Viel Wasser trinken für die Haut: was Studien zeigen und ab wann mehr nichts bringt

ROUTINE

Viel Wasser trinken ist gut für die Haut, solange du vorher zu wenig getrunken hast. Wer genug trinkt, bekommt durch zusätzliche Liter nach heutiger Studienlage keine sichtbar glattere oder prallere Haut. In den wenigen Studien zum Thema stieg die Feuchtigkeit der obersten Hautschicht nur leicht und vor allem bei Menschen, die zuvor wenig getrunken hatten. Ausreichend trinken ist also eine Voraussetzung, aber kein Pflegeschritt, den du mit mehr Menge steigern kannst.

Ist viel Wasser trinken gut für die Haut?

Genug Wasser zu trinken ist gut für die Haut, viel mehr als genug bringt ihr dagegen nach heutigem Wissen kaum etwas. Der Gedanke hinter dem Mythos klingt logisch: Die Haut besteht zu einem grossen Teil aus Wasser, also müsste mehr Wasser von innen sie praller machen. Der Körper verteilt Flüssigkeit aber nicht nach Wunsch. Er hält seinen Wasserhaushalt in engen Grenzen und scheidet einen Überschuss über die Nieren wieder aus. Wer bereits ausreichend trinkt, schickt zusätzliche Gläser deshalb vor allem durch den Körper hindurch und nicht in die Gesichtshaut. Anders sieht es aus, wenn du über längere Zeit deutlich zu wenig trinkst. Dann fehlt dem Körper Flüssigkeit, und es ist plausibel, dass auch die Haut davon etwas abbekommt. Genau dort setzen die Studien an, die überhaupt einen Effekt finden. Für die Frage, ob dein Teint frischer wirkt, spielt das Trinken übrigens eine kleinere Rolle als oft angenommen. Woher fahle Haut meist kommt, steht in einem eigenen Artikel.

Was zeigen die Studien zu Trinkmenge und Haut wirklich?

Die Studien zeigen einen kleinen, messbaren Effekt auf die Hautfeuchtigkeit, und zwar vor allem bei Menschen, die vorher wenig getrunken haben. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 erschien im Fachjournal Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology. Eine Forschungsgruppe aus Lissabon untersuchte 49 gesunde Frauen, im Mittel 24.5 Jahre alt, und teilte sie nach ihrer bisherigen Wasseraufnahme aus der Ernährung in zwei Gruppen: unter 3'200 Milliliter pro Tag (38 Frauen) und darüber (11 Frauen). Einen Monat lang kamen rund 2 Liter Wasser täglich zur gewohnten Ernährung dazu. Gemessen wurde am Tag 0, 15 und 30 an Gesicht, Arm und Bein. Die oberflächliche und die tiefere Hautfeuchtigkeit veränderten sich signifikant, besonders in der Gruppe mit der geringeren Wasseraufnahme. Ähnlich veränderten sich die wichtigsten Messwerte zur Hautmechanik, etwa zur Elastizität.

Eine systematische Übersichtsarbeit in Skin Research and Technology hat 2018 die gesamte Studienlage geprüft. Von 216 gefundenen Arbeiten erfüllten nur sechs die Kriterien. Das Urteil der Autorinnen und Autoren: Die Evidenz ist schwach, sowohl in der Menge als auch in der methodischen Qualität. Ob der Zusammenhang auch bei älteren Menschen gilt, ist laut der Arbeit unklar.

Untersuchung Wer und wie Ergebnis Grenze
Palma et al., 2015 49 Frauen, Durchschnitt 24.5 Jahre, rund 2 Liter Wasser zusätzlich pro Tag über 30 Tage Mehr Hautfeuchtigkeit, vor allem bei Frauen mit geringerer Wasseraufnahme Junge Frauen, kleine Gruppen, nur ein Monat
Akdeniz et al., 2018 Übersicht über 6 Studien, Durchschnittsalter je Studie 24 bis 56 Jahre Leicht mehr Feuchtigkeit in der Hornschicht, Mechanismus unbekannt Schwache Evidenz, Effekt bei älterer Haut unklar

Wie viel solltest du am Tag trinken, und was zählt dazu?

Die Schweizer Ernährungsempfehlungen nennen täglich 1 bis 2 Liter ungezuckerte Getränke, am besten Hahnenwasser, Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchtetee. Herausgegeben werden sie von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), aktuell in der Fassung von 2024. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Schwarztee können laut SGE ebenfalls zur Flüssigkeitszufuhr beitragen, empfohlen wird ein moderater Konsum, beim Kaffee bis zu drei Tassen am Tag. Süssgetränke und Fruchtsaftgetränke mit zugesetztem Zucker oder Süssstoffen zählen in der Lebensmittelpyramide dagegen nicht zur Gruppe der Getränke. Alkoholische Getränke sollen laut den Empfehlungen nicht täglich auf dem Tisch stehen, als Durstlöscher fallen sie ohnehin weg.

Dass Kaffee nicht automatisch entwässert, zeigt eine Untersuchung in PLOS ONE. 50 Männer, die gewohnt 3 bis 6 Tassen am Tag tranken, nahmen je drei Tage lang 4 × 200 Milliliter Kaffee oder dieselbe Menge Wasser zu sich. Beim Gesamtkörperwasser, bei der Urinmenge über 24 Stunden und bei den Blutwerten zur Flüssigkeitsversorgung fanden die Forschenden keine Unterschiede. Die Studie lief allerdings nur mit Männern, die an Koffein gewöhnt waren. Für den Alltag heisst das:

  • Rechne Wasser, ungesüssten Tee und moderat Kaffee zusammen, nicht nur das Wasserglas.
  • Verteile das Trinken über den Tag, zu den Mahlzeiten und zwischendurch, wie es auch die SGE empfiehlt.
  • Bei Hitze, Sport oder Fieber brauchst du mehr, eine fixe Literzahl für alle gibt es nicht.
  • Gesüsste Getränke, Kollagen-Drinks oder Beauty-Wasser zählst du nicht als Hautpflege. Für Nahrungsergänzung gilt dasselbe: Sie ersetzt weder das Trinken noch die Pflege.

Glättet mehr Wasser Falten oder lässt Pickel verschwinden?

Nein, für beides gibt es keine belastbaren Belege. Eine Studie, die zeigt, dass zusätzliches Trinken Falten glättet, existiert nach aktuellem Stand nicht. Die Übersichtsarbeit in Skin Research and Technology nennt lediglich eine leicht erhöhte Dehnbarkeit und Elastizität der Haut und weniger klinische Zeichen von Trockenheit und Rauheit in einzelnen Studien. Ob mehr Trinken Trockenheitszeichen tatsächlich verringert, muss laut den Autorinnen und Autoren erst noch untersucht werden. Falten entstehen vor allem durch Veranlagung, Sonne und den altersbedingten Umbau der tieferen Hautschichten. Das sind Prozesse, die sich nicht wegtrinken lassen. Was du stattdessen trinkst, spielt eher eine indirekte Rolle: Wer Süssgetränke durch Wasser ersetzt, nimmt weniger Zucker auf, was der allgemeinen Gesundheit dient. Ob und wie Zucker die Hautalterung beeinflusst, ist eine eigene Frage.

Bei Pickeln ist die Lage ähnlich. Studien, die mehr Wasser als wirksames Mittel gegen Unreinheiten zeigen, gibt es nicht. Wer anhaltend entzündete Pickel, Knötchen oder Narben hat, sollte das bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen abklären lassen, statt auf eine höhere Trinkmenge zu hoffen.

Warum trinken ältere Menschen oft zu wenig, und merkt man das an der Haut?

Ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil das Durstgefühl mit dem Alter schwächer werden kann. Eine Untersuchung im New England Journal of Medicine verglich sieben gesunde, aktive Männer zwischen 67 und 75 Jahren mit sieben jungen Männern zwischen 20 und 31 Jahren. Nach 24 Stunden ohne Wasser hatten die älteren Männer weniger Durst und tranken danach weniger, obwohl ihre Blutwerte stärker auf den Wassermangel hindeuteten. Die Studie ist klein und schon älter, sie ist aber ein guter Grund, im Alter nicht allein auf den Durst zu warten.

An der Gesichtshaut lässt sich ein Flüssigkeitsmangel dagegen nicht zuverlässig ablesen. Dass reife Haut trockener wird, liegt vor allem daran, dass sie weniger Fett bildet und Feuchtigkeit schlechter hält. Warum das so ist und was dagegen hilft, steht im Artikel über trockene Haut im Alter. Ein fester Rhythmus hilft trotzdem: ein Glas zu jeder Mahlzeit, eine Flasche in Sichtweite. Wichtig ist eine Ausnahme: Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine ärztlich festgelegte Trinkmenge hat, hält sich an diese Vorgabe und nicht an allgemeine Empfehlungen. Bei Schwindel, Verwirrtheit oder stark verminderter Urinmenge gehört die Abklärung zur Ärztin oder zum Arzt.

Wann bringt zusätzliches Trinken der Haut nichts mehr?

Sobald du ausreichend trinkst, bringt zusätzliches Trinken der Haut nach heutiger Studienlage kaum noch etwas. In der Studie aus Lissabon profitierte vor allem die Gruppe, die vorher weniger Wasser aufnahm, und die Übersichtsarbeit beschreibt denselben Befund. Einen klaren Nutzen über den eigenen Bedarf hinaus belegt keine der Arbeiten. Dazu kommt ein Punkt, den Trinken grundsätzlich nicht löst: Die Hornschicht verliert ihr Wasser laufend an die Luft, und diesen Verlust bremst kein Glas Wasser, sondern nur das, was aussen auf der Haut passiert. Wenn deine Haut trotz genug Trinken spannt, lies nach, wie du dehydrierte Haut erkennen und pflegen kannst, und prüfe, ob eine gestörte Hautbarriere dahintersteckt.

Aussen arbeiten zwei Dinge zusammen: Feuchthalter, die Wasser in der Hornschicht binden, und eine schützende Schicht darüber, die es dort hält. Wie das bei Feuchthaltern funktioniert, erklärt der Artikel darüber, was Hyaluron in der Pflege kann. In The Duo übernimmt das Serum The Essential mit Hyaluronsäure in drei Molekülgrössen den ersten Teil, die Creme The Shield mit Ceramide NP, Squalan und Jojobaöl den zweiten. Bei trockener Haut darf es von beidem etwas mehr sein. Im Winter kommt die Heizungsluft dazu, dann hilft der Blick auf die richtige Gesichtscreme im Winter mehr als ein weiterer Liter.

Ein einfacher Check, ob du genug trinkst: Ist dein Urin über den Tag hell und musst du regelmässig zur Toilette, liegt die Trinkmenge meist im grünen Bereich. Ein Thermalwasser-Spray ins Gesicht ersetzt übrigens weder das Trinken noch die Creme danach.

Ich verspreche dir keine Haut, die man sich antrinken kann, und auch keine Creme, die das Trinken ersetzt. Beides hat eine andere Aufgabe. Bei The Duo habe ich die Feuchtigkeit dorthin gelegt, wo Pflege überhaupt etwas ausrichten kann: auf die Haut. Aloe Vera ist die Basis beider Produkte und steht in der Zutatenliste noch vor Wasser. Dazu kommen Hyaluronsäure in drei Molekülgrössen und Tamarindensamen im Duo, abgeschlossen von Ceramide NP und Squalan in der Creme. Zwei Produkte statt acht, kein Beauty-Drink und kein Pulver zum Einrühren. Welche Rolle jeder Bestandteil spielt, habe ich bei den Wirkstoffen im Detail offengelegt.

Häufige Fragen

Sind drei Liter Wasser am Tag besser für die Haut als zwei

Dafür gibt es keinen Beleg. Die Schweizer Ernährungsempfehlungen nennen 1 bis 2 Liter ungezuckerte Getränke pro Tag. Wer viel schwitzt, braucht mehr. In den Studien zur Haut profitierten vor allem Menschen, die vorher wenig tranken. Wer bereits genug trinkt, bekommt durch einen zusätzlichen Liter keine sichtbar bessere Haut.

Zählen Kaffee und Tee zur Trinkmenge

Ja. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung tragen Kaffee und Schwarztee zur Flüssigkeitszufuhr bei, empfohlen wird ein moderater Konsum, beim Kaffee bis zu drei Tassen am Tag. Kräuter- und Früchtetee zählen ohnehin zu den bevorzugten Getränken. Gesüsste Getränke zählt die SGE dagegen nicht zu den Getränken, sondern zu Süssem und Snacks.

Wie schnell sieht man, wenn man mehr trinkt

Das lässt sich nicht seriös beziffern. In der Studie aus Lissabon wurde nach 15 und 30 Tagen mit Messgeräten geprüft, nicht mit dem Auge. Ein messbarer Unterschied heisst nicht, dass er im Spiegel sichtbar ist. Wer bisher deutlich zu wenig getrunken hat, fühlt sich mit mehr Flüssigkeit vielleicht insgesamt wohler, ein Hautversprechen ist das aber nicht.

Kann man zu viel Wasser trinken

Ja, aber das ist selten. Bei extremen Mengen in kurzer Zeit kann der Natriumgehalt im Blut gefährlich sinken, Fachleute sprechen von Hyponatriämie. Bei üblichem Trinken über den Tag verteilt ist das für gesunde Menschen kein Thema. Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine Trinkmengenbeschränkung hat, hält sich an die Vorgabe der Ärztin oder des Arztes.

Hilft Wasser trinken gegen Augenringe

Dafür gibt es keine Belege. Augenringe entstehen häufig durch Veranlagung, dünne Haut, durchscheinende Gefässe oder Pigment, oft verstärkt durch Schlafmangel. Mehr zu trinken ändert daran wenig, solange du nicht deutlich zu wenig trinkst. Treten Schwellungen um die Augen plötzlich und neu auf, lass das ärztlich abklären.

Ist Mineralwasser besser für die Haut als Leitungswasser

Für die Haut ist kein Unterschied belegt. Die Schweizer Ernährungsempfehlungen führen beide unter den bevorzugten Getränken auf und geben Hahnenwasser aus ökologischen Gründen den Vorzug. Ein anderes Thema ist Wasser auf der Haut: Wie sich kalkhaltiges Wasser beim Waschen auswirkt, hat mit der Trinkmenge nichts zu tun.

Brauche ich weniger Pflege, wenn ich genug trinke und The Duo benutze

Nein, und umgekehrt auch nicht. Genug trinken versorgt den Körper, die Pflege hält Wasser in der obersten Hautschicht. Beides hat eine andere Aufgabe und ersetzt das andere nicht. Mit The Duo bleibt die Routine bei zwei Schritten, morgens und abends, unabhängig davon, wie viel du trinkst.

Quellen

  1. Palma L, Marques LT, Bujan J, Rodrigues LM. Dietary water affects human skin hydration and biomechanics. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology, 2015. Quelle
  2. Akdeniz M, Tomova-Simitchieva T, Dobos G, Blume-Peytavi U, Kottner J. Does dietary fluid intake affect skin hydration in healthy humans? A systematic literature review. Skin Research and Technology, 2018. Quelle
  3. Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene, Langversion, 2024. Quelle
  4. Killer SC, Blannin AK, Jeukendrup AE. No evidence of dehydration with moderate daily coffee intake: a counterbalanced cross-over study in a free-living population. PLOS ONE, 2014. Quelle
  5. Phillips PA, Rolls BJ, Ledingham JG, Forsling ML, Morton JJ, Crowe MJ et al. Reduced thirst after water deprivation in healthy elderly men. New England Journal of Medicine, 1984. Quelle
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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin