Gesicht und Sauna: vorher waschen, nachher eincremen und wann du sie besser auslässt

ROUTINE

Dein Gesicht nach der Sauna einzucremen ist sinnvoll, aber erst nach dem letzten Saunagang, wenn du den Schweiss lauwarm abgespült hast und die Haut nicht mehr nachschwitzt. Dafür reicht die Pflege, die du sonst auch verwendest, bei trockener Haut etwas mehr davon. Vor der Sauna wäschst du Make-up, Sonnencreme und Pflege ab, danach genügt Wasser. Spezialmasken brauchst du nicht. Vorsichtig sein solltest du bei Neigung zu Rötungen, frisch gepeelter Haut und nach Behandlungen.

Solltest du dein Gesicht nach der Sauna eincremen?

Ja, nach der Sauna solltest du dein Gesicht eincremen, und zwar einmal am Schluss, nicht nach jedem Gang. Während der Hitze schwitzt die Haut, die Durchblutung ist hochgefahren, und alles, was du in dieser Phase aufträgst, mischt sich mit Schweiss oder läuft dir wieder über die Stirn. Sinnvoll wird Pflege erst, wenn du nach dem letzten Saunagang abgekühlt bist, den Schweiss mit lauwarmem Wasser abgespült hast und die Haut nicht mehr feucht nachperlt. Dann hilft die Creme, den Feuchtigkeitsverlust abzufedern, den Hitze, Dusche und die oft trockene Luft danach mit sich bringen. Was du dafür nicht brauchst, ist ein eigenes Saunaprogramm mit Maske, Booster und Spezialöl. Die Routine, die deine Haut im Alltag gut verträgt, ist auch nach der Sauna die richtige. Bei uns ist das zum Beispiel Serum und Creme aus The Duo, bei dir vielleicht eine andere bewährte Pflege. Neue Produkte am Saunatag auszuprobieren, ist dagegen keine gute Idee: Wenn die Haut warm und gerötet ist, merkst du nicht, ob ein Brennen von der Hitze oder vom Produkt kommt.

Ein allgemeiner Tipp für Wirkstoffseren: Trag sie lieber nach dem Saunagang auf als davor. Vor dem Schwitzen verteilt sich ein Serum unkontrolliert, und auf heisser, stark durchbluteter Haut kann empfindliche Haut auf manche Wirkstoffe eher mit Kribbeln reagieren.

Wäschst du das Gesicht vor oder nach der Sauna?

Du wäschst das Gesicht vor und nach der Sauna, aber mit unterschiedlichem Ziel. Vorher geht es darum, alles zu entfernen, was in der Hitze stört: Make-up, Sonnencreme, die Tagespflege und den Schmutz des Tages. Diese Schichten vermischen sich sonst mit Schweiss und Talg zu einem Film, der dir in die Augen laufen kann und die Haut unnötig belastet. Eine milde Reinigung reicht dafür, eine zweite Runde mit Peeling oder Reinigungsbürste brauchst du nicht. Nachher genügt in den allermeisten Fällen lauwarmes Wasser, um Schweiss und Salz abzuspülen. Ein zweites gründliches Waschen mit Reiniger direkt nach der Sauna nimmt der Haut zusätzlich Lipide, und das genau dann, wenn sie durch Hitze und Dusche ohnehin schon gefordert ist. Wer zwischen den Gängen kalt duscht, muss das Gesicht dabei nicht jedes Mal reinigen, kurz abbrausen reicht. Wie mild «mild» sein sollte und woran du eine zu scharfe Reinigung erkennst, steht im Beitrag darüber, welche Reinigung deine Haut braucht.

  1. Vor dem ersten Gang: Make-up, Sonnencreme und Pflege mit einer milden Reinigung entfernen, Gesicht trocken tupfen.
  2. In der Sauna: nichts auftragen, Haare aus dem Gesicht, bei Unwohlsein früher raus.
  3. Zwischen den Gängen: Gesicht kurz mit kaltem oder lauwarmem Wasser abbrausen, nicht reiben.
  4. Nach dem letzten Gang: Schweiss lauwarm abspülen, abkühlen lassen, bis du nicht mehr nachschwitzt.
  5. Dann: deine gewohnte Pflege, bei trockener Haut etwas grosszügiger.

Was macht die Saunahitze mit der Gesichtshaut?

Die Saunahitze erhöht die Durchblutung der Haut, bringt sie zum Schwitzen und lässt die Hornschicht kurzfristig mehr Wasser abgeben. Die Gefässe weiten sich, damit der Körper Wärme loswird, deshalb wird das Gesicht rot. Gleichzeitig verdunstet Schweiss auf der Oberfläche. Für gesunde Haut ist das in der Regel kein Problem, eher im Gegenteil. Eine kontrollierte Untersuchung im Fachjournal Dermatology hat 41 gesunde Personen zwischen 20 und 49 Jahren verglichen: eine Gruppe mit regelmässigem Saunieren, eine ohne. Bei den regelmässigen Saunagängerinnen und Saunagängern zeigte sich eine stabilere Barrierefunktion und eine höhere Feuchtigkeit der Hornschicht. Nach zwei Saunagängen von je 15 Minuten bei 80 Grad erholten sich bei ihnen der erhöhte Wasserverlust und der pH-Wert der Hautoberfläche schneller. Ausserdem war der Talg auf der Stirn bei ihnen geringer.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Es war eine kleine, explorative Studie, die nur zeigt, wie sich die Gruppen unterscheiden, nicht, dass Sauna die Haut verbessert. Und sie hat gesunde Haut untersucht, keine Haut mit Rötungsneigung. Bei dieser ist die Gefässerweiterung genau der Teil, der stört. Wer schon im Alltag mit Rötungen im Gesicht zu tun hat, erlebt die Sauna deshalb oft anders als jemand mit robuster Haut.

Warum fühlt sich die Haut nach der Sauna trocken an?

Die Haut fühlt sich nach der Sauna meist trocken an, weil Schweiss verdunstet, heisses Duschen und Reiniger Lipide abtragen und die Luft danach oft trocken ist, nicht weil die Sauna selbst die Haut austrocknet. Eine Übersichtsarbeit im American Journal of Medicine hält fest, dass Saunabaden die Haut nicht austrocknet. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung aus Dermatology, dass der Wasserverlust der Haut nach den Saunagängen erhöht ist und sich danach wieder einpendelt. Das Spannen nach der Sauna ist also häufig ein Zusammenspiel: lange heisse Dusche, ein zweites Mal Reinigungsgel, dann Winterkälte oder Heizungsluft auf dem Heimweg. Genau in diesem Moment ist die Hornschicht offener für Wasserverlust als sonst. Wie das Gefühl entsteht und warum sich die Haut gespannt anfühlt, ist ein eigenes Thema. Für den Saunatag heisst es vor allem: Reize reduzieren, nicht zusätzliche Produkte einbauen.

Spürst du das Spannen auch an Tagen ohne Sauna, steckt oft eher Feuchtigkeitsmangel dahinter. Woran du dehydrierte Haut erkennst und warum sie nicht dasselbe ist wie trockene Haut, lohnt sich dann genauer anzuschauen. Und weil Saunasaison meist Winter heisst: Was reife, trockene Haut bei Kälte braucht, steht im Beitrag zur Gesichtscreme im Winter. Verbindest du den Saunatag mit einem Bad im Sole- oder Thermalbecken: Was Sole, Schwefel und warmes Wasser mit dem Gesicht machen, steht im Beitrag zu Thermalbad und Haut.

Auslöser Was passiert Was du änderst
Lange, heisse Dusche danach Hautlipide werden zusätzlich gelöst Lauwarm und kurz abspülen
Zweite Reinigung mit Reiniger Barriere wird doppelt gefordert Nach der Sauna nur Wasser
Kälte oder Heizungsluft danach Wasser verdunstet schneller aus der Hornschicht Vor dem Heimweg eincremen
Neues Produkt am Saunatag Reaktion kaum von der Hitze zu unterscheiden Nur bewährte Pflege verwenden

Wann solltest du bei der Sauna vorsichtig sein?

Vorsichtig sein solltest du bei der Sauna vor allem dann, wenn deine Haut auf Wärme mit anhaltender Rötung reagiert, wenn sie gerade gereizt oder frisch behandelt ist oder wenn Schweiss sie juckt. Hitze ist für empfindliche Gefässe einer der bekannten Auslöser. In einer Onlinebefragung im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, die 600 Personen mit einer nach eigenen Angaben ärztlich gestellten Rosazea-Diagnose vollständig ausfüllten, gaben die Teilnehmenden an, unter anderem Sonne, heisse Bäder und Saunen zu meiden, um Schübe zu verhindern. Die Übersichtsarbeit im American Journal of Medicine weist zudem darauf hin, dass Schwitzen bei Neurodermitis den Juckreiz verstärken kann. Das heisst nicht, dass Sauna für alle mit empfindlicher Haut tabu ist, aber es lohnt sich, die eigene Reaktion ehrlich zu beobachten.

  • Bei sichtbaren Äderchen oder Couperose: kürzere Gänge, Gesicht nicht ganz oben auf der heissesten Bank, und wenn die Rötung jedes Mal tagelang bleibt, mit einer Fachperson besprechen.
  • Bei diagnostizierter Rosazea: die Frage nach der Sauna gehört in die dermatologische Sprechstunde. Was Pflege dabei leisten kann, steht im Beitrag zu Rosazea und Hautpflege.
  • Bei Neurodermitis: Juckt die Haut nach dem Schwitzen stärker, besprich die Sauna mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen.
  • Nach einem Säurepeeling, einer Retinoid-Kur oder einem mechanischen Peeling: lieber einen Saunatag auslassen, bis die Haut nicht mehr brennt.
  • Nach Laser, Microneedling, Injektionen oder einem professionellen Peeling: die Pause, die die behandelnde Fachperson nennt, gilt.
  • Bei Sonnenbrand, offenen Stellen oder einer frischen Entzündung: Sauna verschieben.

Eine Rötung, die nach dem Abkühlen wieder verschwindet, ist die normale Reaktion auf Hitze. Bleibt sie bis zum nächsten Tag oder kommen Brennen, Pusteln oder Schwellungen dazu, ist das ein Grund für eine Abklärung, nicht für eine neue Creme.

Öffnet die Sauna wirklich die Poren?

Nein, die Sauna öffnet die Poren nicht im Sinn eines Tors, das auf- und zugeht. Poren sind die Öffnungen der Haarfollikel mit ihren Talgdrüsen, sie haben keinen Schliessmuskel, den Wärme öffnet oder Kälte zuzieht. Eine Übersichtsarbeit in Dermatologic Surgery nennt drei Hauptursachen für sichtbar grosse Poren im Gesicht: viel Talg, nachlassende Elastizität rund um die Pore und ein grösseres Follikelvolumen. Hitze ändert an keiner dieser drei Ursachen etwas Dauerhaftes. Was Wärme tut: Sie macht Talg etwas weicher, und die Haut wirkt durch die Durchblutung kurzfristig praller. Deshalb sieht die Haut direkt nach der Sauna oft feiner aus. Der Effekt hält aber nur so lange, wie die Haut warm ist. Dasselbe gilt für das Gesichtsdampfbad zu Hause. Auch das verbreitete Bild, Schwitzen spüle die Poren von innen frei, stimmt so nicht. Schweiss kommt aus eigenen Drüsen, nicht aus dem Talgkanal. Warum Poren mit den Jahren grösser wirken und was Pflege dabei sichtbar verfeinern kann, steht im Beitrag zu grossen Poren im Alter. Für den Saunatag heisst das: kein Ausdrücken auf warmer, weicher Haut, das hinterlässt eher Rötungen und Male als eine reinere Haut.

Für die Sauna gibt es bei uns kein eigenes Produkt, und das ist Absicht. Ich habe Kompromisslos auf zwei Produkte statt acht gebaut, ohne Peeling und ohne Tonikum. Nach der Sauna gilt deshalb dieselbe Routine wie an jedem anderen Tag: Gesicht mit Wasser reinigen, 3–6 Tropfen Serum, danach 3–6 Pumpstösse Creme, von der Gesichtsmitte nach aussen und über den Hals. Bei trockener Haut nimmst du etwas mehr. Dass beide Produkte parfumfrei sind, war eine bewusste Entscheidung, gerade für Haut, die schnell reagiert. Was die Pflege nicht kann: die Rötung verhindern, die Hitze bei empfindlichen Gefässen auslöst. Die genaue Anwendung von Serum und Creme ist bewusst einfach gehalten, auch am Saunatag.

Häufige Fragen

Warum wird mein Gesicht in der Sauna so rot

Dein Gesicht wird in der Sauna rot, weil sich die Blutgefässe der Haut weiten, damit der Körper Wärme abgeben kann. Das ist eine normale Reaktion und verschwindet nach dem Abkühlen wieder. Bleibt die Rötung bis zum nächsten Tag, brennt sie oder kommen Pusteln dazu, solltest du das dermatologisch abklären lassen.

Darf ich Make-up in der Sauna tragen

Besser nicht. Make-up vermischt sich in der Hitze mit Schweiss und Talg, läuft und kann die Haut zusätzlich belasten. Schmink dich vor dem ersten Gang mit einer milden Reinigung ab und trag Make-up erst wieder auf, wenn du nach der Sauna abgekühlt und eingecremt bist.

Ist eine Gesichtsmaske in der Sauna sinnvoll

Notwendig ist sie nicht. In der Hitze verdunstet eine Maske schnell oder vermischt sich mit Schweiss, und auf stark durchbluteter Haut reagieren empfindliche Hauttypen auf Wirkstoffe eher. Wenn du gerne eine Maske verwendest, ist sie nach dem letzten Saunagang auf abgekühlter Haut besser aufgehoben als auf der Saunabank.

Darf ich nach einem Peeling in die Sauna

Nach einem starken Säurepeeling oder einem mechanischen Peeling lässt du die Sauna besser aus, bis die Haut nicht mehr brennt oder spannt. Hitze und Schweiss verstärken die Reizung frisch exfoliierter Haut. Nach einem professionellen Peeling oder einer Laserbehandlung gilt die Pause, die dir die behandelnde Fachperson nennt.

Ist Sauna gut gegen Pickel

Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Schwitzen reinigt die Poren nicht, weil Schweiss aus eigenen Drüsen kommt. In einer Studie hatten regelmässige Saunagänger zwar weniger Talg auf der Stirn, über Pickel sagt das aber nichts aus. Wichtig ist, Schweiss danach abzuspülen. Bei anhaltender Akne ist eine Dermatologin oder ein Dermatologe die richtige Adresse.

Wie oft ist Sauna für die Haut unbedenklich

Eine feste Obergrenze für die Haut gibt es nicht. Gesunde Haut verträgt regelmässiges Saunieren in der Regel gut, eine Untersuchung fand bei regelmässigen Saunagängern sogar eine stabilere Hautbarriere. Entscheidend ist deine Reaktion: Bleiben Rötung oder Spannen jedes Mal länger, sind seltenere oder kürzere Gänge sinnvoll.

Wann trage ich The Duo nach der Sauna auf

Für The Duo gibt es keine eigene Saunaregel. Du wendest es so an wie sonst auch: Gesicht mit Wasser reinigen, dann 3–6 Tropfen Serum und danach 3–6 Pumpstösse Creme, von der Gesichtsmitte nach aussen und über den Hals. Bei trockener Haut nimmst du etwas mehr. Mehr zu Serum und Creme im Duo findest du auf der Produktseite.

Quellen

  1. Kowatzki D, Macholdt C, Krull K, Schmidt D, Deufel T, Elsner P, et al. Effect of regular sauna on epidermal barrier function and stratum corneum water-holding capacity in vivo in humans: a controlled study. Dermatology, 2008. Quelle
  2. Hannuksela ML, Ellahham S. Benefits and risks of sauna bathing. American Journal of Medicine, 2001. Quelle
  3. Del Rosso JQ, Tanghetti EA, Baldwin HE, Rodriguez DA, Ferrusi IL. The Burden of Illness of Erythematotelangiectatic Rosacea and Papulopustular Rosacea: Findings From a Web-based Survey. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 2017. Quelle
  4. Lee SJ, Seok J, Jeong SY, Park KY, Li K, Seo SJ. Facial Pores: Definition, Causes, and Treatment Options. Dermatologic Surgery, 2016. Quelle
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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin