Kalkhaltiges Wasser und Gesichtshaut: was hartes Wasser in der Schweiz mit deiner Haut macht
HAUTPROBLEME
Kalkhaltiges Wasser ist für die meisten Gesichter kein Grund zur Sorge, aber es kann die Haut nach dem Waschen trockener und gereizter wirken lassen. Der Grund ist weniger der Kalk selbst als sein Zusammenspiel mit Seife und Tensiden: In hartem Wasser bleiben mehr Reinigungsrückstände auf der Haut zurück. Entscheidend ist dabei vor allem das Wasser, mit dem du abspülst. Du kannst das mit einer milden Reinigung, gründlichem Abspülen und einer Creme mit Lipiden gut auffangen, ohne gleich eine Enthärtungsanlage zu kaufen.
Was macht kalkhaltiges Wasser mit der Gesichtshaut?
Kalkhaltiges Wasser verstärkt vor allem die Rückstände, die eine Reinigung auf der Haut hinterlässt, und damit Trockenheit und Reizung nach dem Waschen. Hartes Wasser enthält viel Kalzium und Magnesium. Diese Mineralien verbinden sich mit Seifen und vielen Tensiden zu schwer löslichen Verbindungen, die beim Abspülen nicht vollständig weggehen. Eine Untersuchung im Journal of Investigative Dermatology hat das an 80 Teilnehmenden geprüft, darunter auch hautgesunde Personen. Die Haut wurde mit dem Tensid Natriumlaurylsulfat in Wasser unterschiedlicher Härte gewaschen und abgespült. Auf den Stellen, die mit hartem Wasser gewaschen wurden, blieben deutlich mehr Tensidrückstände zurück. Diese Rückstände erhöhten den Wasserverlust über die Haut und lösten Reizungen aus.
Wichtig ist die Einordnung: Kalk ist kein Gift für die Haut, und reines Leitungswasser ohne Reinigungsprodukt ist für die meisten Gesichter unproblematisch. Spürbar wird hartes Wasser dort, wo Waschmittel, Seife oder ein kräftiges Reinigungsgel dazukommen. Darum lohnt sich der Blick auf die Kombination aus Wasser, Produkt und Abspülen, nicht auf das Wasser allein. Anders liegt der Fall bei Chlor im Hallenbad und Salzwasser im Meer: Was dein Gesicht nach dem Schwimmen braucht, steht im Beitrag zu Chlor- und Salzwasser.
Wie hart ist das Leitungswasser in der Schweiz?
Das Leitungswasser in der Schweiz reicht von sehr weich bis hart, und das unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW beschreibt die Wasserhärte als Mass für Kalzium und Magnesium im Wasser. Gemessen wird sie hierzulande in französischen Härtegraden, abgekürzt °fH. Die Skala reicht laut SVGW von 0 °fH, also sehr weich, bis etwa 50 °fH, also hart. Wie hart dein Wasser ist, hängt davon ab, aus welchem Gestein es stammt, ob es aus einer Quelle, dem Grundwasser oder einem See kommt und ob deine Wasserversorgung es aufbereitet.
Deshalb sagt die Postleitzahl mehr über dein Wasser als jede Faustregel. Zwei Orte im gleichen Kanton können sehr unterschiedliche Werte haben. Wer innerhalb der Schweiz umzieht und plötzlich ein anderes Hautgefühl nach dem Duschen hat, kann tatsächlich auch auf ein anderes Wasser reagieren. Genauso gut kann es aber an neuer Heizungsluft, einem anderen Duschgel oder an der Jahreszeit liegen. Ein einzelner Faktor erklärt selten alles.
Warum spannt die Haut nach dem Waschen mit hartem Wasser?
Die Haut spannt nach dem Waschen mit hartem Wasser, weil mehr Tensidreste auf der Hornschicht liegen bleiben und ihr Fett und Feuchtigkeit entziehen. Eine ältere Untersuchung im Fachjournal Contact Dermatitis verglich Waschungen mit vollständig entmineralisiertem und mit hartem Wasser. Bei der milderen der beiden Waschmethoden waren die mit hartem Wasser behandelten Hautstellen deutlich trockener, stärker gerötet und weniger feucht. Ein Detail daraus ist für den Alltag besonders brauchbar: Die Härte des Abspülwassers war der wichtigere Faktor als die Härte des Waschwassers. Bei einer sehr intensiven Waschmethode verschwand der Zusammenhang allerdings, vermutlich weil die Reinigung selbst dort schon so belastend war, dass die Wasserhärte kaum noch ins Gewicht fiel.
Dazu kommt der pH-Wert. Eine Übersichtsarbeit in Dermatologic Therapy beschreibt, dass stark alkalische Lösungen um pH 10 die Hornschicht aufquellen lassen und ihre Lipide verändern, auch ohne Tensid. Reinigungsprodukte mit neutralem oder leicht saurem pH nahe 5.5 belasten die Haut möglicherweise weniger. Klassische, alkalische Seife plus hartes Wasser ist deshalb eine ungünstige Kombination. Mehr dazu, wie sich das Spannungsgefühl nach dem Waschen von anderen Ursachen unterscheidet, liest du im Ratgeber dazu. Ob deine Haut dabei eher Wasser oder eher Fett fehlt, klärt der Artikel über dehydrierte Haut im Unterschied zu trockener Haut.
Wie reinigst du dein Gesicht bei hartem Wasser?
Bei hartem Wasser reinigst du dein Gesicht am besten mit wenig, mildem Produkt, lauwarmem Wasser und einem besonders gründlichen letzten Abspülen. Du musst dafür nicht dein ganzes Badezimmer umstellen. Die Hebel liegen in der Menge, im Produkt und im Abspülen. Welche Art von Reinigungsprodukt grundsätzlich zu deiner Haut passt, ist eine eigene Frage, die der Ratgeber welche Reinigung deine Haut braucht ausführlich beantwortet. Für hartes Wasser zählen vor allem diese Punkte:
- Seifenstücke meiden: Klassische Seife ist alkalisch und bildet mit Kalk die Ablagerungen, die du auch von Lavabo und Duschwand kennst.
- Weniger Produkt nehmen: Eine erbsengrosse Menge reicht fürs Gesicht. Was du nicht aufträgst, muss auch nicht wieder runter.
- Länger abspülen: Spüle mit mehreren Händen voll lauwarmem Wasser nach, bis sich die Haut nicht mehr glitschig anfühlt.
- Morgens oft nur Wasser: Wenn du abends gereinigt hast, reicht morgens meist lauwarmes Wasser ohne Produkt.
- Sanft trocknen: Tupfen statt Reiben, mit einem sauberen Tuch.
Heisses Wasser verstärkt das Austrocknen zusätzlich. Lauwarm ist für das Gesicht die ruhigere Wahl, auch wenn eine heisse Dusche im Winter verlockend ist.
Lohnt sich ein Duschfilter oder Wasserenthärter für die Haut?
Für die meisten Menschen lohnt sich ein Duschfilter oder Wasserenthärter allein wegen der Gesichtshaut nicht, weil Reinigung und Pflege den grösseren Unterschied machen. In der erwähnten Untersuchung im Journal of Investigative Dermatology milderte Wasser, das per Ionenaustausch enthärtet wurde, die negativen Effekte des harten Wassers ab. Das war allerdings ein kontrollierter Versuch mit einem bestimmten Tensid, nicht ein Alltagstest über Monate. Einen klaren Effekt von Chlor fanden die Forschenden in derselben Arbeit nicht.
Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf die Beschreibung. Viele Duschfilter sind laut Beschreibung auf Chlor oder Schwebstoffe ausgelegt. Ob ein Filter die Härte senkt, sollte dort ausdrücklich stehen. Eine Enthärtungsanlage für das ganze Haus ist dagegen eine grössere Investition, die du eher wegen Boiler, Leitungen und Geräten in Betracht ziehst als wegen deines Gesichts. Bevor du Geld in Technik steckst, probiere zwei bis drei Wochen lang die einfachen Schritte aus diesem Artikel. Wenn sich dein Hautgefühl damit nicht verändert, liegt die Ursache wahrscheinlich ohnehin woanders.
| Massnahme | Was sie bewirkt | Aufwand | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|---|
| Mildes Produkt statt Seife | Weniger Rückstände und weniger alkalische Belastung | Gering | Immer der erste Schritt |
| Gründlicher abspülen | Weniger Tensidreste auf der Haut | Kaum | Deine Haut sich nach dem Waschen glitschig oder stumpf anfühlt |
| Creme mit Lipiden danach | Gleicht verlorenes Fett aus, Haut fühlt sich geschmeidiger an | Gering | Deine Haut nach dem Waschen spannt |
| Duschfilter | Je nach Filter Chlor oder Schwebstoffe, die Härte nur, wenn angegeben | Mittel | Der Filter ausdrücklich enthärtet |
| Enthärtungsanlage im Haus | Senkt die Härte im ganzen Haushalt | Hoch | Du sie ohnehin wegen Geräten und Leitungen planst |
Welche Pflege gleicht die Wirkung von hartem Wasser aus?
Die Wirkung von hartem Wasser gleichst du am besten mit einer Pflege aus, die Feuchtigkeit bindet und verlorene Lipide ersetzt. Nach dem Waschen fehlen der Hornschicht vor allem Fette, die das Wasser in der Haut halten. Eine Creme mit hautverwandten Lipiden wie Ceramiden, Squalan oder Jojobaöl legt sich genau dorthin. Ein Serum mit Feuchthaltern wie Hyaluronsäure davor bringt Wasser in die oberen Hautschichten. Warum diese Kombination für die Hautbarriere so wichtig ist, erklärt der Grundlagenartikel dazu.
Ein Zusatzprodukt speziell gegen Kalk brauchst du dafür nicht. Weder ein Gesichtswasser noch ein Spray mit Mineralwasser ist zwingend nötig, wenn die Pflege nach dem Waschen gut aufgebaut ist. Bei uns heisst das ganz konkret: Serum und Creme nach der Reinigung, morgens und abends. The Duo kombiniert dafür ein Serum mit Hyaluronsäure, Niacinamid und Zink PCA mit einer Creme mit Ceramide NP, Squalan und Jojobaöl. Die Creme fängt die Trockenheit nach dem Waschen auf, ohne dass ein dritter Schritt dazukommen muss. Den Kalk im Wasser ändert sie nicht, sie gleicht aus, was er der Haut beim Waschen nimmt.
Ein einfacher Test für zu Hause: Wasche dein Gesicht eine Woche lang abends mit deinem gewohnten Produkt, aber spüle doppelt so lange ab wie sonst. Spannt die Haut danach spürbar weniger, waren Rückstände vermutlich ein Teil des Problems.
The Duo ist in der Schweiz entwickelt und hergestellt, und unsere Anwendung beginnt mit einem Satz, der beim Thema Kalk plötzlich wichtig wird: Gesicht mit Wasser reinigen. Das Wasser ist also Teil der Routine, ob ich will oder nicht. Ich kann es nicht weicher machen, und ich verkaufe weder eine Reinigung noch einen Filter. Was ich beeinflussen kann, ist der Schritt danach. Dafür steckt in der Creme eine Kombination aus Ceramide NP, Squalan und Jojobaöl, die nach dem Waschen wieder auffüllt, statt die Routine um ein Spezialprodukt gegen Kalk zu verlängern. Parfumfrei ist sie ausserdem, damit nach einer Reinigung mit hartem Wasser nicht noch ein Duftstoff auf eine ohnehin gereizte Haut trifft. Wie die zwei Schritte nach dem Waschen aussehen, steht in unserer Anleitung zur Anwendung.
Häufige Fragen
Verursacht kalkhaltiges Wasser Pickel
Dass kalkhaltiges Wasser direkt Pickel verursacht, ist nicht belegt. Hartes Wasser kann die Haut nach dem Waschen trockener und gereizter machen, und gereizte Haut reagiert manchmal empfindlicher. Unreinheiten haben aber meist andere Ursachen wie Talg, Hormone oder zu reichhaltige Produkte. Bei anhaltenden oder entzündeten Pickeln gehört die Abklärung zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Ist Mizellenwasser bei hartem Wasser besser
Mizellenwasser kann eine Option sein, wenn du dein Gesicht nicht mit Leitungswasser reinigen möchtest. Ganz ohne Wasser geht es aber nicht immer, denn auch Mizellen sind Tenside, die auf der Haut zurückbleiben. Ob du es abspülen solltest und wann es als Reinigung reicht, erklärt der Beitrag zu Mizellenwasser und Abspülen.
Hilft abgekochtes Wasser fürs Gesicht
Abgekochtes Wasser ist für die tägliche Gesichtsreinigung kaum praktikabel. Beim Erhitzen fällt zwar ein Teil des Kalks aus, wie du es vom Wasserkocher kennst, ganz weich wird das Wasser dadurch aber nicht. Untersucht ist der Nutzen für die Haut nicht. Gründliches Abspülen und ein mildes Produkt bringen im Alltag mehr als ein Topf auf dem Herd.
Woran erkenne ich, wie hart mein Wasser ist
Die Wasserhärte erfährst du am zuverlässigsten bei deiner Gemeinde oder deiner Wasserversorgung. Wasserversorger müssen ihre Kundinnen und Kunden mindestens einmal jährlich über die Qualität des Trinkwassers informieren, viele veröffentlichen die Werte auf der Plattform trinkwasser.ch des SVGW. Hinweise im Alltag sind Kalkränder an Armaturen und ein Wasserkocher, der schnell verkalkt.
Ist hartes Wasser bei empfindlicher Haut ein Problem
Bei empfindlicher Haut spielt hartes Wasser eher eine Rolle, weil Rückstände und Trockenheit schneller zu Rötung und Brennen führen. Das Wasser ist dabei selten der einzige Auslöser. Meist hilft es mehr, Reinigung und Produktanzahl zu reduzieren. Was empfindliche Haut darüber hinaus braucht und was du weglassen kannst, liest du im Ratgeber dazu.
Muss ich nach dem Waschen sofort eincremen
Eine feste Minutenregel gibt es nicht, aber zu lange warten solltest du nicht, wenn deine Haut nach dem Waschen spannt. Das Spannungsgefühl zeigt, dass der Hornschicht gerade Feuchtigkeit und Fett fehlen. Pflege, die bald nach dem Abtrocknen folgt, gleicht das aus, bevor die Haut weiter austrocknet. Bei unempfindlicher Haut ist das Timing weniger kritisch.
Kann ich The Duo nach dem Waschen mit hartem Wasser verwenden
Ja. Die Anwendung von The Duo beginnt ohnehin damit, das Gesicht mit Wasser zu reinigen, egal wie hart es ist. Danach folgen Serum und Creme, morgens und abends, wie auf der Seite zur Anwendung beschrieben. Die Creme mit Ceramide NP, Squalan und Jojobaöl fängt Trockenheit nach dem Waschen auf. Einen Zusatzschritt gegen Kalk braucht The Duo nicht.
Quellen
- Danby SG, Brown K, Wigley AM, Chittock J, Pyae PK, Flohr C, et al. The Effect of Water Hardness on Surfactant Deposition after Washing and Subsequent Skin Irritation in Atopic Dermatitis Patients and Healthy Control Subjects. Journal of Investigative Dermatology, 2018. Quelle
- Warren R, Ertel KD, Bartolo RG, Levine MJ, Bryant PB, Wong LF. The influence of hard water (calcium) and surfactants on irritant contact dermatitis. Contact Dermatitis, 1996. Quelle
- Ananthapadmanabhan KP, Moore DJ, Subramanyan K, Misra M, Meyer F. Cleansing without compromise: the impact of cleansers on the skin barrier and the technology of mild cleansing. Dermatologic Therapy, 2004. Quelle
- Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW. FAQ Trinkwasser: Wasserhärte und Kalk. Quelle
- SVGW. Über trinkwasser.ch: Informationspflicht der Wasserversorger nach TBDV. Quelle
