Altersflecken: woher sie kommen und was Pflege leisten kann

HAUTZUSTAND

Altersflecken sind flache, scharf begrenzte braune Flecken auf Hautstellen, die über Jahre viel Sonne abbekommen haben: Handrücken, Gesicht, Dekolleté, Unterarme. Fachlich heissen sie Lentigines solares. Ausgelöst werden sie von UV-Strahlung, nicht vom Alter selbst. Pflege kann das Hautbild ebenmässiger wirken lassen und neuen Flecken vorbeugen, entfernen lassen sie sich nur dermatologisch.

Was sind Altersflecken genau?

Altersflecken sind Pigmentansammlungen in der obersten Hautschicht, medizinisch Lentigo solaris oder Lentigo senilis genannt. Sie sind flach, klar abgegrenzt, hell- bis dunkelbraun und sitzen fast immer dort, wo die Haut jahrzehntelang Licht abbekommen hat: Handrücken, Schläfen, Stirn, Dekolleté und Unterarme. Die Pigmentzellen in diesem Areal bilden dauerhaft mehr Melanin und geben es an die umliegenden Hornzellen weiter, ein Vorgang, den auch der Beitrag zu Niacinamid und seiner Wirkung in der Haut beschreibt. Laut der Fachinformation der neuseeländischen dermatologischen Gesellschaft ist die Zahl der Pigmentzellen dabei normal oder nur leicht erhöht, entscheidend ist ihre gesteigerte Aktivität. Deshalb bleibt die Oberfläche glatt, der Fleck lässt sich nicht ertasten und die Farbe schwankt im Jahresverlauf: im Sommer dunkler, im Winter blasser. Ein einzelner Fleck ist meist mehrere Millimeter gross, mit den Jahren kommen weitere dazu und einzelne fliessen ineinander. Von selbst verschwinden Altersflecken in aller Regel nicht wieder.

Warum treten Altersflecken ab 40 häufiger auf?

Altersflecken werden ab etwa 40 sichtbar, weil sich UV-Belastung über Jahrzehnte addiert und die Haut irgendwann keine gleichmässige Pigmentverteilung mehr hinbekommt. Jeder Sommer, jede Skiwoche, jede tägliche Autofahrt am Fenster zählt mit. Die Flecken entstehen also nicht, weil du älter wirst, sondern weil sich sehr viel Sonnenlicht summiert hat. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Die Zellerneuerung verlangsamt sich, überschüssiges Pigment wird träger abtransportiert und bleibt deshalb länger sichtbar, statt mit der Hornschicht abgetragen zu werden. Genau darum tauchen die ersten Flecken meist an Handrücken und Schläfen auf, also an Stellen, die nie Kleidung schützt und die beim Eincremen regelmässig vergessen gehen. Wie stark das ausfällt, hängt von Hauttyp, Sonnenverhalten in Kindheit und Jugend und von der Veranlagung ab: Helle Haut, die schnell verbrennt, zeigt Flecken früher als Haut, die leicht bräunt. Eine ausführlichere Einordnung dazu, welche Alterungszeichen beeinflussbar sind, findest du im Beitrag Hautalterung verlangsamen.

Was unterscheidet Altersflecken von Muttermalen und Sommersprossen?

Altersflecken unterscheiden sich von Muttermalen und Sommersprossen durch den Zeitpunkt des Auftretens, das Verhalten im Jahresverlauf und die Oberfläche. Sommersprossen zeigen sich meist schon in der Kindheit, sind klein, oft in Gruppen angeordnet und verblassen im Winter deutlich. Altersflecken treten später auf, sind grösser, bleiben ganzjährig sichtbar und werden über die Jahre eher mehr als weniger. Muttermale wiederum sind Ansammlungen von Pigmentzellen, können erhaben sein, fühlen sich manchmal ertastbar an und ändern ihre Farbe nicht mit der Jahreszeit. Es gibt zudem Pigmentflecken, die keiner dieser drei Gruppen zuzuordnen sind, etwa nach einer Schwangerschaft oder nach einer abgeheilten Entzündung. Diese Unterscheidung ist im Alltag hilfreich, ersetzt aber keine Diagnose: Auch erfahrene Augen brauchen bei einzelnen Flecken ein Dermatoskop. Wenn du unsicher bist, welche Kategorie ein Fleck trifft, gilt die einfache Regel weiter unten in diesem Beitrag. Die folgende Übersicht fasst die Alltagsmerkmale zusammen.

Merkmal Altersfleck Sommersprosse Muttermal
Erstes Auftreten meist ab 40 meist in der Kindheit jederzeit möglich
Farbe im Winter bleibt sichtbar verblasst deutlich bleibt gleich
Oberfläche flach und glatt flach und glatt flach oder erhaben
Grösse meist mehrere Millimeter sehr klein stark unterschiedlich

Was kann Pflege bei Altersflecken leisten und was nicht?

Pflege kann bei Altersflecken das Erscheinungsbild mildern und das Hautbild insgesamt ebenmässiger wirken lassen, sie kann einen bestehenden Fleck aber nicht auflösen. Kosmetische Wirkstoffe setzen an der Pigmentbildung und am Pigmenttransport an, nicht am fertigen Fleck. Für Niacinamid zeigte eine Untersuchung im British Journal of Dermatology, dass es die Weitergabe von Melanosomen an die Hornzellen bremst, ohne die Pigmentbildung selbst zu blockieren. Vitamin C wird in der Kosmetik ergänzend eingesetzt, um das Hautbild frischer und gleichmässiger erscheinen zu lassen, wobei die stabile Form 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure auch bei empfindlicher Haut gut verträglich ist. The Duo enthält 5% Niacinamid und 2% Vitamin C in genau dieser Form, jeweils bezogen auf Serum und Creme zusammen. Wer es genau wissen will, findet die vollständige Aufstellung auf der Seite Inhaltsstoffe. Was Pflege nicht leistet: eine über Jahrzehnte gewachsene Pigmentinsel entfernen. Dafür braucht es dermatologische Verfahren.

Eine Kundin hat mir geschrieben, sie habe zwei dunkle Flecken auf einem Handrücken und wolle wissen, ob sie das Serum einfach punktuell darauf auftragen könne, bis die Flecken weg sind. Meine Antwort war ehrlich: Punktuelles Auftragen bringt bei einem Altersfleck nichts, was flächiges Auftragen nicht auch bringt, und verschwinden werden die Flecken davon nicht. Sinnvoller war für sie, die Hände morgens konsequent mit Sonnenschutz zu versorgen und die beiden Stellen beim nächsten Hautcheck zeigen zu lassen. Zur richtigen Reihenfolge von Serum und Creme steht alles auf der Seite Anwendung.

Wie beugst du neuen Altersflecken am wirksamsten vor?

Neuen Altersflecken beugst du am wirksamsten mit täglichem UV-Schutz vor, und zwar an Gesicht, Hals und Handrücken. Das ist unspektakulär, aber es ist der einzige Hebel mit echtem Effekt auf die Entstehung. Praktisch heisst das: morgens nach der Pflege ein Sonnenschutz auf alle Stellen, die nie von Kleidung bedeckt sind, im Winter genauso wie im Sommer, und beim Autofahren nicht vergessen, dass Glas nur einen Teil der Strahlung filtert. In den Bergen kommt Reflexion durch Schnee dazu, was die Belastung im Winter deutlich erhöht. Zusätzlich hilft alles, was die Hautbarriere stabil hält, weil gereizte Haut nach dem Abklingen der Reizung eher nachdunkelt. Aggressive Peelings, zu viele Wirkstoffe gleichzeitig oder häufige Produktwechsel arbeiten hier gegen dich. Eine ruhige, gut versorgte Haut reagiert weniger empfindlich auf Pigmentreize. Wie eine Routine für reifere Haut aussieht, ohne zu überfrachten, zeigt der Beitrag Reife Haut pflegen ohne Überforderung.

Wichtig zur Einordnung: Serum und Creme von Kompromisslos enthalten keinen Lichtschutzfaktor. Wenn du Pigmentflecken ernsthaft vorbeugen willst, brauchst du zusätzlich ein Sonnenschutzprodukt. Eine Pflege ohne LSF ersetzt das nicht, und wir behaupten das auch nicht.

Wann gehört ein Fleck zur Fachperson?

Ein Fleck gehört dermatologisch abgeklärt, sobald er sich verändert. Konkret: wenn er wächst, seine Form oder Farbe uneinheitlich wird, die Ränder ausfransen, er juckt, blutet oder nässt, oder wenn er sich deutlich von allen anderen Flecken auf deiner Haut unterscheidet. Das gilt unabhängig davon, wie harmlos er dir vorkommt, und es gilt auch dann, wenn er erst seit Kurzem da ist. Kosmetik hat hier eine klare Grenze: Ein Serum beurteilt keinen Fleck, und eine Pflegeroutine ist kein Ersatz für einen Hautcheck. Menschen mit heller Haut, vielen Sonnenbränden in der Vergangenheit oder auffällig vielen Pigmentflecken lassen ihre Haut sinnvollerweise regelmässig kontrollieren. Wer einen einzelnen störenden Altersfleck loswerden möchte, bespricht das ebenfalls dort: Laut einer systematischen Übersichtsarbeit im Journal of Cosmetic Dermatology kommen dafür je nach Befund Laserverfahren oder verschreibungspflichtige topische Therapien infrage, beides gehört in fachliche Hände.

Ich werde regelmässig gefragt, warum bei uns nirgends steht, dass etwas Altersflecken entfernt. Die Antwort ist unbequem: weil es nicht stimmen würde. Ich habe für unser Duo aus Serum und Creme bewusst 5% Niacinamid und 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure gewählt, weil beide am Hautbild als Ganzem arbeiten und auch empfindliche Haut nicht überfordern. Eine über Jahrzehnte gewachsene Pigmentinsel lösen sie nicht auf. Wenn dich ein einzelner Fleck wirklich stört, ist die dermatologische Praxis der ehrlichere Weg. Das sage ich lieber, als dir etwas zu verkaufen, das dieses Versprechen nicht halten kann.

Häufige Fragen

Verschwinden Altersflecken wieder?

Altersflecken verschwinden von selbst in aller Regel nicht. Sie können im Winter etwas blasser wirken, weil weniger UV-Reiz dazukommt, bleiben aber sichtbar. Kosmetische Pflege kann das Hautbild ebenmässiger erscheinen lassen, entfernt den Fleck jedoch nicht. Für das gezielte Entfernen einzelner Flecken sind dermatologische Verfahren zuständig.

Ab welchem Alter treten Altersflecken auf?

Die ersten Altersflecken zeigen sich bei vielen Menschen ab etwa 40, bei starker Sonnenexposition auch früher. Entscheidend ist nicht das Geburtsjahr, sondern die Summe der UV-Belastung über das ganze Leben. Wer viel draussen war oder in der Jugend häufig Sonnenbrand hatte, sieht sie meist eher als andere.

Sind Altersflecken gefährlich?

Altersflecken selbst gelten als harmlose Pigmentveränderung der Haut. Sie zeigen allerdings an, dass die Haut viel UV-Strahlung abbekommen hat, und das ist ein Grund für regelmässige Hautkontrollen. Verändert ein Fleck Grösse, Form, Farbe oder Rand, oder juckt und blutet er, gehört er zeitnah dermatologisch abgeklärt.

Hilft Vitamin C gegen Altersflecken?

Vitamin C kann dazu beitragen, dass die Haut frischer und ebenmässiger wirkt, entfernt einen bestehenden Altersfleck aber nicht. In The Duo stecken 2% Vitamin C als 3-O-Ethyl-Ascorbinsäure, eine stabile Form, die auch empfindliche Haut gut verträgt. Als alleinige Massnahme gegen Pigmentflecken reicht sie nicht aus.

Warum bekomme ich Altersflecken an den Händen?

Handrücken zählen zu den Stellen mit der höchsten lebenslangen UV-Belastung, weil sie fast nie von Kleidung bedeckt sind und beim Sonnenschutz regelmässig vergessen gehen. Dort summiert sich die Strahlung über Jahrzehnte besonders stark. Deshalb tauchen Altersflecken an den Händen bei vielen Menschen sogar früher auf als im Gesicht.

Braucht es für Altersflecken ein eigenes Produkt?

Ein eigenes Fleckenprodukt braucht es nicht. Sinnvoller ist eine ruhige Basispflege mit Wirkstoffen wie Niacinamid und Vitamin C, kombiniert mit konsequentem Sonnenschutz. Wenn dich ein einzelner Fleck stark stört, ist eine dermatologische Abklärung der wirksamere Weg als ein weiteres Tiegelchen im Badezimmer.

Quellen

  1. DermNet, New Zealand Dermatological Society, Solar lentigo, abgerufen 08.2026. Quelle
  2. Hakozaki T. et al., The effect of niacinamide on reducing cutaneous pigmentation and suppression of melanosome transfer, British Journal of Dermatology, 2002. Quelle
  3. Mardani G. et al., Treatment of Solar Lentigines: A Systematic Review of Clinical Trials, Journal of Cosmetic Dermatology, 2025. Quelle
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Über den Autor: Dominic Bertschin ist Gründer von Kompromisslos und entwickelt minimalistische, vegane Hautpflege für den Schweizer Markt. Jeder Beitrag basiert auf der Arbeit an den eigenen Formulierungen. Mehr über Dominic Bertschin