker, die sich an Kollagen und Elastin binden, und Haushaltszucker besteht aus beiden. Ganzes Obst ist aber ein anderes Lebensmittel als zugesetzter Zucker, mit Wasser und Ballaststoffen. Eine Studie, die zeigt, dass Obst der Haut schadet, gibt es nicht.
Sieht man es der Haut an, wenn man auf Zucker verzichtet
Am Kollagen kaum, zumindest nicht nach Wochen. Hautkollagen hat laut einer Untersuchung im Journal of Biological Chemistry eine Halbwertszeit von 15 Jahren, das Fasernetz erneuert sich also langsam. Was sich auf Vorher-nachher-Fotos nach kurzer Zeit verändert, hat meist andere Gründe. Versprechen wie «Jahre jünger durch Zuckerverzicht» deckt keine Studie.
Ist Glykation umkehrbar
Nur ganz am Anfang. Die frühen Zwischenstufen zwischen Zucker und Eiweiss können sich noch lösen, die späteren AGEs sind stabil, und manche vernetzen Kollagenfasern dauerhaft. Der Körper baut solches Kollagen nur langsam ab und ersetzt es. Weder Ernährung noch Creme machen bestehende Vernetzungen rückgängig. Die Ernährung beeinflusst höchstens, wie viel Zucker für neue Glykation bereitsteht.
Sind Süssstoffe besser für die Haut als Zucker
Dazu gibt es keine belastbaren Hautstudien. Kalorienfreie Süssstoffe erhöhen den Blutzucker kaum und liefern damit keinen Zucker für die Glykation. Ob die Haut davon sichtbar profitiert, ist aber nicht untersucht. Ein Grund, Zucker aus Hautgründen durch Süssstoffe zu ersetzen, lässt sich daraus nicht ableiten.
Hat Diabetes Einfluss auf die Haut
Ja. In der Untersuchung im Journal of Clinical Investigation war die Zuckerbindung am Hautkollagen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes dreifach erhöht gegenüber Menschen ohne Diabetes. Hautveränderungen bei Diabetes gehören zur Hausärztin, Diabetologin oder Dermatologin, nicht in eine Pflegeroutine.
Brauche ich eine Anti-Glykations-Creme, wenn ich The Duo benutze
Nein. Eine Creme löst gebildete AGEs nicht, egal wie sie heisst. The Duo spendet Feuchtigkeit, unterstützt mit Ceramide NP die Hautbarriere und sorgt für ein ebenmässigeres Hautbild. Eine Wirkung gegen Glykation ist nicht belegt. Wenn du zusätzlich etwas für deine Haut tun willst, ist tagsüber ein separater Sonnenschutz die sinnvollere Ergänzung als ein weiterer Tiegel.
Quellen
- Danby FW. Nutrition and aging skin: sugar and glycation. Clinics in Dermatology, 2010. Quelle
- Nguyen HP, Katta R. Sugar Sag: Glycation and the Role of Diet in Aging Skin. Skin Therapy Letter, 2015. Quelle
- Dyer DG, Dunn JA, Thorpe SR, Bailie KE, Lyons TJ, McCance DR et al. Accumulation of Maillard reaction products in skin collagen in diabetes and aging. Journal of Clinical Investigation, 1993. Quelle
- Verzijl N, DeGroot J, Thorpe SR, Bank RA, Shaw JN, Lyons TJ et al. Effect of collagen turnover on the accumulation of advanced glycation end products. Journal of Biological Chemistry, 2000. Quelle
- Uribarri J, Woodruff S, Goodman S, Cai W, Chen X, Pyzik R et al. Advanced glycation end products in foods and a practical guide to their reduction in the diet. Journal of the American Dietetic Association, 2010. Quelle
