Plötzlich Falten in den Wechseljahren: warum die Haut nach der Menopause so schnell altert

HAUT AB 40

Plötzlich Falten in den Wechseljahren sind kein Zufall: Mit dem Östrogenabfall verliert die Haut innerhalb weniger Jahre an Kollagen, Dicke und Feuchtigkeit. Eine Fachübersicht geht davon aus, dass das Hautkollagen in den ersten fünf Jahren nach der Menopause um bis zu 30 Prozent abnimmt. Linien, die früher nur bei Trockenheit auftauchten, bleiben dann stehen. Pflege kann Feuchtigkeit, Barriere und das Erscheinungsbild feiner Linien verbessern, das verlorene Kollagen holt sie aber nicht zurück.

Warum kommen in den Wechseljahren plötzlich Falten?

Falten kommen in den Wechseljahren plötzlich, weil das Bindegewebe der Haut stark von Östrogen abhängt und dieses Hormon innerhalb kurzer Zeit wegfällt. Über Jahrzehnte hat Östrogen im Hintergrund mitgearbeitet: Es hält die Fibroblasten in Gang, also die Zellen, die Kollagen und elastische Fasern bilden, und es stützt die Feuchtigkeit der Oberhaut. Fällt dieser Antrieb weg, wird die Lederhaut dünner und weniger elastisch. Die Mimik hinterlässt dann tiefere Spuren, weil das Polster fehlt, das eine Linie früher wieder ausgeglichen hat. Die Hautforscherin Julie Thornton von der Universität Bradford fasst es in einer Übersichtsarbeit im Journal Dermato-Endocrinology so zusammen: Bei Östrogenmangel wird die Haut dünner, enthält weniger Kollagen, verliert Elastizität, wird trockener und faltiger. Dass es sich plötzlich anfühlt, hat einen einfachen Grund. Hautalterung läuft sonst langsam über Jahrzehnte, hier kommt innerhalb weniger Jahre ein zweiter, hormoneller Schub dazu.

Viele Frauen bemerken erste Vorboten schon in der Perimenopause ab Anfang 40, den deutlichsten Sprung aber nach der letzten Periode. Was sich sonst an der Haut in den Wechseljahren verändert, von Empfindlichkeit bis zum Gefühl, dass keine Pflege mehr passt, ist ein eigenes Thema. Hier geht es nur um die Falten und darum, was hinter ihnen steckt.

Was macht der Östrogenabfall mit Kollagen und Feuchtigkeit?

Der Östrogenabfall verringert vor allem das Kollagen vom Typ I und Typ III, die beiden Faserarten, die der Haut Festigkeit und Spannkraft geben. Eine Studie der Universität Neapel im Fachjournal Maturitas untersuchte Hautproben von 14 Frauen vor und 18 Frauen nach der Menopause. Bei den Frauen nach der Menopause war der Anteil beider Kollagentypen deutlich tiefer, und je länger die Menopause zurücklag, desto weniger Kollagen fanden die Forschenden. Ihr Schluss: Der Kollagenverlust der Haut ist ein östrogenabhängiges Phänomen. Parallel dazu verändert sich die Feuchtigkeit. In den Studien, die Thornton zusammenfasst, erhöht Östrogenersatz die Feuchtigkeit der Oberhaut. Umgekehrt heisst das: Fehlt das Hormon, hält die Hautoberfläche Wasser schlechter, sie fühlt sich rauer an und spannt schneller.

Für die Einordnung ist diese Unterscheidung zentral. Ein Teil der neuen Linien ist ein Feuchtigkeitsproblem an der Oberfläche, ein anderer Teil ein Strukturproblem in der Tiefe. Das erste lässt sich mit Pflege gut beeinflussen, das zweite nur sehr begrenzt. Wer beides in einen Topf wirft, erwartet von einer Creme entweder zu viel oder gibt zu früh auf.

Wie schnell verändert sich die Haut nach der Menopause?

Die Haut verändert sich vor allem in den ersten Jahren nach der Menopause deutlich, und der Abbau hört danach nicht einfach auf. In der Übersicht von Thornton heisst es, dass Kollagen vom Typ I und III in den ersten fünf Jahren nach der Menopause um bis zu 30 Prozent abnehmen dürfte. Ausserdem zitiert sie Messungen, wonach bei Östrogenmangel die Hautdicke um 1.13 Prozent und der Kollagengehalt um 2 Prozent pro Jahr nach der Menopause zurückgehen. Diese Zahlen stammen aus älteren Studien mit kleinen Gruppen. Es sind Durchschnittswerte, keine Prognose für dein Gesicht.

Aufschlussreich ist ein Befund aus dem British Journal of Obstetrics and Gynaecology von 1985: Bei Frauen ohne Hormontherapie hing der Kollagengehalt der Haut mit den Jahren seit der Menopause zusammen, nicht mit dem Lebensalter. Für dich heisst das: Entscheidend ist weniger, ob du 52 oder 56 bist, als wie lange deine letzte Periode zurückliegt. Das erklärt auch, warum der Faltenschub bei manchen Frauen mit 48 kommt und bei anderen erst Mitte 50.

Was kann Pflege in dieser Phase noch bewirken?

Pflege kann in dieser Phase die Hautoberfläche spürbar verbessern, die Struktur darunter aber nicht wiederherstellen. Realistisch sind drei Dinge: mehr Feuchtigkeit in der Hornschicht, eine stabilere Barriere und ein glatteres Erscheinungsbild feiner Linien. Feuchthaltestoffe wie Hyaluronsäure und Glycerin binden Wasser an der Oberfläche, Lipide wie Ceramide und Squalan halten es dort. Niacinamid unterstützt die Barriere und sorgt für ein ebenmässigeres Hautbild. Für die Linien selbst ist Bakuchiol interessant, gerade wenn die Haut reaktiver geworden ist. In einer randomisierten Doppelblindstudie im British Journal of Dermatology trugen 44 Personen zwölf Wochen lang entweder 0.5% Bakuchiol zweimal täglich oder 0.5% Retinol einmal täglich auf. Beide verringerten die Faltenfläche und Pigmentflecken, ohne statistischen Unterschied zwischen den Gruppen. Die Retinolgruppe berichtete häufiger von Schuppung und Brennen. Welche Wirkstoffe gegen Falten insgesamt belegt sind, ordnet der Beitrag welche Creme gegen Falten wirklich hilft ein.

Veränderung Was dahintersteckt Was Pflege beitragen kann Wo Pflege aufhört
Feine Linien, die nach dem Eincremen weicher werden Zu wenig Feuchtigkeit in der Hornschicht Viel: Feuchthaltestoffe plus Lipide lassen sie sichtbar zurückgehen Sie kommen wieder, wenn du die Pflege weglässt
Spannen und Rauheit Barriere hält Wasser schlechter Viel: Ceramide, Squalan und genug Menge am Abend Bei Juckreiz oder Ekzemen gehört die Abklärung in die Praxis
Falten, die auch bei gut gepflegter Haut stehen bleiben Weniger Kollagen und Elastizität in der Lederhaut Begrenzt: Wirkstoffe wie Bakuchiol oder Retinol können das Erscheinungsbild mildern Verlorenes Kollagen baut keine Creme wieder auf
Haut wirkt dünner und weniger straff Abnahme von Hautdicke und Bindegewebe Wenig: eine prallere Oberfläche lässt die Haut frischer wirken Die Dicke der Haut verändert Kosmetik nicht

Genau auf diese Oberflächenarbeit ist The Duo ausgelegt: Das Serum bringt Hyaluronsäure, Niacinamid und Vitamin C, die Creme Ceramide, Squalan, Jojobaöl und Bakuchiol. In ihrer Bewertung auf Judge.me schreibt Nicole L.: «Auch für meine reife Haut super, nicht glänzend fettig, genau richtig, spannt nicht, nährt trotzdem […]». Ein angenehmes Hautgefühl ohne Spannen und eine glattere Oberfläche: Mehr solltest du von einer Creme in dieser Phase nicht erwarten. Den Hormonmangel selbst gleicht keine Kosmetik aus. Ob eine Hormontherapie für dich infrage kommt, gehört in die gynäkologische Sprechstunde, wo Nutzen und Risiken für deine Situation abgewogen werden.

Welche Rolle spielen Sonne, Schlaf und Rauchen jetzt?

Sonne, Schlaf und Rauchen spielen jetzt eine grössere Rolle als vorher, weil die Haut weniger Reserven hat, um Schäden auszugleichen. UV-Strahlung baut Kollagen zusätzlich ab, und genau dieses Kollagen bildet die Haut nach der Menopause langsamer nach. Thornton beschreibt ausserdem, dass bei Östrogenmangel die Abwehr der Haut gegen oxidativen Stress sinkt, also gegen genau die Art von Schaden, die Sonne und Zigarettenrauch auslösen. Rauchen verschlechtert zudem die Durchblutung der Haut. Beim Schlaf ist die Studienlage zu Falten dünner. Klar ist aber, dass Hitzewallungen und Nachtschweiss in den Wechseljahren den Schlaf oft stören, und eine übermüdete Haut lässt vorhandene Linien sichtbarer wirken. Wie gross der Anteil der Sonne an der Hautalterung insgesamt ist, steht ausführlich im Beitrag Hautalterung verlangsamen.

Die Hebel, die du jetzt selbst in der Hand hast, sind überschaubar:

  • Täglicher Sonnenschutz im Gesicht, auch im Winter und bei bedecktem Himmel.
  • Nicht rauchen, weil Rauch die geschwächte Abwehr gegen oxidativen Stress zusätzlich belastet.
  • Abends genug Pflege, damit die Barriere über Nacht nicht austrocknet.
  • Schlafstörungen durch Hitzewallungen ärztlich ansprechen, statt sie auszusitzen.

Warum fallen die Veränderungen bei jeder Frau anders aus?

Die Veränderungen fallen unterschiedlich aus, weil der Östrogenabfall auf sehr unterschiedliche Ausgangslagen trifft. Wie viel Kollagen eine Haut vor der Menopause hat, hängt von Veranlagung, Hauttyp und vor allem von der bisherigen Sonnenbelastung ab. Eine Frau mit heller Haut und vielen ungeschützten Sommern startet mit weniger Reserve als eine Frau, die ihr Gesicht seit Jahren schützt. Dazu kommt der Zeitpunkt. Die Menopause tritt nicht bei allen im gleichen Alter ein, und weil der Kollagenverlust mit den Jahren seit der Menopause zusammenhängt, verschiebt sich auch der Faltenschub. Eine frühe Menopause, etwa nach einer Operation, kann den Prozess vorziehen. Auch im Gesicht selbst verläuft es nicht gleichmässig: Wo die Mimik viel arbeitet, rund um Augen und Mund, zeigen sich Linien zuerst.

Wie Hautalterung lange vor den Wechseljahren beginnt, zeigt der Überblick über die ersten Anzeichen der Hautalterung. Und wie eine Routine für reife Haut ohne acht Schritte aussieht, steht in einem eigenen Beitrag. Wichtig ist vor allem, dich nicht an Freundinnen im gleichen Alter zu messen. Eure Ausgangslage ist eine andere.

Ich habe für die Wechseljahre keine eigene Serie entwickelt, und das ist eine bewusste Entscheidung. Haut nach der Menopause braucht meist keine anderen Wirkstoffe, sondern mehr von dem, was ohnehin wirkt: Feuchtigkeit, Lipide und Ruhe. Darum bleibt es bei denselben zwei Produkten. Wird deine Haut trockener, nimmst du etwas mehr Creme, so steht es auch in der Anleitung zur Anwendung. In die Creme habe ich Bakuchiol statt Retinol gesetzt, weil Retinol gerade bei trockener, reaktiver Haut häufiger brennt und schuppt. Was ich dir nicht versprechen kann: dass zwei Produkte verlorenes Kollagen zurückbringen. Das kann keine Creme, und ich tue nicht so, als ob. Sonnenschutz brauchst du zusätzlich, er steckt bewusst nicht in der Creme.

Häufige Fragen

Sind die neuen Falten Trockenheit oder echter Spannkraftverlust

Meist beides: Linien, die nach dem Eincremen deutlich weicher werden, gehen vor allem auf Trockenheit zurück, Falten, die auch bei gut durchfeuchteter Haut stehen bleiben, auf weniger Kollagen und Elastizität. Wie du die beiden sicher auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Trockenheitsfältchen oder Falten.

Sind die Falten in den Wechseljahren dauerhaft

Falten aus Kollagenverlust bleiben, Trockenheitslinien nicht. Die tieferen Falten lassen sich mit Pflege weicher und weniger auffällig machen, aber nicht zurückbauen. Feine Linien aus Feuchtigkeitsmangel gehen dagegen oft deutlich zurück, sobald die Barriere wieder stabil ist. Wer an tieferen Falten mehr verändern will, landet bei ärztlichen Verfahren, und diese Entscheidung gehört in eine dermatologische Beratung.

Hilft Retinol nach der Menopause

Ja, Retinol kann auch nach der Menopause das Erscheinungsbild von Falten verbessern, doch trockene und dünnere Haut reagiert häufiger mit Rötung, Schuppung oder Brennen. Starte mit einer niedrigen Konzentration an wenigen Abenden pro Woche. Wenn deine Haut das nicht mitmacht, ist Bakuchiol eine Alternative, die in einer Vergleichsstudie ähnlich abschnitt und besser vertragen wurde.

Warum wird die Haut in den Wechseljahren trockener

Weil mit dem Östrogen ein Faktor wegfällt, der die Feuchtigkeit der Oberhaut stützt, sodass die Barriere Wasser schlechter hält und die Haut schneller spannt; wie du die Pflege darauf einstellst, steht im Beitrag über trockene Haut in den Wechseljahren.

Kann Ernährung den Faltenschub bremsen

Nur wenig. Kein Lebensmittel gleicht den Östrogenabfall in der Haut aus, und auch Nahrungsergänzungen sind keine Abkürzung. Eine ausgewogene Ernährung mit genug Eiweiss unterstützt die Haut wie den übrigen Körper, die grösseren Hebel bleiben aber täglicher Sonnenschutz, Nichtrauchen und eine Pflege, die die Barriere stabil hält.

Brauche ich nach der Menopause eine andere Creme

Nicht zwingend eine andere, oft genügt eine etwas grössere Menge derselben Pflege; was Menopause-Kosmetik, Phytoöstrogene und Östrogencremes unterscheidet, erklärt der Beitrag Wechseljahre-Creme ohne Hormone.

Was kann The Duo nach der Menopause leisten

The Duo kann deiner Haut Feuchtigkeit geben, die Hautbarriere unterstützen und das Erscheinungsbild feiner Linien mildern. Es enthält keine Hormone und macht den Kollagenverlust nicht rückgängig. Wird deine Haut trockener, nimmst du etwas mehr Creme. Tagsüber brauchst du zusätzlich Sonnenschutz, weil das Duo aus Serum und Creme keinen LSF enthält.

Quellen

  1. Thornton MJ. Estrogens and aging skin. Dermato-Endocrinology, 2013. Quelle
  2. Affinito P, Palomba S, Sorrentino C, Di Carlo C, Bifulco G, Arienzo MP, et al. Effects of postmenopausal hypoestrogenism on skin collagen. Maturitas, 1999. Quelle
  3. Brincat M, Moniz CJ, Studd JW, Darby A, Magos A, Emburey G, et al. Long-term effects of the menopause and sex hormones on skin thickness. British Journal of Obstetrics and Gynaecology, 1985. Quelle
  4. Dhaliwal S, Rybak I, Ellis SR, Notay M, Trivedi M, Burney W, et al. Prospective, randomized, double-blind assessment of topical bakuchiol and retinol for facial photoageing. British Journal of Dermatology, 2019. Quelle
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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin