Gesichtspflege im Sommer: was du bei Hitze weglässt und was bleibt
ROUTINE
Gesichtspflege im Sommer heisst vor allem: weniger Menge, nicht mehr Produkte. Hitze steigert die Talgproduktion, Schweiss liegt auf der Haut, und reichhaltige Texturen fühlen sich schneller klebrig an. Weglassen kannst du meist Zusatzschritte wie Gesichtswasser, Masken oder ein zweites Serum. Bleiben sollten eine milde Reinigung, ein Feuchtigkeitsserum, eine Creme in kleinerer Dosis und morgens ein separater Sonnenschutz, wenn deine Pflege keinen LSF hat.
Brauchst du im Sommer eine andere Gesichtspflege?
Eine komplett andere Gesichtspflege brauchst du im Sommer in den meisten Fällen nicht, wohl aber eine angepasste Menge. Deine Haut wechselt im Juli nicht ihren Typ. Sie produziert mehr Talg, schwitzt mehr und reagiert auf Sonne, Wind und Klimaanlage, aber ihre Grundbedürfnisse bleiben dieselben: Feuchtigkeit binden, die Hautbarriere stützen, vor UV-Strahlung geschützt sein. Ein saisonaler Komplettwechsel bringt dagegen ein eigenes Risiko mit. Wer im Mai gleichzeitig eine neue Gel-Creme, ein Mattierungsfluid und ein neues Serum einführt, kann bei Rötungen oder Unreinheiten kaum noch sagen, woran es liegt. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: die bestehende Routine behalten, die Dosierung nach unten anpassen und Zusatzschritte streichen, die bei Hitze mehr belasten als bringen. Eine Ausnahme gibt es. Wenn deine Wintercreme eine sehr schwere, abdichtende Textur hat, etwa mit viel Vaseline, kann eine leichtere Creme im Sommer tatsächlich angenehmer sein. Das ist dann aber ein Wechsel der Textur, keine neue Routine.
Was macht Hitze mit der Gesichtshaut: Schweiss, Talg und Feuchtigkeit?
Hitze lässt die Talgdrüsen mehr produzieren und bringt Schweiss auf die Hautoberfläche, und beides erzeugt ein Gefühl von Feuchtigkeit, das nicht dasselbe ist wie gut versorgte Haut. Eine Untersuchung in Skin Research and Technology hat die Talgmenge an fünf Stellen im Gesicht derselben Teilnehmenden über ein ganzes Jahr gemessen: Der Sommer war die Jahreszeit mit der höchsten Talgproduktion, und Stirn, Nase und Kinn lagen höher als die beiden Wangen. Deshalb glänzt im Sommer oft zuerst die T-Zone, während die Wangen normal oder sogar trocken bleiben. Schweiss besteht dagegen grösstenteils aus Wasser und Salzen. Er verdunstet, kühlt und lässt die Haut danach eher spannen, vor allem wenn du ihn ständig mit Tüchern abwischst. Glänzende Haut ist im Sommer also kein Beweis dafür, dass Pflege überflüssig geworden ist. Warum du den Glanz nicht mit scharfen Produkten bekämpfen solltest, erklärt der Beitrag darüber, warum starkes Entfetten den Glanz verstärkt.
Ein weiterer Sommerfaktor hat mit der Hitze selbst wenig zu tun: Chlor- und Salzwasser lassen die Haut nach dem Baden oft rau wirken, deshalb lohnt es sich, das Gesicht danach kurz mit klarem Wasser abzuspülen.
Welche Schritte kannst du im Sommer weglassen oder reduzieren?
Weglassen kannst du im Sommer vor allem Schritte ohne eigene Aufgabe, reduzieren solltest du alles, was die Haut zusätzlich fordert. Dazu gehören Gesichtswasser als reiner Zwischenschritt, ein zweites oder drittes Serum mit überlappenden Wirkstoffen, reichhaltige Nachtmasken und häufige Peelings. Peelings sind im Sommer ein eigener Punkt: Frisch exfolierte Haut reagiert empfindlicher auf Sonne, und Säure, Sonne und Schweiss summieren sich schnell zu Brennen und Rötungen. Reduzieren statt streichen gilt dagegen für Serum und Creme. Dort passt du die Menge an, nicht die Existenz des Schritts. Das Prinzip dahinter ist dasselbe wie bei minimalistischer Hautpflege generell: Jeder Schritt braucht eine Aufgabe, die kein anderer übernimmt. Die Tabelle zeigt, wie das im Sommer konkret aussieht.
| Schritt | Im Sommer weglassen oder reduzieren | Was bleibt |
|---|---|---|
| Reinigung | Zusätzliches Waschen am Mittag, stark entfettende Produkte | Morgens Wasser oder milde Reinigung, abends gründlich |
| Gesichtswasser | Als reiner Zwischenschritt verzichtbar | Nur, wenn es einen eigenen Wirkstoff liefert |
| Peeling | Seltener, vor allem Säure-Peelings | Bei Bedarf sanft, mit konsequentem Sonnenschutz |
| Serum | Mehrere Seren mit ähnlichen Wirkstoffen | Ein Feuchtigkeitsserum in kleinerer Menge |
| Creme | Schwere Wintercremes und Nachtmasken | Eine Creme, dünner aufgetragen |
| Gesichtsspray | Verzichtbar, wenn die Pflege darunter stimmt | Höchstens als kurze Erfrischung |
| Sonnenschutz | Nichts | Jeden Morgen als letzter Schritt |
Welche Pflege bleibt auch bei 30 Grad?
Auch bei 30 Grad bleiben drei Dinge: Feuchtigkeit, die die Haut bindet, ein leichter Abschluss, der die Barriere stützt, und Sonnenschutz. Ein Serum mit Hyaluronsäure liefert Feuchtigkeit, ohne zu fetten, und genau die braucht die Haut bei Hitze trotz Glanz. Die Creme darüber hält diese Feuchtigkeit in klimatisierter Luft länger in der Haut und gibt der Barriere Lipide zurück, die häufiges Waschen und Abwischen ihr nehmen. Dünner aufgetragen fühlt sie sich auch im Hochsommer nicht schwer an. Der dritte Schritt ist kein Pflegeschritt im engeren Sinn, im Sommer aber der wichtigste: Haben Serum und Creme keinen Lichtschutzfaktor, brauchst du morgens eine Sonnencreme fürs Gesicht, wenn deine Pflege keinen LSF hat. Welche Stärke und welche Menge sinnvoll sind, steht dort ausführlich.
In unserer Routine heisst das konkret: The Duo aus The Essential und The Shield bleibt im Sommer dasselbe wie im Winter. The Essential bringt Hyaluronsäure in drei Molekülgrössen, Niacinamid und Zink PCA, The Shield legt Ceramide, Squalan und Jojobaöl darüber. Im Sommer kannst du dich an der unteren Hälfte der Dosierspanne orientieren, also eher an 3 als an 6 Tropfen Serum und Pumpstössen Creme. Danach folgt ein separater Sonnenschutz, weil das Duo keinen LSF enthält. Eine zusätzliche Gel-Creme brauchst du dafür nicht.
Wie sieht eine Sommerroutine morgens und abends aus?
Eine Sommerroutine hat morgens drei Pflegeschritte plus Sonnenschutz und abends dieselben Pflegeschritte ohne Sonnenschutz, und keiner davon ist ein Sommerprodukt. Der Unterschied zur Winterroutine liegt in der Menge und darin, dass der Sonnenschutz morgens nie fehlt. Abends wird die Reinigung wichtiger als im Winter, weil sie Sonnenschutz, Schweiss und den Talg des Tages entfernen muss. Eine milde Reinigung reicht dafür in der Regel aus. Zwischen Serum und Creme lohnt es sich, kurz zu warten, bis das Serum eingezogen ist, sonst rutschen die Schichten bei Hitze leichter.
- Morgens: Gesicht mit Wasser oder einer milden Reinigung erfrischen und sanft abtupfen.
- Morgens: Serum in kleiner Menge, kurz einziehen lassen, danach die Creme dünn auftragen.
- Morgens: Sonnenschutz als letzter Schritt, gleichmässig und nicht zu sparsam.
- Abends: Sonnenschutz, Schweiss und Talg mit einer milden Reinigung entfernen.
- Abends: Serum und Creme wie am Morgen, bei trockener Haut eher etwas mehr Creme.
Nach dem Sport oder einem heissen Arbeitsweg genügt es meist, das Gesicht mit lauwarmem Wasser abzuspülen, statt die ganze Routine zu wiederholen.
Pflegeprodukte gehören im Sommer nicht ins heisse Auto oder neben den Liegestuhl in die pralle Sonne. Bewahre sie kühl und dunkel auf, etwa im Schrank statt auf der sonnigen Fensterbank. Und ein Sonnenbrand im Gesicht ist kein Fall für zusätzliche Wirkstoffe, sondern für Schatten und Kühlung.
Braucht reife oder trockene Haut im Sommer weniger Creme?
Nicht automatisch: Reife oder trockene Haut kommt im Sommer oft mit etwas weniger Creme aus als im Winter, aber selten mit so wenig wie fettige Haut. Mit den Jahren sinkt die Talgproduktion, und die Sommerzunahme, die eine fettige T-Zone zum Glänzen bringt, fällt bei trockener Haut meist kleiner aus. Dazu kommen Situationen, in denen die Luft trotz Hitze trocken ist: Büros und Autos mit Klimaanlage, Flugzeugkabinen, Wind am See oder in den Bergen. Eine Übersichtsarbeit im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology hält fest, dass niedrige Luftfeuchtigkeit und tiefe Temperaturen die Barrierefunktion der Haut allgemein schwächen. Die Arbeit bezieht sich vor allem auf den Winter, passt aber dazu, dass sich Haut nach einem langen Tag im klimatisierten Büro oder nach einem Flug auch im Sommer gespannt anfühlen kann.
Praktisch heisst das: Bleib innerhalb der Dosierung, die deine Pflege vorgibt, und richte dich nach dem Hautgefühl am Nachmittag statt nach dem Thermometer. Spannt die Haut nach dem Mittag, war es zu wenig. Glänzt die ganze Stirn, war es zu viel. Bei The Duo liegt diese Spanne bei 3 bis 6 Tropfen Serum und 3 bis 6 Pumpstössen Creme. In ihrer Bewertung auf Judge.me schreibt Irène S.: «Brauche sehr wenig von den Produkten im Sommer.» Das ist ein persönlicher Erfahrungswert, kein Richtwert für alle. Zeigt sich die Trockenheit erst im September richtig, findest du im Beitrag, was die Haut nach dem Sommer braucht, den nächsten Schritt.
Wie passen Vitamin C, Niacinamid und Sonnencreme in die Sommerroutine?
Vitamin C und Niacinamid passen gut in eine Sommerroutine, aber beide sind eine Ergänzung unter dem Sonnenschutz und nie dessen Ersatz. Vitamin C ist ein Antioxidans und kann freie Radikale abfangen, die unter UV-Strahlung entstehen. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology beschreibt Vitamin C deshalb als photoprotektiv und als Partner von Vitamin E, hält aber auch fest, dass klinische Studien zur Wirksamkeit topischer Vitamin-C-Formulierungen begrenzt sind, unter anderem wegen Stabilität und Aufnahme in die Haut. Einen Lichtschutzfaktor hat Vitamin C nicht. Niacinamid ist im Sommer aus einem anderen Grund interessant: In einer Studie im Journal of Cosmetic and Laser Therapy senkte 2% Niacinamid bei japanischen Teilnehmenden die Talgausscheidungsrate. Bei kaukasischen Teilnehmenden sank nach sechs Wochen die Talgmenge auf der Hautoberfläche, die Ausscheidungsrate jedoch nicht signifikant.
Die Reihenfolge bleibt einfach: Wirkstoffe zuerst, Creme danach, Sonnenschutz zuletzt. Wie das mit Tagescremes aussieht, die selbst einen Filter enthalten, klärt der Beitrag dazu, ob die Sonnencreme vor oder nach der Tagescreme kommt. Wenn dich im Sommer vor allem neue Flecken beschäftigen, lohnt die eigene Einordnung zu Pigmentflecken im Gesicht, denn dort entscheidet Sonnenschutz mehr als jedes Serum.
Ich habe bewusst keine Sommerlinie gemacht und keine leichtere Gel-Creme für Juli und August. Zwei Produkte statt acht gilt auch bei Hitze: Statt saisonal zu wechseln, passt du die Menge an, innerhalb von 3 bis 6 Tropfen Serum und 3 bis 6 Pumpstössen Creme. Ebenso bewusst hat The Shield keinen Lichtschutzfaktor. Pflege und Sonnenschutz sind zwei Aufgaben, deshalb gehört ein separater Sonnenschutz als letzter Schritt in deinen Morgen. Den kann ich dir nicht abnehmen, und ich verkaufe auch keinen. Beide Produkte sind parfumfrei, was bei Sonne und Schweiss ein möglicher Reizfaktor weniger ist. Ein Tonikum oder ein Gesichtsspray findest du bei uns nicht, weil beides in dieser Routine keine eigene Aufgabe hätte. Wie die zwei Schritte zusammenspielen, steht in der Anleitung zur Anwendung.
Häufige Fragen
Reicht im Sommer nur ein Serum ohne Creme
Bei sehr fettiger Haut kann ein Serum an heissen Tagen genügen, bei trockener, reifer oder empfindlicher Haut meist nicht. Das Serum liefert Feuchtigkeit, die Creme hält sie in der Haut und stützt die Barriere. Statt die Creme ganz wegzulassen, ist eine kleinere Menge oft der bessere Kompromiss, vor allem in klimatisierten Räumen.
Soll ich mein Gesicht im Sommer öfter waschen
Nein, zweimal täglich reicht auch im Sommer. Häufigeres Waschen mit Reinigungsprodukten entfettet die Haut zusätzlich und kann Spannungsgefühl und Glanz eher verstärken. An sehr heissen Tagen genügt es, das Gesicht zwischendurch mit lauwarmem Wasser abzuspülen und sanft abzutupfen.
Kann ich im Sommer Retinol verwenden
Ja, Retinol kannst du auch im Sommer verwenden, wenn du es abends aufträgst und morgens konsequent Sonnenschutz nutzt. Retinoide können die Haut empfindlicher machen, deshalb ist ein vorsichtiger Rhythmus sinnvoll. Wenn die Haut bei Hitze brennt oder schuppt, reduzierst du die Häufigkeit, statt die übrige Pflege umzustellen.
Warum habe ich im Sommer mehr Pickel
Im Sommer kommen mehr Talg, Schweiss, dichte Sonnenschutzschichten und Reibung durch Hüte oder Sonnenbrillen zusammen. Das kann Poren schneller verstopfen lassen. Kosmetisch helfen eine gründliche, milde Abendreinigung und leichte Texturen. Bei anhaltender oder schmerzhafter Akne gehört die Abklärung zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Brauche ich im Sommer abends eine andere Pflege als morgens
Nein, die Pflegeprodukte können morgens und abends dieselben sein. Der Unterschied liegt im Ablauf: Morgens kommt Sonnenschutz als letzter Schritt dazu, abends wird er mit einer milden Reinigung wieder entfernt. Wer trockene Haut hat, nimmt abends etwas mehr Creme als am Morgen.
Was tun, wenn die Creme bei Hitze glänzt oder unter der Sonnencreme krümelt
Meist ist es schlicht zu viel Produkt. Nimm weniger Creme, verteile sie dünn und lass jede Schicht ein bis zwei Minuten einziehen, bevor die nächste folgt. Krümeln entsteht oft, wenn Schichten noch feucht übereinander gerieben werden. Sonnenschutz klopfst du am besten sanft ein, statt ihn kräftig zu verreiben.
Muss ich The Duo im Sommer anders anwenden
Nein, die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst das Serum, dann die Creme, morgens und abends. Anpassen kannst du die Menge: Im Sommer genügt oft die untere Hälfte von 3 bis 6 Tropfen und Pumpstössen. Morgens folgt ein separater Sonnenschutz, weil The Duo keinen LSF enthält.
Quellen
- Youn SW, Na JI, Choi SY, Huh CH, Park KC. Regional and seasonal variations in facial sebum secretions: a proposal for the definition of combination skin type. Skin Research and Technology, 2005. Quelle
- Engebretsen KA, Johansen JD, Kezic S, Linneberg A, Thyssen JP. The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2016. Quelle
- Al-Niaimi F, Chiang NYZ. Topical Vitamin C and the Skin: Mechanisms of Action and Clinical Applications. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 2017. Quelle
- Draelos ZD, Matsubara A, Smiles K. The effect of 2% niacinamide on facial sebum production. Journal of Cosmetic and Laser Therapy, 2006. Quelle
